Ein Vollbad braucht viel warmes Wasser – und genau daran scheitert es in manchen Wohnungen. Ob Durchlauferhitzer oder Boiler die bessere Wahl ist, hängt weniger vom Gerät ab als von deiner Wohnsituation.
Es gibt unterschiedliche Arten, das Wasser für die Badewanne zu erwärmen. Durchlauferhitzer und Boiler sind zwei Warmwassergeräte, die das Wasser auf die gewünschte Temperatur bringen. Je nach Wohnsituation und Warmwasserbedarf kommen bestimmte Modelle in Frage. Im Folgenden bekommst du einen Überblick über beide Varianten und erfährst, welche Geräte fürs Bad wirklich geeignet sind.
Durchlauferhitzer und Boiler – die Unterschiede
Mittels Elektroboilern und elektrischen Durchlauferhitzern wird warmes Wasser dezentral erzeugt, wodurch du Energie sparst. Bei der Auswahl eines Warmwassergeräts ist es wichtig, das passende Gerät für die eigenen Bedürfnisse zu finden.
Durchlauferhitzer erzeugen warmes Wasser erst dann, wenn die Armatur betätigt wird. Das ist energiesparend, weil die dauerhafte Bereitstellung von Warmwasser entfällt. Im Vergleich zu einem Boiler dauert es allerdings länger, bis das Warmwasser zur Verfügung steht. Je geringer die Leistung des Durchlauferhitzers ist, desto länger dauert es, bis warmes Wasser fließt. Wer große Mengen Warmwasser braucht, wählt am besten leistungsstarke Modelle.
Ein Elektroboiler ist dagegen ein Warmwasserspeicher, der elektrisch betrieben wird. In einem Boiler hältst du eine bestimmte Menge Warmwasser auf Wunschtemperatur. Daher ist die Verwendung eines Boilers dort sinnvoll, wo häufig warmes Wasser benötigt wird. Bei einem Boiler entstehen allerdings Bereitstellungskosten, die nach der Größe des Geräts variieren.

Beide Geräte im direkten Vergleich
| Kriterium | Durchlauferhitzer | Boiler |
|---|---|---|
| Prinzip | erhitzt beim Öffnen der Armatur | speichert Warmwasser auf Wunschtemperatur |
| Bereitstellungskosten | entfallen | ja, je nach Gerätegröße |
| Wartezeit | länger, abhängig von der Leistung | sofort verfügbar |
| Platzbedarf | kompakt | größer, ab 150 Litern deutlich |
| Leistung fürs Vollbad | 18–27 KW | mindestens 18 KW, 50–70 Liter Speicher |
| Passt gut bei | kleinem Bad, wenigen Verbrauchern | häufigem Warmwasserbedarf, mehreren Bewohnern |
Welcher Durchlauferhitzer eignet sich für die Badewanne?

Für das Badezimmer ist ein Modell zu wählen, welches über eine Leistung zwischen 18 und 27 KW verfügt. So ist gewährleistet, dass stets warmes Wasser vorhanden ist. Mit einem solchen Modell können außerdem weitere Zapfstellen in unmittelbarer Nähe mit Warmwasser versorgt werden.
Wichtig ist, dass das Gerät die Wassertemperatur akkurat erwärmt und konstant hält. Es gibt verschiedene Geräte mit unterschiedlichen Zusatzfunktionen, die verschiedenen Ansprüchen und Wünschen gerecht werden. Die Kosten hängen dabei stark vom Komfort ab: Je mehr Komfort das Gerät bietet, desto teurer wird es.
Mein Tipp vor dem Kauf
Achte auf die Energieeffizienzklasse, wenn du ein sparsames Gerät möchtest. Und informiere dich vorher umfassend – Testberichte zu lesen lohnt sich hier wirklich. Wie viel Warmwasser dich ein Vollbad überhaupt kostet, rechnest du am besten einmal mit meinem Badewannen-Wasserkostenrechner durch.
Welcher Boiler eignet sich für die Badewanne?
Wenn die Badewanne mit warmem Wasser versorgt werden soll, sind leistungsstarke Geräte von mindestens 18 KW nötig. Je nach Anzahl der Verbraucher sind unterschiedliche Modelle denkbar. Größere Elektroboiler sind als Stand- oder Wandspeicher erhältlich und haben ein Fassungsvermögen von 150 Litern oder mehr.
Für ein kleines Badezimmer sind größere Elektroboiler weniger geeignet, weil sie viel Platz benötigen. In diesem Fall ist ein Durchlauferhitzer vorzuziehen, weil er kompakter ist. Ein Boiler sollte aber groß genug sein, damit allen Bewohnern warmes Wasser zum Baden zur Verfügung steht. Die richtige Größe hängt von der Anzahl der Verbraucher und den individuellen Nutzungsgewohnheiten ab.
- Zähle durch, wie viele Personen im Haushalt regelmäßig warmes Wasser brauchen.
- Schätze deinen Warmwasserverbrauch grob – eine Warmwasserverbrauch-Tabelle zeigt dir den Durchschnitt im Bad und hilft bei der Auswahl.
- Rechne fürs Vollbad mit einer Speicherkapazität von mindestens 50 bis 70 Litern.
- Wähle das Gerät nicht zu groß: Ein überdimensionierter Speicher verbraucht im Laufe der Verwendung zu viel Energie und wird dadurch kostenintensiver.
Wenn du beim Warmwasser generell sparen willst, findest du in meinem Beitrag Warmwasser und Energie sparen beim Baden neun Hebel mit Soforteffekt.
Mein Fazit
Es gibt kein Gerät, das grundsätzlich besser ist. Kleines Bad und wenige Verbraucher sprechen für den Durchlauferhitzer, häufiger Warmwasserbedarf und mehrere Bewohner für den Boiler. Entscheidend ist in beiden Fällen die Leistung: Unter 18 KW wird ein entspanntes Vollbad schnell zur Geduldsprobe.
Nimm dir vor dem Kauf einmal ehrlich deinen tatsächlichen Verbrauch vor. Das erspart dir ein Gerät, das entweder zu schwach ist oder unnötig Energie verheizt.
Häufige Fragen
Wie viel KW braucht ein Durchlauferhitzer für die Badewanne?
Für das Badezimmer solltest du ein Modell mit 18 bis 27 KW wählen. Damit ist auch die Versorgung weiterer Zapfstellen in unmittelbarer Nähe möglich.
Wie groß muss der Boiler für ein Vollbad sein?
Für ein Vollbad brauchst du ein Gerät mit einer Speicherkapazität von mindestens 50 bis 70 Litern. Größere Modelle mit 150 Litern und mehr lohnen sich erst bei entsprechend vielen Verbrauchern.
Was ist sparsamer – Durchlauferhitzer oder Boiler?
Beim Durchlauferhitzer entfallen die Bereitstellungskosten, weil er das Wasser erst beim Öffnen der Armatur erhitzt. Ein Boiler verursacht dagegen laufende Bereitstellungskosten, die mit der Gerätegröße steigen. Ein zu großer Speicher ist deshalb im Betrieb besonders teuer.
Warum dauert es beim Durchlauferhitzer länger bis warmes Wasser kommt?
Weil das Wasser erst im Moment der Entnahme erhitzt wird. Je geringer die Leistung des Geräts ist, desto länger dauert es, bis warmes Wasser fließt.

