Ein Spiegelschrank fürs Bad ist das Möbelstück, das du jeden Morgen als Erstes anfasst – und trotzdem kauft ihn fast jeder nach Bauchgefühl. Dabei entscheiden drei Dinge über Freude oder Frust: die Lichtfarbe in Kelvin, die Schutzart und die Steckdose – und die Tiefe, an der du dir sonst jeden Tag den Kopf stößt.
Ich habe die beliebtesten Spiegelschränke mit LED-Beleuchtung auf Amazon verglichen, Bewertungen und Ausstattung ausgewertet und nach Preis-Leistung sortiert. Dazu bekommst du das, was dir die Baumarkt-Produktlisten nicht liefern: welche Lichtfarbe zum Schminken und Rasieren taugt, welche IP-Schutzart in welcher Zone deines Bades vorgeschrieben ist, ob die integrierte Steckdose über dem Waschbecken überhaupt erlaubt ist, wie du das Ding sicher auf Fliesen befestigst – und warum die Anti-Beschlag-Heizung der am meisten unterschätzte Ausstattungspunkt ist.
Transparenz: Die mit * markierten Links sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber ein, erhalte ich eine kleine Provision – für dich ändert sich am Preis nichts. Bewertungen und Preise: Stand September 2026, Amazon.de (Tagespreise können abweichen).
Worauf du beim Kauf achten solltest
- Lichtfarbe und Dimmbarkeit: Ein fest eingebauter Farbton ist immer ein Kompromiss. Modelle mit drei Farbtemperaturen (meist 3000 / 4000 / 6500 Kelvin) und Dimmer decken Schminken, Rasieren und das abendliche Zähneputzen ab.
- Tiefe versus Kopffreiheit: Gängig sind rund 13 bis 17 cm. Ab etwa 16 cm bekommst du spürbar mehr Stauraum, ragst aber auch weiter über den Waschtisch – im schmalen Bad ist die flachere Variante klüger.
- Steckdose im Schrank: Praktisch für Zahnbürste und Rasierer, aber nur zulässig, wenn der Schrank außerhalb der Schutzbereiche hängt. Über dem Waschtisch ist das meist der Fall – über der Wanne nicht.
- Anti-Beschlag (Defog): Eine Heizfolie hinter dem Spiegel hält die Fläche nach dem Duschen frei. Nur wenige Modelle haben das ab Werk.
- Korpusmaterial: MDF und Spanplatte sind günstig, quellen aber auf, wenn Wasser an die Kanten kommt. Kunststoff und Aluminium sind feuchteresistenter.
- Gewicht und Befestigung: Typisch sind 20 bis 35 kg plus Inhalt. Die mitgelieferten Dübel sind fast immer das schwächste Glied – tausch sie gegen passende aus.
- Türen: Bei zweitürigen Modellen musst du die Anschlagseite festlegen. Dreitürige geben dir den seitlichen Blick – hilfreich beim Haareschneiden im Nacken.
Vergleichstabelle: 7 Spiegelschränke im Überblick
Meine Wertung entsteht nicht aus einem Labortest, sondern aus der Auswertung von Amazon-Bewertungen und Bewertungsanzahl, der tatsächlichen Ausstattung (Lichtfarben, Dimmer, Steckdose, Anti-Beschlag, Material) und dem Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zur restlichen Auswahl.
| Platz | Modell | Eckdaten | Amazon-Bewertung | Preis ca. | Meine Wertung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | GANPE LED-Spiegelschrank 50 × 70 cm | Defog, stufenlos dimmbar, 3 Lichtfarben mit Speicher, Steckdose + USB | 4,3 / 5 (929) | 180 € | 9,4 |
| 2 | VASAGLE Spiegelschrank, 3 Türen | 3 Spiegeltüren, LED, Steckdose, verstellbare Böden | 4,2 / 5 (2.267) | 90 € | 9,1 |
| 3 | Schildmeyer Verona LED, 120 cm | 120 cm breit, LED-Aufsatzleuchte, Markenqualität | 4,2 / 5 (573) | 206 € | 8,9 |
| 4 | Spiegelschrank 80 × 60 × 16 cm, 3 Lichtfarben | 3 Lichtfarben, Touch, Steckdose, 80 cm breit | 4,1 / 5 (560) | 110 € | 8,7 |
| 5 | Sieper Topas Eco, 60 cm | Kunststoffkorpus, LED, Steckdose, deutsche Marke | 4,1 / 5 (391) | 73 € | 8,5 |
| 6 | EUGAD Spiegelschrank mit Beleuchtung | Metall/MDF, schwarz + helle Eiche, Ablagekorb | 4,3 / 5 (677) | 75 € | 8,3 |
| 7 | Hzuaneri Spiegelschrank mit Beleuchtung | Einstiegsmodell, LED, Wandschrank | 4,3 / 5 (451) | 56 € | 8,0 |
Die Bestenliste im Detail
Platz 1: GANPE LED-Spiegelschrank 50 × 70 cm – der Testsieger

Der GANPE LED-Spiegelschrank* bringt als Einziger hier die drei Funktionen zusammen, die im Alltag wirklich etwas ändern: Anti-Beschlag-Heizung, stufenloses Dimmen und drei Farbtemperaturen – mit Speicher. Der Schrank merkt sich also deine letzte Einstellung und startet nicht jeden Morgen bei voller Helligkeit in Tageslichtweiß. Mit 50 × 70 cm ist er eher hoch als breit, dafür sitzen Steckdose und USB-Anschlüsse im Inneren, sodass die Zahnbürste im Schrank laden kann. 929 Bewertungen bei 4,3 Sternen sind für diese Preisklasse eine ungewöhnlich solide Datenbasis. Wichtig beim Bestellen: Es gibt Varianten mit linkem und rechtem Scharnier.
- Stärken: Anti-Beschlag ab Werk, stufenlos dimmbar, 3 Lichtfarben mit Speicher, Steckdose und USB im Schrank.
- Schwächen: Mit rund 180 € teuer, und mit 50 cm Breite zu schmal für große Waschtische – dort wirkt er schnell verloren.
- Für wen? Für alle, die das Beschlag-Problem endgültig loswerden wollen und einen Standard-Waschtisch haben.
Platz 2: VASAGLE Spiegelschrank mit 3 Spiegeltüren – der Preis-Leistungs-Sieger

Wenn ein Produkt über 2.200 Bewertungen sammelt und dabei bei 4,2 Sternen bleibt, ist das ein Signal. Der VASAGLE mit drei Spiegeltüren* ist der Schrank, den die meisten kaufen: Beleuchtung, Steckdose, verstellbare Einlegeböden, rund 90 Euro. Die drei Türen sind dabei mehr als Optik – leicht nach innen geklappt siehst du deinen Hinterkopf. Der Korpus ist beschichtete Spanplatte, in dieser Preisklasse normal, verlangt aber Disziplin: Wasser, das auf die Kanten läuft, zieht mit der Zeit ein. Wer ohnehin größer plant, sieht im Badsanierungs-Kostenrechner, wie klein der Posten Spiegelschrank im Gesamtbudget ist.
- Stärken: Mit Abstand größte Bewertungsbasis, drei Spiegeltüren für den Rundumblick, Steckdose, fairer Preis.
- Schwächen: Nur eine Lichtfarbe, kein Dimmer, kein Anti-Beschlag – und der empfindlichste Korpus in dieser Auswahl.
- Für wen? Für alle, die solide Grundausstattung zum kleinen Preis wollen und auf Lichtspielereien verzichten können.
Platz 3: Schildmeyer Verona LED, 120 cm – für große Bäder

Bei 120 cm hört der Baumarkt-Standard auf. Der Schildmeyer Verona LED* ist der Schrank für Bäder, in denen zwei Personen gleichzeitig vor dem Spiegel stehen. Schildmeyer ist ein etablierter deutscher Badmöbelhersteller – das merkst du an sauber verarbeiteten Kanten und ordentlichen Scharnieren. Die LED sitzt hier als Aufsatzleuchte oben auf dem Korpus statt als Band im Spiegel: optisch klassischer, aber sie beleuchtet das Gesicht von oben und wirft dadurch Schatten unter Augen und Kinn. Für das morgendliche Zurechtmachen reicht das; wer sich sehr präzise schminkt, sollte eine zweite Lichtquelle auf Gesichtshöhe einplanen.
- Stärken: 120 cm Breite, deutscher Markenhersteller, gute Verarbeitung, großzügiger Stauraum über die ganze Waschtischbreite.
- Schwächen: Höchster Preis der Liste, Licht nur von oben mit Schattenwurf, keine Farbtemperaturwahl, kein Anti-Beschlag.
- Für wen? Für große Bäder, Doppelwaschtische und alle, die bei Badmöbeln auf einen greifbaren Hersteller setzen.
Platz 4: Spiegelschrank 80 × 60 × 16 cm mit 3 Lichtfarben – der Ausstattungstipp

Dieses 80-cm-Modell mit drei Lichtfarben* ist für mich der rationalste Kauf in der Mitte des Feldes. 80 × 60 cm passt über die meisten Standard-Waschtische, 16 cm Tiefe reichen für Zahnputzbecher, Cremetiegel und die zweite Reihe, ohne dass du beim Zähneputzen gegen die Tür kommst. Dazu umschaltbare Lichtfarben und eine Steckdose im Inneren – Ausstattung, für die du bei Markenherstellern locker das Doppelte zahlst. Bei 560 Bewertungen und 4,1 Sternen ist das Bild stabil, aber nicht makellos: Kritik gibt es wiederkehrend an Montageanleitung und beiliegenden Dübeln.
- Stärken: 3 Lichtfarben, Touch-Bedienung, Steckdose, passendes 80-cm-Standardmaß, viel Ausstattung fürs Geld.
- Schwächen: Anleitung und mitgelieferte Dübel werden häufig kritisiert; der Touch-Sensor reagiert mit nassen Händen unzuverlässig.
- Für wen? Für Standard-Waschtische und alle, die maximale Ausstattung unter 120 Euro wollen und beim Aufhängen mitdenken.
Platz 5: Sieper Topas Eco, 60 cm – der Markentipp aus Kunststoff

Kunststoff hat bei Möbeln einen zweifelhaften Ruf, im Bad ist er das vernünftigere Material. Der Sieper Topas Eco* hat einen Korpus, der nicht aufquellen kann – in einem kleinen, schlecht belüfteten Bad ist das der entscheidende Vorteil gegenüber jedem MDF-Modell. Wie schnell Luftfeuchtigkeit dort kritisch wird, kannst du mit dem Taupunkt-Rechner nachrechnen; passend dazu der Beitrag zum Schimmel vorbeugen im Bad. Sieper produziert in Deutschland, Ersatzteile sind ein realistisches Thema – bei Importmodellen ist das erfahrungsgemäß nicht der Fall.
- Stärken: Kunststoffkorpus quillt nicht auf, deutscher Hersteller, Steckdose integriert, sehr langlebig.
- Schwächen: Optisch nüchtern bis altbacken, nur eine Lichtfarbe, kein Dimmer, mit 60 cm zu schmal für breite Waschtische.
- Für wen? Für kleine, feuchte Bäder, Gäste-WCs und alle, die Haltbarkeit über Design stellen.
Platz 6: EUGAD Spiegelschrank in Schwarz/Eiche – der Design-Tipp

Sechs von sieben Schränken in dieser Liste sind weiß. Der EUGAD in Schwarz/Eiche* ist die Ausnahme: Metallrahmen in Schwarz, Korpuselemente in heller Eiche, dazu ein offener Ablagekorb. Geht dein Bad in Richtung Industrial oder skandinavisch, ist das der Einzige hier, der optisch mitspielt, ohne dass du Designer-Preise zahlst. Der offene Bereich ist Segen und Fluch zugleich: praktisch für das Zeug, das man ständig braucht – aber alles, was dort steht, bleibt sichtbar und staubt ein. Wer einen Spiegelschrank kauft, um Unordnung verschwinden zu lassen, verliert hier einen Teil des Effekts.
- Stärken: Einziges Modell mit eigenständiger Optik, solide Metall-MDF-Kombination, 4,3 Sterne aus 677 Bewertungen, günstig.
- Schwächen: Offene Ablage verschenkt Stauraum hinter dem Spiegel, nur eine Lichtfarbe, kein Dimmer, keine Steckdose.
- Für wen? Für Bäder mit Gestaltungsanspruch, in denen der Schrank auch etwas hermachen soll.
Platz 7: Hzuaneri Spiegelschrank mit Beleuchtung – der Preistipp

Für knapp 56 Euro bekommst du einen beleuchteten Spiegelschrank – und mehr verspricht der Hzuaneri* auch nicht. 4,3 Sterne aus 451 Bewertungen zeigen, dass die Erwartung im Schnitt getroffen wird. Das ist der Schrank für die Mietwohnung, aus der du ohnehin bald wieder ausziehst, fürs Gäste-WC oder die Ferienwohnung. Ehrlich bleiben muss man bei Material und Toleranzen: Hier wird auf jedem Millimeter gespart. Steht eine Tür nach dem Aufbau minimal schief, ist das kein Reklamationsgrund, sondern die Preisklasse.
- Stärken: Sehr günstig, LED inklusive, gute Durchschnittsbewertung, leicht und damit einfach zu montieren.
- Schwächen: Einfachste Materialqualität, keine Steckdose, keine Farbwahl, spürbare Fertigungstoleranzen bei Türen und Böden.
- Für wen? Für Mietwohnung, Gäste-WC und Ferienwohnung – überall dort, wo Funktion vor Langlebigkeit geht.
Lichtfarbe, Kelvin und CRI – das Kapitel, das dir kein Baumarkt erklärt
In Produktbeschreibungen steht „3 Lichtfarben“ und darunter drei Symbole. Was die Zahlen bedeuten, erklärt fast niemand – dabei entscheidet genau das, ob dein Make-up draußen anders aussieht als im Bad.
Kelvin beschreibt die Farbtemperatur. Rund 3000 K ist warmweiß, abends angenehm, verfälscht Hauttöne aber ins Gelbliche. Rund 4000 K ist neutralweiß und zeigt Hauttöne realistisch ohne Gelb- oder Blaustich – der beste Kompromiss fürs Schminken und Rasieren. 6500 K kommt dem Tageslicht nahe und hebt jedes Detail hervor, wirkt aber klinisch und blendet morgens.
Der zweite Wert ist wichtiger und steht fast nie dabei: der Farbwiedergabeindex Ra, englisch CRI. Er sagt, wie natürlich Farben unter dieser Lichtquelle wirken; Bestwert ist 100. Laut licht.de gilt Ra 90–100 als hervorragend und Ra 80–89 als gut, und in Innenräumen sollten nur Lichtquellen ab Ra 80 zum Einsatz kommen. Moderne LEDs schaffen bis Ra 98. Bei günstigen Spiegelschränken findest du die Angabe meist gar nicht – und genau das ist der Grund, warum Make-up im Bad passt und im Tageslicht plötzlich nicht mehr.
Kurz gesagt
Wenn du dich im Bad schminkst oder rasierst: Nimm ein Modell mit umschaltbarer Farbtemperatur und nutze die mittlere Stufe um 4000 K. Fehlt beim Hersteller die Angabe zum Ra-Wert, geh nicht von einem hohen aus – wer gute Werte hat, schreibt sie hin.
Schutzbereiche, IP-Schutzart und die Sache mit der Steckdose
Hier wird aus dem Möbelkauf eine Sicherheitsfrage. Die Elektroinstallation im Bad regelt in Deutschland die DIN VDE 0100-701, seit Juni 2025 in überarbeiteter Fassung. Sie teilt das Bad in Schutzbereiche ein, und in jedem gilt etwas anderes.
- Bereich 0 ist das Innere von Wanne und Dusche: gefordert ist IPX7, Steckdosen sind unzulässig.
- Bereich 1 ist der Raum über Wanne und Dusche bis 2,25 m Höhe: mindestens IPX4, empfohlen IPX5. Steckdosen sind auch hier unzulässig, Versorgung nur über Schutzkleinspannung.
- Bereich 2 reicht 0,60 m um Bereich 1 herum, ebenfalls bis 2,25 m: gefordert ist IPX4. Klassische 230-V-Steckdosen sind auch dort nicht zulässig – Ausnahme sind Rasiersteckdosen mit Trenntrafo nach DIN EN 61558-2-5.
- Außerhalb dieser Bereiche – und da hängt ein Spiegelschrank über dem Waschtisch in aller Regel – sind normale Steckdosen erlaubt. Den früheren Bereich 3 gibt es in der Neufassung nicht mehr.
Und die Regel, die unabhängig von der Position immer gilt: Alle Steckdosen im Badezimmer müssen über einen Fehlerstromschutzschalter (RCD/FI) mit höchstens 30 mA abgesichert sein. In Altbauten ohne FI wird der Spiegelschrank mit Steckdose damit zum Problem – nicht wegen des Schranks, sondern wegen der Installation dahinter.
Praktisch heißt das
Spiegelschrank mit Steckdose über dem Waschtisch: in der Regel unproblematisch, sofern ein 30-mA-FI vorhanden ist. Über oder direkt neben der Badewanne: Finger weg von Modellen mit Schuko-Steckdose. Und alles, was fest angeschlossen wird statt eingesteckt, gehört in die Hand einer Elektrofachkraft. Das ist keine Vorsicht, das ist Vorschrift.
Montage auf Fliesen: Tragfähigkeit, Bohren, Kopffreiheit
Ein Spiegelschrank wiegt typischerweise 20 bis 35 kg – plus Inhalt. Zwei Flaschen Shampoo und die Hausapotheke bringen schnell weitere fünf Kilo. Die Befestigung ist damit kein Nebenschauplatz.
- Höhe festlegen: Richtwert für die Unterkante sind 115 bis 125 cm über dem Fertigfußboden, die Schrankmitte auf einer Linie mit der Waschtischmitte. Stell dich vorher selbst davor – Normmaße nützen dir nichts, wenn du 1,90 m groß bist.
- Tiefe gegen Kopffreiheit prüfen: Beug dich am geplanten Ort so weit über das Becken, wie du es beim Zähneputzen oder Haarewaschen tust. Ein 17 cm tiefer Schrank steht spürbar weiter im Raum als einer mit 13,5 cm. Im schmalen Bad ist das der Unterschied zwischen „passt“ und „jeden Morgen angestoßen“.
- Untergrund klären: Massivwand, Ständerwerk oder Vorwandinstallation? Hinter Fliesen kann alles Mögliche stecken. Bei Trockenbau brauchst du Hohlraumdübel mit passender Traglast – besser noch eine Befestigung in der Unterkonstruktion.
- Richtig bohren: Ziele auf die Mitte einer Fliese oder in die Fuge, nie auf die Kante. Schlagfunktion aus, niedrige Drehzahl, Fliesenbohrer, Klebeband auf die Stelle gegen Abrutschen. Und vorher mit dem Leitungssucher prüfen – über dem Waschtisch laufen erfahrungsgemäß Leitungen.
- Dübel tauschen: Die mitgelieferten sind bei Importmodellen fast immer die billigsten am Markt. Passende Qualitätsdübel kosten ein paar Euro und sind die beste Versicherung gegen einen Schrank, der nachts von der Wand fällt.
Wenn du ohnehin das ganze Bad neu machst: Für die Fliesenmenge hilft der Fliesenrechner fürs Bad, und wer barrierearm plant, findet im Beitrag zum barrierearmen Badezimmer die passenden Höhen für Spiegel und Schränke.
Beschlagfrei werden: Heizfolie nachrüsten statt neu kaufen
Der Spiegel beschlägt, weil die Glasoberfläche kälter ist als die Raumluft – die Feuchtigkeit kondensiert am kältesten Punkt. Genau da setzt eine Anti-Beschlag-Heizung an: Sie hält die Spiegelrückseite ein paar Grad wärmer, sodass der Taupunkt an der Glasfläche gar nicht erst erreicht wird.
Nur wenige Spiegelschränke haben das ab Werk – in dieser Liste allein der GANPE auf Platz 1. Die gute Nachricht: Du kannst es nachrüsten. Selbstklebende Heizfolien kommen hinter den Spiegel. Der Hersteller Fenix bietet seine ECOFILM-MHF-Folien in 12, 25, 50 und 100 Watt an, alle mit 230 V, und gibt an, dass die Fläche etwa ein bis zwei Minuten nach dem Einschalten wieder frei ist; preislich liegen sie je nach Größe zwischen rund 20 und 90 Euro.
Zum Stromverbrauch, weil danach immer gefragt wird: Eine 50-Watt-Folie, die täglich 30 Minuten läuft, kommt auf rund 25 Wattstunden pro Tag, also etwa 9 kWh im Jahr – bei 35 Cent je Kilowattstunde rund 3 Euro jährlich. Kein Kostenfaktor. Der Anschluss ans 230-V-Netz gehört allerdings in Fachhände, siehe oben.
Die günstigere Alternative
Wer nicht ans Stromnetz will: Nach dem Duschen zwei Minuten stoßlüften löst das Problem auch – und verhindert nebenbei genau die Feuchtigkeit, die langfristig Korpus und Fugen zusetzt.
Pflege und Folgekosten
Ein Spiegelschrank hat keine Verbrauchsmaterialien, aber einen Gegner: Kalk. Weiße Schlieren auf der Spiegelfläche sind eine Frage der Wasserhärte, nicht der Putzdisziplin. Wie hart dein Wasser ist, zeigt dir der Wasserhärte-Rechner – ab etwa 14 °dH wirst du deutlich häufiger wischen. Das Prinzip zum Lösen der Ablagerungen beschreibt der Beitrag zum Duschkopf entkalken.
Drei Dinge verlängern die Lebensdauer und kosten nichts: die Korpus-Unterkante nach dem Waschen trocken wischen, keine Scheuermittel an beschichteten Spiegelkanten, und die Scharniere einmal jährlich nachziehen. Ein ehrliches Wort zur LED: Die Leuchten sind fast immer fest verbaut und nicht tauschbar. Fällt die Leiste nach Jahren aus, ist meist der ganze Schrank fällig. Das ist Branchenstandard – aber ein Argument, bei der Beleuchtungsqualität nicht ganz unten einzukaufen.
Mein Fazit
Wenn du das Beschlag-Problem endgültig loswerden und beim Licht nicht sparen willst, ist der GANPE auf Platz 1 das schlüssigste Paket: Anti-Beschlag, stufenloses Dimmen, drei Farbtemperaturen mit Speicher, Steckdose im Schrank. Für die meisten Bäder ist allerdings der VASAGLE auf Platz 2 die vernünftigere Wahl: 90 Euro, drei Spiegeltüren, Steckdose, über 2.200 Bewertungen. Wer maximale Ausstattung fürs Geld will, greift zum 80-cm-Modell auf Platz 4; wer ein kleines, feuchtes Bad hat, zum Kunststoff-Sieper.
Unabhängig vom Modell: Miss die Tiefe gegen deine Kopffreiheit, bevor du bestellst, kauf ordentliche Dübel dazu, und prüfe, ob im Bad ein 30-mA-FI sitzt, bevor du dich über die integrierte Steckdose freust. Diese drei Minuten sparen dir mehr Ärger als jede Produktbewertung.
Häufige Fragen
Welche Lichtfarbe ist für einen Spiegelschrank im Bad die beste?
Für Schminken und Rasieren rund 4000 Kelvin – neutralweiß zeigt Hauttöne ohne Gelb- oder Blaustich. 3000 K ist abends angenehmer, verfälscht aber Farben; 6500 K zeigt maximale Details, wirkt aber klinisch. Ideal sind Modelle, bei denen du zwischen den Stufen umschalten kannst.
Darf ein Spiegelschrank mit Steckdose im Bad hängen?
Über dem Waschtisch in der Regel ja, weil er dort meist außerhalb der Schutzbereiche nach DIN VDE 0100-701 liegt. In Bereich 1 und 2 – also über und bis 0,60 m neben Wanne und Dusche – sind normale 230-V-Steckdosen nicht zulässig. Und alle Steckdosen im Bad müssen über einen FI-Schutzschalter mit höchstens 30 mA abgesichert sein.
Welche IP-Schutzart braucht ein Spiegelschrank?
Das hängt vom Montageort ab: In Bereich 1 ist mindestens IPX4 gefordert (empfohlen IPX5), in Bereich 2 IPX4. Außerhalb der Schutzbereiche – der übliche Platz über dem Waschtisch – gibt es normativ keine besondere Anforderung. Trotzdem ist IP44 auch dort die sinnvollere Wahl, weil beim Händewaschen Spritzwasser entsteht.
Wie tief sollte ein Spiegelschrank sein?
Gängig sind etwa 13 bis 17 cm. Rund 13,5 cm ergeben ein schlankes Profil für kleine Bäder, rund 17 cm bieten deutlich mehr nutzbaren Stauraum. Entscheide nach der Breite deines Bads: Steht der Waschtisch in einem schmalen Durchgang, nimm die flachere Variante.
Wie hoch hängt man einen Spiegelschrank über dem Waschbecken auf?
Als Richtwert liegt die Unterkante 115 bis 125 cm über dem Fußboden, die Schrankmitte auf Höhe der Waschtischmitte. Der bessere Maßstab bist du selbst: Stell dich vor den Waschtisch und lass die Augenhöhe anzeichnen – der Spiegel sollte dein Gesicht komplett zeigen, ohne dass du dich streckst.
Lohnt sich die Anti-Beschlag-Funktion?
Wenn du dich direkt nach dem Duschen vor dem Spiegel fertig machst: ja. Die Heizung hält die Glasfläche über der Taupunkttemperatur, sodass sie gar nicht erst beschlägt – laut Fenix ist die Fläche ein bis zwei Minuten nach dem Einschalten frei. Der Stromverbrauch liegt bei täglicher Nutzung im Bereich weniger Euro pro Jahr. Alternativ rüstest du eine selbstklebende Heizfolie hinter einem vorhandenen Spiegel nach.

