In der Geschichte des Sports gab es schon viele ungewöhnliche und verrückte Ideen. Eine recht junge Erfindung aus dem Bereich des Wassersports ist das Badewannenrennen.
Hierbei wird die Badewanne zu einem Paddelboot umfunktioniert und damit zu zweit eine Strecke in einem Pool absolviert. Was als Scherz anfing, ist heute mittlerweile international bekannt – inklusive Europameisterschaft.
Die Geschichte des Badewannenrennens
Wann und wo genau das Badewannenrennen erfunden worden ist, lässt sich heute nicht mehr genau nachvollziehen. Einer der ältesten Berichte in Deutschland geht auf eine Veranstaltung in Plau am See vom Juli 1989 zurück. Ob diese Wassersportart eine deutsche Erfindung ist oder wann und wo sie erstmalig in anderen Ländern aufgetreten ist, kann niemand genau sagen.
Doch seit ihrer Erfindung hat sich viel verändert, und der Sport hat sich in den letzten Jahren international verbreitet. Während der Spaß nur auf lokalen Veranstaltungen gelegentlich durchgeführt wurde, gibt es mittlerweile sogar nationale und internationale Meisterschaften. Darüber hinaus wurden zumindest in Deutschland einige unterschiedliche Disziplinen eingeführt, sodass es mehr Spannung in dieser neuartigen Erfindung des Wassersports gibt.
Wie funktioniert der Sport?

Die Grundlagen sind ganz einfach:
- Zwei Sportler pro Team
- Zwei Paddel
- eine schwimmfähige Badewanne
- eine zu absolvierende Strecke auf dem Wasser
- und genug Konkurrenz, damit es erst richtig Spaß macht
Das Schöne an Badewannenrennen ist, dass es bis heute eine Spaßveranstaltung ohne viele Regeln geblieben ist. Ob Mann oder Frau, jung oder alt, dick oder dünn – jeder darf in jeder Konstellation teilnehmen. So kann sich jeder mit jedem messen, und am Ende gewinnt einfach nur das beste Team. Viel mehr Toleranz kann es in einem Sport kaum geben.
Übrigens: Dass es zu zweit in der Wanne durchaus eng werden kann, weißt du vielleicht schon aus meinem Beitrag Zu zweit in der Badewanne – auf dem Wasser gilt das erst recht.
Die Wanne wird zum Rennboot
Im Mittelpunkt steht ohnehin die Badewanne. Damit diese zu einem echten Rennboot wird, bauen die Teams ihr Siegermodell erst einmal nach Herzenslust um.
Pflicht an Bord: Markierungsbojen
Was auf jeden Fall vorhanden sein muss, sind Markierungsbojen. Denn trotz modernster Technik aus heimischen Bastelkellern sind kenternde Rennbadewannen kein seltener Anblick. Damit diese später leicht wieder gefunden werden können, sind Bojen zur Kennzeichnung des späteren Fundortes unverzichtbar.
Welches Wannenmaterial sich überhaupt für solche Bastelaktionen eignet, kannst du in meinem Vergleich der Badewannenmaterialien nachlesen – Acryl schwimmt deutlich leichter als eine gusseiserne Wanne.
Die Disziplinen im Überblick
Während die verbreitetste Form des Badewannenrennens mit ausgeklügelten Umbauten glänzt, besinnen sich andere Sportler auf die Ursprünge und haben die Disziplin des Retro-Rennens ins Leben gerufen. Hier dürfen die Badewannen nicht modifiziert werden, wodurch der Schwierigkeitsgrad entsprechend höher ist. Die Rennstrecke fällt bei dieser Disziplin auch kürzer aus. Weitere Disziplinen sind das Gaudi-Rennen und dann doch eine Unterteilung in Rennen für Erwachsene und für Kinder.

| Disziplin | Besonderheit |
|---|---|
| Klassisch | Die verbreitetste Form – die Wanne wird mit ausgeklügelten Umbauten zum Rennboot. |
| Retro-Rennen | Keine Modifikationen erlaubt, dafür höherer Schwierigkeitsgrad und kürzere Strecke. |
| Gaudi-Rennen | Der Spaß steht klar im Vordergrund. |
| Erwachsene / Kinder | Eigene Rennen und Wertungen für die beiden Altersgruppen. |
Die Europameisterschaft von 2014
Nachdem das Badewannenrennen mindestens 25 Jahre alt wurde, dachten sich die Sportler aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Liechtenstein, Luxemburg und Italien, dass es Zeit für einen internationalen Wettstreit sei.
Mit rund 80 Teams traten sie Ende September, nach mehreren Qualifikationsrunden, in Wolfsburg zur Meisterschaft an, um zu ermitteln, wer die schwimmtauglichste und schnellste Badewanne hat. Dabei sah man den Ernst der Veranstaltung auch an der professionellen Sportbekleidung: Vom Piraten-Outfit bis hin zum rosanen Strampelanzug war alles Erdenkliche vertreten.
Den Sieg holten letztlich Super Mario und Luigi – auch bekannt als Tim und Dennis aus Kiel.
Hinweis zum Stand dieses Beitrags
Dieser Bericht bezieht sich auf die Europameisterschaft 2014 in Wolfsburg. Zum Zeitpunkt meines Beitrags war noch unklar, wann die nächste Meisterschaft stattfindet – eine Terminankündigung lag mir damals nicht vor. Wenn du dich für aktuelle Termine interessierst, lohnt ein Blick auf die Seiten der jeweiligen lokalen Veranstalter. Hintergründe zur Sportart findest du außerdem bei Wikipedia zum Thema Badewannenrennen.
Mein Fazit
Das Badewannenrennen ist für mich der sympathischste Sport überhaupt: kaum Regeln, keine Zugangshürden, und im Mittelpunkt steht ausgerechnet das Möbelstück, um das sich dieser ganze Blog dreht.
Ob mit ausgeklügeltem Umbau oder als Retro-Variante ohne jede Modifikation – am Ende gewinnt einfach das beste Team. Und falls die Wanne kentert: Bojen nicht vergessen.
Häufige Fragen
Was ist ein Badewannenrennen?
Beim Badewannenrennen wird eine Badewanne zu einem Paddelboot umfunktioniert. Zu zweit absolvierst du damit eine Strecke auf dem Wasser – möglichst schneller als die Konkurrenz.
Seit wann gibt es Badewannenrennen?
Der genaue Ursprung lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Einer der ältesten Berichte in Deutschland geht auf eine Veranstaltung in Plau am See im Juli 1989 zurück.
Wer darf beim Badewannenrennen mitmachen?
Grundsätzlich jeder. Es ist eine Spaßveranstaltung ohne viele Regeln geblieben: Ob Mann oder Frau, jung oder alt, dick oder dünn – jeder darf in jeder Konstellation teilnehmen.
Wer hat die Europameisterschaft 2014 gewonnen?
Den Sieg in Wolfsburg holten Tim und Dennis aus Kiel, die als „Super Mario und Luigi“ antraten. Rund 80 Teams aus sechs Ländern waren am Start.

