Badewanne raus, Dusche rein: Kaum ein Badumbau wird so oft angefragt, und kaum einer wird so oft unterschätzt. Eine bodengleiche Dusche an der Stelle der alten Wanne ist komfortabel, sicher und sieht großartig aus. Ob sie in deinem Bad aber wirklich bodengleich wird, entscheiden Ablaufhöhe, Gefälle und Bodenaufbau, nicht der Prospekt.
Kurz & knapp
Der Umbau von Badewanne zu Dusche kostet Stand 2026 grob 3.000–6.000 € als Systemlösung mit flacher Duschtasse, 6.000–12.000 € für eine echte bodengleiche Dusche mit Duschrinne im Wannenbereich und 15.000–30.000 € im Rahmen einer Komplettsanierung. Der Wannenbereich ist meist in 2–5 Werktagen fertig. Mit Pflegegrad zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 € Zuschuss.
Ich bin ein bekennender Wannenfan, das ist auf diesem Blog kein Geheimnis. Trotzdem gibt es viele gute Gründe, die Wanne gegen eine Dusche zu tauschen: weniger Stolperkante, mehr Platz, schnelleres Duschen am Morgen. In diesem Ratgeber zeige ich dir, was technisch dahintersteckt, welche Variante zu welchem Bad passt und womit du rechnen musst. Wenn du gleich eine erste Zahl für dein eigenes Projekt willst, hilft dir mein Badsanierung-Kosten-Rechner.
Wanne oder Dusche: Für wen lohnt sich „Badewanne raus, Dusche rein“?
Bevor du Fliesen abschlägst, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf deinen Alltag. Wer die Wanne nur noch als Ablage für Wäschekörbe nutzt, verschenkt Platz. Und wenn der hohe Wannenrand beim Einsteigen Mühe macht, wird die Wanne zur Unfallquelle.
Für den Tausch spricht vor allem:
- Sicherheit und Komfort im Alter: Kein hoher Einstieg, rutschhemmende Fliesen, Platz für Haltegriff und Duschhocker. Eine bodengleiche Dusche ist der Kern jedes barrierearmen Bades.
- Raumgewinn: Eine Glaswand statt einer massiven Wannenschürze lässt kleine Bäder deutlich offener wirken.
- Weniger Putzaufwand: Keine Wannenschürze, keine Silikonfuge rund um den Wannenrand, große Fliesen mit wenigen Fugen.
Gegen den Tausch spricht dagegen:
- Familien mit kleinen Kindern: Kleinkinder badet man nun einmal leichter in der Wanne als unter der Dusche.
- Badegenuss und Gesundheit: Wer Wärme bei Rückenbeschwerden oder als echtes Entspannungsritual schätzt, vermisst die Wanne schnell.
- Wiederverkauf: Gibt es in der Wohnung nur ein einziges Bad, kann eine fehlende Wanne Käufer mit Kindern abschrecken. Warum das so ist und wann es keine Rolle spielt, habe ich im Beitrag zum Einfluss der Badewanne auf den Immobilienwert aufgeschrieben.
Meine Faustregel: Hast du ein zweites Bad oder ein Gäste-WC mit Wanne in Reichweite, oder planst du altersgerecht für die nächsten Jahrzehnte, dann spricht fast alles für die Dusche. Bei nur einem Bad und Familienplanung würde ich eher über eine größere Dusche plus kompakte Wanne nachdenken oder erst einmal mit einem Badewannenaufsatz als Duschwand das Duschen in der Wanne angenehmer machen.
Kann man aus einer Badewanne eine Dusche machen? Die vier Varianten
Ja, auf sehr unterschiedlichen Wegen, mit mehreren Tausend Euro Unterschied.
1. Wannentür oder Wanneneinstieg
Die Wanne bleibt drin, ein Fachbetrieb schneidet einen Teil des Wannenrands heraus und setzt eine wasserdichte Tür oder einen festen, niedrigen Einstieg ein. Das ist die günstigste und schnellste Lösung, oft an einem Tag erledigt. Bodengleich ist das natürlich nicht. Alle Details findest du im Beitrag Badewanne mit Tür: Kosten, Vor- und Nachteile.
2. Wanne-in-Dusche-System (Schnellumbau)
Mehrere Hersteller und Fachbetriebe bieten Komplettpakete an: Wanne raus, eine flache Duschtasse passgenau in die Nische, die beschädigten Wandflächen mit großformatigen Paneelen verkleiden, Duschwand drauf. Die übrigen Fliesen bleiben unangetastet. Das dauert meist ein bis zwei Tage, die Tasse sitzt je nach Ablauf wenige Zentimeter über dem Boden.
3. Flache Duschtasse, bodeneben eingelassen
Hier wird der Boden im Wannenbereich geöffnet, damit eine sehr flache Tasse (ca. 2,5–4 cm) fast oder ganz auf Fliesenniveau sitzt. Das ist ein guter Kompromiss: deutlich weniger Fugen als bei einer gefliesten Dusche, trotzdem nahezu schwellenlos.
4. Geflieste bodengleiche Dusche mit Rinne oder Punktablauf
Die Königsdisziplin. Der Duschbereich bekommt ein eigenes Gefälle, einen neuen Ablauf und eine Abdichtung nach Norm, darauf Fliesen oder eine fugenlose Oberfläche. Wer das Bad ohnehin neu gestaltet, kann statt Fliesen auch über Mikrozement im Bad nachdenken.
Bodengleiche Dusche nachträglich einbauen: Worauf es technisch ankommt
Bei einer Wanne fließt das Wasser durch einen Ablauf, der rund 15 bis 20 Zentimeter über dem Fußboden liegt. Das Abwasserrohr hat also reichlich Höhe, um mit Gefälle zum Fallrohr zu laufen. Bei einer bodengleichen Dusche liegt der Ablauf plötzlich auf Fußbodenniveau oder darunter. Genau diese fehlende Höhe ist der Knackpunkt jedes Umbaus.

Gefälle: 1 bis 2 Prozent
Damit kein Wasser stehen bleibt, braucht die Duschfläche ein Gefälle zum Ablauf. Üblich sind etwa 1 bis 2 Prozent, also 1 bis 2 Zentimeter Höhenunterschied pro Meter. Weniger führt zu Pfützen, mehr fühlt sich schief an. Bei einer Wannennische von 170 Zentimetern Länge und einer Rinne an der Stirnseite sind das schon rund 2 bis 3 Zentimeter, die irgendwo im Bodenaufbau untergebracht werden müssen.
Aufbauhöhe und Ablaufhöhe
Entscheidend ist, wie viel Platz zwischen Rohdecke und fertigem Fußboden zur Verfügung steht. Waagerechte Abläufe brauchen je nach Modell grob 6 bis 10 Zentimeter Einbauhöhe, besonders flache Varianten etwas weniger. Dazu kommt die Abwasserleitung zum Fallrohr, die ebenfalls ein Mindestgefälle von etwa 1 Prozent braucht. Je weiter das Fallrohr entfernt ist, desto mehr Höhe verschlingt die Leitung. Im Altbau mit dünnem Estrich muss der Duschbereich dann oft etwas angehoben werden.
Duschrinne, Punktablauf oder flache Duschtasse?
| Lösung | Gefälle | Stärken | Schwächen |
|---|---|---|---|
| Duschrinne | einseitig zur Rinne | ideal für große Fliesen, wirkt modern, auch als Wandrinne direkt an der Wand möglich | teurer als Punktablauf, braucht sauberes Gefälle über die ganze Länge |
| Punktablauf | trichterförmig aus vier Richtungen | günstig, bewährt, wenig Einbauhöhe bei manchen Modellen | Fliesen müssen schräg geschnitten werden („Briefumschlag“), eher für kleine Formate oder Mosaik |
| Flache Duschtasse | bereits in der Tasse | schnell eingebaut, kaum Fugen, gut zu reinigen, robust | sichtbare Kante, je nach Ablauf leicht erhöht, feste Maße |
| Duschelement (Board) | werkseitig eingearbeitet | leicht, geringe Aufbauhöhe, oft mit integrierter Rinne, befliesbar | muss exakt zum Raum passen, Systempreis höher |
Bodenablauf-Varianten: senkrecht, waagerecht oder mit Pumpe
- Senkrechter Ablauf: Das Wasser geht direkt durch die Decke nach unten. Braucht am wenigsten Aufbauhöhe, setzt aber voraus, dass du unten an die Leitung kommst, also etwa ein Keller oder eine abgehängte Decke darunter. Im Mehrfamilienhaus ist das meist keine Option, weil es die Wohnung darunter betrifft und Brand- und Schallschutz berührt.
- Waagerechter Ablauf: Der Standardfall beim nachträglichen Einbau. Die Leitung läuft im Bodenaufbau zum vorhandenen Anschluss. Funktioniert, wenn Höhe und Gefälle reichen.
- Duschpumpe: Reicht das Gefälle nicht, pumpt eine kleine Hebeanlage das Duschwasser zum Fallrohr. Das macht viele Umbauten überhaupt erst möglich. Nachteile: Strom, ein hörbares Pumpgeräusch und ein Bauteil, das gewartet werden will. Plane dafür grob 400–1.200 € plus Einbau ein und achte auf eine Wartungsöffnung.
Abdichtung nach DIN 18534
Fliesen und Fugen sind nicht wasserdicht. Die eigentliche Dichtung liegt darunter. Für Innenräume regelt das die DIN 18534: Unter den Fliesen kommt eine Verbundabdichtung, in alle Ecken und Wandanschlüsse gehören Dichtbänder, an Rohrdurchführungen Dichtmanschetten und der Ablauf braucht einen passenden Dichtflansch, der in die Abdichtung eingebunden wird. Fehler hier zeigen sich oft erst Jahre später als Wasserschaden in der Decke darunter.
Estrich oder Holzbalkendecke?
Auf einer Betondecke mit Zementestrich wird der Estrich im Duschbereich ausgestemmt, der Ablauf gesetzt und ein neuer Gefälleestrich oder ein Duschelement eingebaut. Schnellestrich oder Systemelemente sparen dabei Wochen an Trocknungszeit. Schwieriger ist die Holzbalkendecke, die in vielen Altbauten und älteren Einfamilienhäusern steckt: Balken dürfen nicht einfach ausgeklinkt werden, die Decke schwingt stärker und die Aufbauhöhe ist knapp. Hier sind leichte, steife Duschelemente mit eingearbeitetem Gefälle und eine besonders flexible Abdichtung das Mittel der Wahl.
Achtung
Lass vor jedem Angebot die Ablaufsituation prüfen: Wo liegt das Fallrohr, wie hoch ist der Bodenaufbau, Beton oder Holz? Diese drei Fragen entscheiden, ob „bodengleich“ wirklich bodengleich wird oder ob du mit einer 2–4 cm hohen Kante, einem Podest oder einer Pumpe planen musst.
Ablauf des Umbaus: So läuft „Wanne raus, Dusche rein“ ab
So läuft ein typischer Teilumbau mit gefliester bodengleicher Dusche ab:
- Planung: Aufmaß, Fallrohr und Bodenaufbau prüfen, Variante festlegen, Förderanträge vor Auftragsvergabe stellen.
- Demontage: Armaturen abbauen, Wannenschürze und Fliesen im Wannenbereich entfernen, Wanne ausbauen und entsorgen.
- Installation: Boden im Duschbereich öffnen, Ablauf oder Rinne setzen, Abwasserleitung mit Gefälle anschließen, Wasserleitungen für die neue Armatur (gern Unterputz mit Thermostat) verlegen. Danach Dichtheitsprüfung.
- Bodenaufbau: Gefälleestrich einbringen oder Duschelement verkleben, Wände ausgleichen.
- Abdichtung: Verbundabdichtung in zwei Lagen auftragen, Dichtbänder in Ecken und Übergängen, Manschetten an Durchführungen, Ablaufflansch einbinden. Trocknungszeit beachten.
- Fliesen oder Oberfläche: Boden und Wände fliesen, rutschhemmende Bodenfliesen wählen, verfugen. Bewegungsfugen mit Silikon schließen.
- Endmontage: Armatur, Kopfbrause, Glaswand und Zubehör montieren, Abnahme mit Probeduschen. Erst danach die Rechnung bezahlen.
Bei einem eingespielten Team ist der Wannenbereich so in 2–5 Werktagen fertig. Systemlösungen mit Duschtasse und Wandpaneelen schaffen oft ein bis zwei Tage. Klassischer Zementestrich verlängert die Bauzeit wegen der Trocknung.
Was kostet „Badewanne raus, Dusche rein“? Die Kosten 2026
Die ehrliche Antwort: Es hängt fast komplett davon ab, wie viel vom Bestand bleibt. Die folgenden Spannen sind Richtwerte inklusive Material, Arbeit und Entsorgung für einen durchschnittlichen Wannenbereich (Stand 2026).
| Variante | Kosten ca. | Dauer | Bodengleich? |
|---|---|---|---|
| Wannentür / Wanneneinstieg | 1.000–3.000 € | meist 1 Tag | nein, Einstieg nur abgesenkt |
| Wanne-in-Dusche-System mit Duschtasse und Wandpaneelen | 3.000–6.000 € | 1–2 Tage | nahezu, je nach Ablauf kleine Kante |
| Teilumbau mit flacher, eingelassener Duschtasse | 4.500–8.000 € | 2–4 Tage | weitgehend |
| Bodengleiche geflieste Dusche mit Rinne im Wannenbereich | 6.000–12.000 € | 3–5 Tage plus Trocknung | ja |
| Komplettsanierung mit bodengleicher Dusche | 15.000–30.000 € und mehr | 2–4 Wochen | ja |
Die größten Kostentreiber
- Abwasser: Liegt das Fallrohr weit weg oder reicht das Gefälle nicht, wird es teuer, ob durch längere Leitungen, Anhebung des Bodens oder eine Duschpumpe.
- Fliesen: Passende Ersatzfliesen für den Altbestand gibt es selten. Dann heißt es: Wand teilweise neu fliesen, mit Paneelen verkleiden oder bewusst einen Kontrast setzen.
- Glaswand: Ein einfaches Standard-Element bekommst du ab etwa 300–500 €, maßgefertigtes Klarglas mit Beschichtung kostet schnell 1.000–2.000 €.
- Überraschungen im Bestand: Morsche Leitungen, feuchter Estrich oder ein vorhandener Wasserschaden unter der Wanne fallen erst beim Öffnen auf. Plane 10–15 % Puffer ein.
Wenn du dein ganzes Bad durchrechnen willst und nicht nur den Wannenbereich, nimm dir ein paar Minuten für meinen Badsanierung-Kosten-Rechner.
Walk-in-Dusche in der Wannennische: Maße, Glaswand und Spritzschutz
Die typische Wannennische misst rund 170 × 75 oder 180 × 80 Zentimeter. Das ist eine fast perfekte Grundfläche für eine Walk-in-Dusche: eine feststehende Glaswand, kein Türflügel, ein offener Einstieg an der Seite.
- Duschfläche: Für eine Walk-in-Dusche sollten es mindestens etwa 90 × 120 cm sein, angenehm wird es ab 100 × 140 cm. Je länger die Fläche, desto besser bleibt das Wasser drin.
- Glaswand: Gängige Breiten liegen zwischen 80 und 140 cm, häufig 90, 100 oder 120 cm. Üblich ist Sicherheitsglas (ESG) mit 8 mm Stärke und etwa 200 cm Höhe, gehalten von einer Stabilisierungsstange zur Wand oder Decke.
- Einstieg: Die Öffnung sollte mindestens 50–60 cm breit sein, damit du bequem hineingehst. In der Wannennische heißt das: 170 cm Länge minus 110–120 cm Glas ergibt einen gut nutzbaren Durchgang.
- Bewegungsfläche: Für eine rollstuhlgerechte Dusche nach DIN 18040-2 sind 150 × 150 cm vorgesehen, für eine barrierefreie Nutzung 120 × 120 cm. Die schmale Wannennische ist also eher „barrierearm“ als „barrierefrei“.
So bleibt das Wasser in der Dusche
- Brause richtig platzieren: Kopfbrause und Armatur an die Stirnwand, die vom Einstieg am weitesten entfernt ist. So spritzt das Wasser vom Ausgang weg.
- Ablauf ans Ende: Eine Wandrinne an der Stirnwand mit Gefälle nach hinten sorgt dafür, dass das Wasser nicht Richtung Badezimmer läuft.
- Glas lang genug wählen: Lieber 10 cm mehr Glas und dafür ein schmalerer Einstieg als ein großzügiger Durchgang, durch den die Brause ins Bad sprüht.
Mehr zur Planung von Haltegriffen, Duschsitz und rutschfesten Oberflächen, ohne dass dein Bad nach Klinik aussieht, findest du im Ratgeber barrierearmes Badezimmer planen.
Förderung und Steuer: Welche Zuschüsse gibt es 2026?
Für den Umbau gibt es mehrere Töpfe. Wichtig für alle: Der Antrag kommt vor dem Auftrag. Wer erst baut und dann fragt, geht meist leer aus.
Pflegekasse: bis zu 4.180 € je Maßnahme
Liegt ein Pflegegrad (1 bis 5) vor, zahlt die Pflegekasse als „wohnumfeldverbessernde Maßnahme“ bis zu 4.180 € Zuschuss (Stand 2026). Wohnen mehrere Pflegebedürftige zusammen, sind bis zu 16.720 € möglich. Mehrere Anpassungen, die zur gleichen Zeit nötig sind, gelten dabei als eine Maßnahme. Ein neuer Zuschuss ist in der Regel erst bei geänderter Pflegesituation möglich. Die aktuellen Regeln beschreibt das Bundesgesundheitsministerium.
KfW 455-B Barrierereduzierung
Der Investitionszuschuss KfW 455-B war 2026 wieder geöffnet: 10 % der förderfähigen Kosten (max. 2.500 € je Wohneinheit) für Einzelmaßnahmen wie den Umbau zur bodengleichen Dusche, 12,5 % (max. 6.250 €) für den Standard „Altersgerechtes Haus“. Die Bundesmittel für 2026 waren allerdings Ende Juli 2026 ausgeschöpft, seitdem gilt ein Antragsstopp. Ob und wann 2027 neue Mittel kommen, war bei Redaktionsschluss offen. Als Alternative bleibt der zinsgünstige Kredit KfW 159 „Altersgerecht Umbauen“.
Stand prüfen
Förderprogramme ändern sich oft kurzfristig. Prüfe vor deinem Antrag den aktuellen Stand direkt bei der KfW, bei deiner Pflegekasse und bei deiner Kommune. Viele Bundesländer und Städte haben eigene Programme für altersgerechtes Wohnen, die kaum jemand kennt.
Steuer: 20 % der Arbeitskosten
Für Handwerkerleistungen in deinem eigenen Haushalt kannst du 20 % der Arbeitskosten direkt von der Steuerschuld abziehen, höchstens 1.200 € pro Jahr (das entspricht 6.000 € Lohnkosten). Material zählt nicht, Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten schon. Voraussetzung sind eine Rechnung mit ausgewiesenem Lohnanteil und eine Überweisung, keine Barzahlung. Kosten, die bereits mit öffentlichen Zuschüssen gefördert werden, kannst du nicht zusätzlich absetzen.
Badewanne gegen Dusche tauschen in der Mietwohnung: Was ist erlaubt?
Vorab: Das ist keine Rechtsberatung, sondern ein Überblick. Für deinen Einzelfall sind Mieterverein oder Fachanwalt die richtigen Adressen.
- Als Mieter brauchst du die Zustimmung: Der Tausch der Wanne ist eine bauliche Veränderung. Ohne schriftliches Einverständnis des Vermieters solltest du nicht umbauen.
- Rückbaupflicht: Ohne andere Vereinbarung kann der Vermieter beim Auszug grundsätzlich verlangen, dass der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt wird. Ein Verzicht darauf gehört schriftlich in die Vereinbarung.
- Anspruch bei Behinderung: Nach § 554 BGB können Mieter verlangen, dass der Vermieter bauliche Veränderungen erlaubt, die dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen dienen. Der Vermieter kann ablehnen, wenn ihm der Umbau auch unter Würdigung der Mieterinteressen nicht zuzumuten ist, und er kann in der Regel eine zusätzliche Sicherheit für den späteren Rückbau verlangen.
- Wenn der Vermieter tauschen will: Umgekehrt kann der Vermieter die Wanne nicht einfach gegen deinen Willen entfernen. Ob ein solcher Tausch als Modernisierung gilt, die du dulden musst, hängt vom Einzelfall ab. Modernisierungen müssen zudem mindestens drei Monate vorher in Textform angekündigt werden.
Mein Fazit
„Badewanne raus, Dusche rein“ ist eine der sinnvollsten Investitionen in ein Bad, das noch viele Jahre funktionieren soll. Der Schlüssel liegt nicht in der Glaswand, sondern im Boden: Ablaufhöhe, Gefälle und eine saubere Abdichtung nach DIN 18534 entscheiden, ob deine bodengleiche Dusche gelingt. Lass das vor Ort prüfen, stelle Förderanträge vor dem Auftrag und hol dir mindestens zwei vergleichbare Angebote. Und wenn du die Wanne doch nicht ganz hergeben willst, sind Wannentür oder Duschaufsatz ehrliche Zwischenlösungen.
Häufige Fragen
Was kostet es, eine Badewanne durch eine Dusche zu ersetzen?
Stand 2026 kostet eine Systemlösung mit flacher Duschtasse und Wandpaneelen etwa 3.000–6.000 €. Eine geflieste bodengleiche Dusche mit Duschrinne im Wannenbereich liegt bei etwa 6.000–12.000 €, im Rahmen einer Komplettsanierung bei 15.000–30.000 € und mehr. Entscheidend sind Ablaufsituation, Fliesen und Glaswand.
Kann man aus einer Badewanne eine Dusche machen, ohne sie auszubauen?
Ja, mit einer Wannentür oder einem festen Wanneneinstieg. Dabei wird ein Teil des Wannenrands herausgeschnitten und abgedichtet, das kostet etwa 1.000–3.000 € und dauert meist einen Tag. Bodengleich wird die Dusche so aber nicht.
Wie lange dauert der Umbau von Badewanne zu Dusche?
Ein Schnellumbau mit Duschtasse und Wandpaneelen ist oft in 1–2 Tagen fertig. Für eine geflieste bodengleiche Dusche im Wannenbereich solltest du typischerweise 2–5 Werktage einplanen, bei klassischem Estrich wegen der Trocknung auch länger.
Kann man eine bodengleiche Dusche nachträglich einbauen?
In den meisten Bädern ja. Entscheidend sind die Höhe des Bodenaufbaus, die Lage des Fallrohrs und ob eine Beton- oder Holzbalkendecke vorliegt. Reicht das Gefälle nicht, helfen flache Abläufe, ein leicht angehobener Duschbereich oder eine Duschpumpe.
Darf ich als Mieter die Badewanne gegen eine Dusche tauschen?
Nur mit Zustimmung des Vermieters, am besten schriftlich mit einer Regelung zu Kosten und Rückbau. Dient der Umbau der Nutzung durch Menschen mit Behinderungen, können Mieter nach § 554 BGB eine Erlaubnis verlangen, sofern der Umbau dem Vermieter zumutbar ist. Im Einzelfall hilft der Mieterverein weiter.
Welche Förderung gibt es für den Umbau zur bodengleichen Dusche?
Mit Pflegegrad zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 € je Maßnahme (Stand 2026). Der KfW-Zuschuss 455-B ist seit Ende Juli 2026 wegen ausgeschöpfter Mittel gestoppt, der Kredit KfW 159 bleibt möglich. Zusätzlich lassen sich 20 % der Arbeitskosten, maximal 1.200 € pro Jahr, steuerlich absetzen.

