Hinter den Kulissen: Wie dieser Blog technisch gebaut ist – und wie ihn Google und ChatGPT finden

Multimedia / Technik im Badezimmer

Über 200 Beiträge, 17 Rechner und ein Design, das ich selbst zusammengeschraubt habe: Wie dieser Blog technisch funktioniert, habe ich hier noch nie aufgeschrieben. Heute mache ich die Motorhaube auf.

Ich mache Suchmaschinenoptimierung beruflich, und dieser Blog ist seit Jahren mein Spielplatz dafür – oft an einem Sonntagabend. Was du hier bekommst, ist die ehrliche Bestandsaufnahme: was unter der Oberfläche läuft, was davon wirklich etwas bringt und was ich absichtlich weglasse. Wenn dich Badewannen mehr interessieren als Technik, sei gewarnt: Heute geht es ausnahmsweise um den Blog selbst.

Der Unterbau: WordPress, aber schlank

Der Blog läuft auf WordPress – wie ein guter Teil des Internets. Spannender ist, was nicht drauf ist: kein Seitenbaukasten, der pro Absatz drei verschachtelte Container erzeugt, kein Plugin-Zoo, keine sechs Schriftarten.

Stattdessen gibt es ein eigenes, sehr kleines Design-System. Jeder Beitrag bringt seinen Stil-Block direkt mit: Überschriften in Lora, Fließtext in Open Sans, Eukalyptus-Grün und Bernstein als einzige Akzentfarben. Das klingt nach Pedanterie, hat aber einen handfesten Grund – ein Design, das aus einer Handvoll Bausteinen besteht, lässt sich in wenigen Minuten auf einen neuen Beitrag anwenden. Bei über 200 Beiträgen ist das der Unterschied zwischen „mache ich irgendwann“ und „ist erledigt“.

Gut zu wissen

Ein Plugin, das du nicht installierst, kann auch nicht langsam werden, nicht kaputtgehen und keine Sicherheitslücke aufreißen. Die meisten langsamen WordPress-Seiten sind nicht an WordPress gescheitert, sondern an dem, was jemand draufgepackt hat.

Die Rechner – und warum sie nichts über dich speichern

Die 17 Rechner sind der Teil, auf den ich am meisten stolz bin. Vom Wasserkosten-Rechner über die Füllzeit bis zum Taupunkt: Alle rechnen direkt in deinem Browser. Du tippst deine Zahlen ein, das Ergebnis steht sofort da.

Technisch heißt das: Es geht keine Anfrage an einen Server, wenn du rechnest. Deine Wannenmaße, dein Strompreis, dein Wasserverbrauch – nichts davon verlässt dein Gerät, nichts wird gespeichert, nichts landet in einer Datenbank. Kein Formular, keine E-Mail-Adresse, kein „Ergebnis freischalten“.

Schaubild: Eingabe, Formel und Ergebnis eines Rechners laufen komplett im Browser
Eingabe, Rechnung, Ergebnis – alles passiert auf deinem Gerät.

Der zweite Punkt ist mir fast noch wichtiger: In jedem Rechner-Beitrag steht die Formel offen dabei. Wenn dir ein Ergebnis komisch vorkommt, kannst du nachrechnen. Rechner, die eine Zahl ausspucken und dich im Dunkeln lassen, sind Marketing, keine Hilfe.

Bilder sind der größte Bremsklotz

Ein Badblog ohne Bilder wäre traurig. Aber Bilder sind auch das, was Seiten langsam macht – ein einziges unkomprimiertes Handyfoto wiegt schnell mehr als der gesamte restliche Beitrag.

Was hier deshalb läuft:

  • WebP statt JPEG: Jedes hochgeladene Bild bekommt automatisch eine WebP-Variante. Bei gleicher Optik sind das oft 30 bis 50 Prozent weniger Kilobyte.
  • Lazy Loading: Bilder weiter unten im Beitrag werden erst geladen, wenn du dorthin scrollst. Wer nur die ersten beiden Absätze liest, lädt auch nur die ersten Bilder.
  • Zusammengefasstes CSS: Statt zwölf einzelner Stylesheets holt der Browser eine gebündelte Datei. Weniger Anfragen, schnellerer erster Seitenaufbau.

Das ist unspektakulär und kostet einmal einen Nachmittag. Es ist trotzdem der Hebel mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung – besonders auf dem Handy, wo die meisten von euch lesen.

Strukturierte Daten: was Google zusätzlich bekommt

Neben dem sichtbaren Text liefert jeder Beitrag noch einen unsichtbaren Datensatz mit. Darin steht maschinenlesbar, was Menschen ohnehin sehen: dass es sich um einen Artikel handelt, wann er veröffentlicht und wann er zuletzt überarbeitet wurde, wer ihn geschrieben hat und wo er in der Seitenstruktur hängt.

Das klingt nach Formalkram, entscheidet aber darüber, ob eine Suchmaschine deinen Beitrag versteht oder nur liest. Bei einem Rechner-Beitrag ist der Unterschied zwischen „irgendeine Seite mit Zahlen“ und „ein Artikel von einem namentlich genannten Autor, zuletzt aktualisiert im September“ nicht klein.

Der Nebeneffekt, den kaum jemand erwähnt

Strukturierte Daten helfen nicht nur Google. Auch die Systeme hinter KI-Antworten greifen darauf zurück, wenn sie entscheiden, ob eine Quelle zitierfähig ist. Ein klar ausgezeichnetes Veröffentlichungsdatum ist dabei wertvoller als jede Keyword-Optimierung.

Wie Google den Blog überhaupt findet

Zwei Dinge erledigen den Großteil der Arbeit.

Erstens die Sitemap. Das ist eine schlichte Liste aller Adressen des Blogs – aktuell über 200 Stück –, die automatisch aktualisiert wird, sobald ein Beitrag erscheint. Sie ist in der robots.txt hinterlegt, sodass jeder Crawler sie beim ersten Besuch findet.

Zweitens die interne Verlinkung. Wenn ich über Badezusätze schreibe, verlinke ich auf den Beitrag über die verschiedenen Badezusatz-Arten und auf den Vollbad-Kostenrechner. Das ist kein SEO-Trick, sondern schlicht die Frage, die du dir als Leser sowieso als Nächstes stellst. Dass Suchmaschinen daraus ableiten, welche Themen zusammengehören, ist ein angenehmer Nebeneffekt.

Wie KI-Suchen an die Inhalte kommen

Das ist die Baustelle, die sich in den letzten zwei Jahren am stärksten verändert hat. Früher war die Frage: Wie komme ich bei Google auf Seite eins? Heute kommt dazu: Wie werde ich in einer KI-Antwort überhaupt erwähnt?

Der erste Schritt ist banal und wird trotzdem oft übersehen: Die Crawler müssen reinkommen dürfen. Die robots.txt dieses Blogs erlaubt allen Bots den Zugriff – auch dem GPTBot von OpenAI und den Crawlern der anderen Anbieter. Wer diese Bots aussperrt, taucht in KI-Antworten irgendwann schlicht nicht mehr auf – und merkt das oft erst Monate später. Welcher Bot wofür zuständig ist und wie man das sauber steuert, ist im Fachmagazin Linkship in einem Beitrag über GPTBot und robots.txt auseinandergenommen.

Der zweite Schritt ist der unbequeme: KI-Systeme zitieren bevorzugt Quellen, über die auch anderswo geschrieben wird. Nicht nur verlinkt – erwähnt. Ein Blog, der in Foren, Ratgebern und Fachtexten namentlich auftaucht, wird als Quelle eher herangezogen als einer, der technisch perfekt, aber unbekannt ist. Dieser Mechanismus läuft unter dem Stichwort Brand Mentions und ist der Grund, warum die Optimierung für KI-Suchen sich nicht mehr allein auf der eigenen Website erledigen lässt.

Schaubild: Der Weg eines Beitrags von der Veröffentlichung über Sitemap und Crawler bis in Suchergebnisse und KI-Antworten
Vom fertigen Beitrag bis ins Suchergebnis oder in eine KI-Antwort.

Was ich bewusst nicht mache

Zur Ehrlichkeit gehört die andere Liste.

  • Keine Pop-ups und keine Newsletter-Overlays. Wenn du hier liest, liest du. Es schiebt sich nichts über den Text, und es zählt auch kein Countdown herunter.
  • Keine KI-Texte, die ich nicht selbst geprüft habe. Ich nutze KI beim Recherchieren und Strukturieren. Was hier steht, habe ich gelesen, korrigiert und verantworte ich.
  • Kein Linktausch. „Du verlinkst mich, ich verlinke dich“ landet regelmäßig im Postfach. Das bringt heute nichts mehr und kann im schlechtesten Fall schaden – warum das so ist, steht hier ausführlich.
  • Keine erfundenen Testergebnisse. Wenn in einem Beitrag steht, dass ich etwas ausprobiert habe, habe ich es ausprobiert. Wenn nicht, steht es auch nicht drin.

Mein Fazit

Es steckt weniger Zauberei in diesem Blog, als man vielleicht denkt. Ein schlanker Unterbau, komprimierte Bilder, saubere Auszeichnung und interne Links, die es ehrlich meinen – damit ist der größte Teil erledigt. Der Rest ist Geduld.

Was sich wirklich verändert hat, ist die zweite Front: Sichtbarkeit findet nicht mehr nur in den zehn blauen Links statt, sondern auch in Antworten, die eine KI zusammenfasst. Und dort zählt, ob über dich geschrieben wird – nicht nur, wie schnell deine Seite lädt.

Häufige Fragen

Speichern die Rechner meine Eingaben?

Nein. Die Rechnung passiert komplett in deinem Browser. Es wird nichts übertragen, nichts gespeichert und nichts ausgewertet – du musst auch nichts eingeben, um ein Ergebnis zu sehen.

Warum lädt der Blog auf dem Handy so schnell?

Weil wenig geladen wird. Komprimierte Bilder im WebP-Format, nachgeladene Bilder statt alles auf einmal, gebündeltes CSS und keine schweren Plugins. Es gibt keinen einzelnen Trick dafür, nur viele kleine Entscheidungen in dieselbe Richtung.

Kann ich einen Gastbeitrag veröffentlichen?

Grundsätzlich ja, wenn das Thema wirklich zum Blog passt und der Text etwas erklärt, das hier noch fehlt. Reine Werbetexte mit eingebautem Link lehne ich ab. Anfragen laufen über mein Kontaktformular.

Womit sind die Schaubilder gemacht?

Die beiden Schaubilder sind Vektorgrafiken, die ich aus dem Inhalt selbst aufbaue – nicht aus einem Bildgenerator. Der Grund ist banal: Bei generierten Bildern stimmen die Beschriftungen oft nicht, und ein Schaubild mit falschem Text ist schlechter als gar keines. Beim Titelbild ganz oben ist es umgekehrt – das ist eine KI-generierte Aufnahme, weil es dort nur um die Stimmung geht und kein Wort drinsteht.

Über mich

Hallo, mein Name ist Stephan.
Ich blogge hier rund um das Thema Badewanne und freue mich über regen Austausch. Willkommen im wohl größten Fachblog zum Thema Badewanne.

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