Die richtigen Badezimmer-Farben entscheiden darüber, ob dein Bad morgens wie ein Wellness-Raum wirkt oder wie ein grauer Schlauch. Dabei geht es um zwei Fragen, die fast immer vermischt werden: Welcher Farbton passt zu Raum, Licht und Fliesen? Und welche Wandfarbe hält im Feuchtraum, ohne dass nach einem Winter der Schimmel in den Ecken sitzt?
Kurz & knapp
Fürs Bad passen helle, warme Töne wie Weiß, Greige, Sand und Salbeigrün am universellsten, kräftige Farben wie Petrol oder Terrakotta eher als Akzentwand. Technisch ideal ist eine diffusionsoffene Silikat- oder Kalkfarbe (pH über 11, wirkt natürlich gegen Schimmel) oder eine Bad-Spezialfarbe mit Nassabriebklasse 1–2 nach DIN EN 13300. Den Duschbereich nie nur streichen, dort gehören Fliesen oder Paneele hin.
Ich teile den Ratgeber deshalb bewusst in zwei Teile: Erst geht es um Farbwirkung, Trends und Kombinationen mit vorhandenen Fliesen, danach um Farbsorten, Glanzgrad und die Anleitung zum Streichen. Wenn deine alten Fliesen selbst das Problem sind, lohnt sich vorher ein Blick in meinen Beitrag Fliesen streichen, denn Wandfarbe und Fliesenlack spielen im Bad oft zusammen.
Welche Farbe ist am besten fürs Bad?
Die ehrliche Antwort: Es gibt nicht die eine beste Farbe, aber es gibt eine sehr sichere Richtung. Helle, leicht warme Töne funktionieren in neun von zehn Bädern. Sie reflektieren das wenige Licht, das viele Bäder haben, lassen die Haut im Spiegel gesund aussehen und vertragen sich mit fast jeder Fliese. Kühles Reinweiß, Grau mit Blaustich oder grelles Grün wirken dagegen schnell klinisch, vor allem unter LED-Licht.
Bei mir hat sich eine einfache Faustregel bewährt, wenn ich einen Farbton fürs Bad aussuche:
- Erst die Fixpunkte anschauen: Fliesen, Wanne, Armaturen und Möbel bleiben meist. Die Wandfarbe muss zu ihnen passen, nicht umgekehrt.
- Dann das Licht prüfen: Fenster nach Norden, kein Fenster oder nur eine Deckenleuchte? Dann eher warme, helle Töne. Viel Südlicht verträgt auch kühlere oder dunklere Farben.
- Zuletzt die Stimmung festlegen: Soll das Bad morgens wach machen (frische Grün- und Blautöne) oder abends entspannen (Sand, Greige, Terrakotta)?
Mindestens genauso wichtig wie der Farbton ist die Technik. Eine schöne Farbe nützt nichts, wenn sie nach zwei Jahren grau-schwarze Punkte über der Wanne zeigt. Darum geht es ab dem Abschnitt Wandfarbe für Feuchträume.
Badezimmer-Farben und ihre Wirkung im Überblick
Farben wirken nicht nur auf die Optik, sondern auch auf das Raumgefühl: Helle Töne weiten, dunkle Töne holen Wände optisch heran, warme Töne machen gemütlich, kühle wirken frisch und sauber. Die folgende Tabelle ist meine Arbeitsgrundlage, wenn mich jemand fragt, welche Farbe ins Badezimmer passt.
| Farbe | Wirkung | Passt zu | Mein Tipp |
|---|---|---|---|
| Weiß / gebrochenes Weiß | hell, sauber, weitet den Raum | jedem Bad, besonders kleinen und fensterlosen | Lieber Altweiß oder Cremeweiß statt Reinweiß, sonst wirkt es schnell steril. |
| Greige / Sand / Beige | warm, ruhig, hochwertig | Holz, Messing, alten beigen Fliesen, Naturstein | Der sicherste Trendton. Verzeiht Kalkspritzer und kleine Macken besser als Weiß. |
| Salbei / Grüntöne | natürlich, entspannend, frisch | weißen Fliesen, Holz, Pflanzen, Schwarz-Armaturen | Gedeckte, leicht graue Grüns wählen. Knallgrün wirkt im Spiegel unvorteilhaft. |
| Blau / Petrol | klar, kühl, elegant, „Wasser“-Gefühl | weißen Sanitärobjekten, Messing, Marmoroptik | Als Akzentwand oder im größeren Bad mit Fenster. In dunklen Bädern nur mit warmem Licht. |
| Terrakotta / Erdtöne | warm, mediterran, geborgen | Weiß, Sand, Rattan, Naturholz | Wunderbar hinter der Wanne oder als halbhohe Wand. Großflächig nur im großen Bad. |
| Anthrazit / Schwarz | dramatisch, modern, hotelartig | großen Bädern, weißen Objekten, viel Licht | Nur mit guter Beleuchtung und matter, scheuerfester Farbe. Zeigt Kalk und Spritzer sofort. |
| Pastell (Rosa, Mint, Hellblau) | leicht, verspielt, freundlich | Gäste-WC, Kinderbad, Retro-Fliesen | Stark entsättigte Pastelltöne wirken erwachsener als Bonbonfarben. |
| Gelb | sonnig, aktivierend, warm | fensterlosen Bädern, Weiß und Grau | Nur als gedecktes Senf- oder Vanillegelb. Zitronengelb färbt unter Licht die Haut fahl. |
Ein Hinweis aus der Praxis: Im Bad siehst du dich jeden Tag im Spiegel. Farbtöne direkt hinter und neben dem Spiegel werfen Licht auf dein Gesicht zurück. Grün- und Blautöne mit viel Sättigung lassen die Haut dort schnell blass aussehen, warme Neutraltöne schmeicheln. Kräftige Farben setze ich deshalb lieber auf die Wand gegenüber oder hinter die Wanne.
Badezimmer-Farbtrends 2026 und was nicht mehr angesagt ist
Die Farbtrends fürs Bad haben sich in den letzten Jahren deutlich in Richtung Natur bewegt. Statt kühlem Grau-Weiß-Look geht es 2026 um Wärme, gedeckte Töne und Materialien wie Holz, Stein und Leinen.
Diese Badfarben sind 2026 im Trend
- Salbei und gedeckte Grüntöne: Der wohl beliebteste Badtrend. Salbei, Olive und Eukalyptus wirken ruhig und passen perfekt zu weißen Fliesen und Pflanzen. Wie du das Grün mit echten Pflanzen verlängerst, zeige ich in meinem Beitrag Badezimmer-Pflanzen.
- Warme Erdtöne: Terrakotta, Sand, Lehm und Ocker bringen mediterranes Flair. Besonders schön als halbhohe Wand oder Nische.
- Greige und Off-White: Die Mischung aus Grau und Beige ist der ruhige Dauerbrenner, oft unter dem Stichwort „Quiet Luxury“.
- Tiefes Blau und Petrol: Für Mutige, gern als Akzentwand mit Messing- oder Schwarz-Armaturen.
- Weiß mit Holz: Ein klassischer heller Raum, der durch Holzwaschtisch, Holzregal oder Bambusmatte warm wird. Zeitlos und mietwohnungstauglich.
- Entsättigte Pastelltöne: Puderrosa, Lavendel und Mint, aber gedämpft und nicht kindlich.
Was ist im Bad 2026 nicht mehr angesagt?
- Kühles Hellgrau überall: Der Grau-in-Grau-Look der 2010er wirkt heute kalt und austauschbar.
- Reinweiß mit Chrom ohne jede Wärme: Sauber, aber steril, eher Praxis als Wohlfühlbad.
- Grelle Signalfarben: Knallorange, Limette oder Pink auf allen Wänden sind kaum noch zu sehen.
- Bordüren und Wischtechnik: Schwamm-Optik, Stuck-Effekte und Fliesenbordüren mit Muscheln gelten als klar veraltet.
- Hochglanz-Wandfarbe: Zeigt jede Unebenheit und spiegelt Licht unruhig. Heute dominieren matte und seidenmatte Oberflächen.
Trends sind aber nur eine Orientierung. Ein Bad streichst du nicht jedes Jahr neu. Wenn du unsicher bist, wähl einen ruhigen Grundton für die Fläche und setz Trendfarben über Handtücher, Accessoires oder eine einzelne Wand, die du in einer Stunde neu überstreichen kannst.

Kleines, dunkles Bad oder großes Bad: Farben richtig einsetzen
Kleines oder fensterloses Bad
Im kleinen Bad ist Licht die knappste Ressource. Helle Farben mit einem hohen Hellbezugswert (der Wert gibt an, wie viel Licht eine Farbe zurückwirft, Weiß liegt bei rund 85–90) lassen den Raum größer wirken. Gut funktionieren gebrochenes Weiß, helles Sand, ein sehr helles Salbei oder zartes Greige.
- Decke heller als die Wände: So wirkt der Raum höher. Eine dunkle Decke drückt im kleinen Bad sofort.
- Ton in Ton arbeiten: Wand und Fliesen in ähnlicher Helligkeit lassen Kanten verschwinden, der Raum wirkt ruhiger und größer.
- Eine Akzentwand ist erlaubt: Eine dunklere Wand am Ende eines schmalen Schlauchbads holt diese optisch heran und macht den Raum quadratischer.
- Warm statt kühl: Ohne Fenster wirken kühle Töne unter Kunstlicht schnell grau und trist.
Weitere Kniffe für wenig Fläche, von Spiegeln bis Möbelhöhe, habe ich in meinem Ratgeber Kleines Bad gestalten gesammelt.
Großes Bad mit Fenster
Im großen Bad darfst du mehr wagen. Dunkle Töne wie Petrol, Waldgrün oder Anthrazit wirken hier edel statt erdrückend, vor allem in Kombination mit einer freistehenden Wanne und viel Tageslicht. Achte darauf, dass das Bad nicht in einzelne Farbinseln zerfällt: Maximal zwei Hauptfarben plus ein Material wie Holz oder Stein reichen völlig.
Wandfarbe mit alten Fliesen kombinieren
Die meisten Bäder in Deutschland haben Fliesen, die nicht neu sind, aber auch nicht raus sollen. Typisch: Beige, Braun, Lachsrosa oder Marmoroptik aus den 80er- und 90er-Jahren, oft halbhoch gefliest. Die Wandfarbe darüber kann diese Fliesen entweder betonen oder beruhigen.
| Vorhandene Fliese | Passende Wandfarbe | Lieber vermeiden |
|---|---|---|
| Weiß | praktisch alles: Salbei, Petrol, Terrakotta, Greige | Reinweiß, wirkt dann wie ein Labor |
| Beige / Creme | warmes Weiß, Sand, Olivgrün, Terrakotta | kühles Grau, Eisblau |
| Braun / Marmor in Brauntönen | Cremeweiß, helles Leinen, gedecktes Salbei | reines Weiß (Kontrast zu hart), Gelb |
| Rosa / Lachs | Weiß mit Wärme, Greige, gedämpftes Grün | Pink, Rot, kühles Blau |
| Grau / Anthrazit | Weiß, Greige, Petrol, Senf als Akzent | Beige mit Gelbstich |
| Blau / Türkis (Retro) | Weiß, helles Sand | weitere Blautöne, Grün |
Mein wichtigster Tipp: Nimm eine Fliese oder ein Foto davon mit in den Baumarkt und lass dir den Farbton daneben zeigen. Beige ist nicht gleich Beige, manche Fliesen haben einen Gelb-, andere einen Rosastich. Die Wandfarbe sollte denselben Unterton haben. Wenn die Fliesen dir gar nicht mehr gefallen, kannst du sie lackieren oder mit Paneelen überdecken, statt sie mit der Wandfarbe „wegzukaschieren“.
Licht und Kelvin: Warum dieselbe Farbe anders aussieht
Viele wundern sich, warum das schöne Salbeigrün aus dem Farbfächer an der Wand plötzlich grau oder gelblich aussieht. Der Grund ist fast immer das Licht. Die Lichtfarbe wird in Kelvin gemessen:
- Warmweiß (2.700–3.000 K): Lässt Beige, Terrakotta und Holz leuchten, macht Blau und Grau etwas stumpfer und Weiß leicht gelblich.
- Neutralweiß (3.500–4.000 K): Zeigt Farben am natürlichsten, gut am Spiegel zum Schminken und Rasieren.
- Tageslichtweiß (über 5.000 K): Lässt Blau- und Grüntöne frisch wirken, warme Töne dagegen kühl. Wirkt im Bad abends schnell ungemütlich.
Zusätzlich zählt der Farbwiedergabeindex (CRI oder Ra). Leuchtmittel mit Ra 90 oder mehr zeigen Farben deutlich echter als billige LEDs mit Ra 80. Teste Farbmuster deshalb immer morgens, mittags und abends bei eingeschaltetem Kunstlicht. Wie du Licht im Bad in Zonen planst und welche Kelvin-Werte wo passen, erkläre ich ausführlich in Bad-Licht richtig planen.
Welche Wandfarbe für Feuchträume?
Jetzt zum technischen Teil. Im Bad steigt die Luftfeuchtigkeit beim Duschen kurzzeitig auf 90 Prozent und mehr, Wasserdampf schlägt sich an kühlen Wänden nieder. Eine gute Badfarbe muss deshalb drei Dinge können: Feuchtigkeit puffern, Schimmel keinen Nährboden bieten und abwischbar sein.
| Farbart | Eigenschaften | Pro | Contra |
|---|---|---|---|
| Silikatfarbe / Dispersionssilikatfarbe | mineralisch, stark alkalisch (pH ca. 11), sehr diffusionsoffen | natürlich schimmelhemmend, nimmt Feuchte auf und gibt sie wieder ab, ohne Biozide erhältlich | haftet am besten auf mineralischem Putz, auf alter Dispersionsfarbe nur als Dispersionssilikat |
| Kalkfarbe | mineralisch, sehr alkalisch (pH ca. 12–13), atmungsaktiv | ökologisch, wirkt schimmelhemmend, schöne matte Optik | weniger abriebfest, färbt teils ab, nur auf mineralischem Untergrund, wenig Farbauswahl |
| Bad- / Feuchtraumfarbe (meist Dispersion mit Zusätzen) | scheuerbeständig, mit Konservierung oder fungiziden Wirkstoffen | einfach zu verarbeiten, haftet auf fast jedem Untergrund, sofort schimmelhemmend | Wirkstoffe können sich mit der Zeit auswaschen, für Allergiker und Kinderbäder kritisch |
| Normale Dispersionsfarbe | Kunstharzbindung, mäßig diffusionsoffen | günstig, große Farbauswahl | im Bad nur bei guter Lüftung und Klasse 1–2 sinnvoll, sonst schimmelanfällig |
| Latexfarbe | sehr dichter, oft glänzender Film | extrem abwaschbar und robust | kaum diffusionsoffen, kann Feuchte in der Wand einschließen, Glanz zeigt jede Unebenheit |
Meine Empfehlung für die meisten Bäder: Dispersionssilikatfarbe in Nassabriebklasse 1 oder 2. Sie verbindet die Diffusionsoffenheit und den hohen pH-Wert der Silikatfarbe mit der guten Verarbeitbarkeit einer Dispersionsfarbe. Wer auf Wirkstoffe verzichten will, greift zu Kalk- oder reiner Silikatfarbe, muss dann aber einen mineralischen Untergrund haben.
Warum keine Latexfarbe im Bad?
„Latexfarbe ist abwaschbar, also perfekt fürs Bad“ – das hört man oft, und es stimmt nur halb. Klassische Latexfarbe bildet einen sehr dichten, fast plastikartigen Film. Wasser perlt außen ab, aber Feuchtigkeit, die sich in der Wand befindet oder hinter den Film gelangt, kann kaum wieder entweichen. Die Folge können Blasen, Abplatzungen und Schimmel unter dem Anstrich sein.
Differenziert betrachtet: Heute verkaufte „Latexfarben“ enthalten meist gar keinen Naturlatex mehr, sondern sind besonders dichte Dispersionsfarben, und es gibt Bad-Speziallatex mit besserer Diffusion. Im Spritzwasserbereich außerhalb der Dusche, etwa hinter dem Waschbecken oder in einer Toilettennische, kann so eine Farbe bedingt sinnvoll sein. Für ganze Wände und Decken im Bad bleibt eine diffusionsoffene Farbe die bessere Wahl.
Glanzgrad und Nassabriebklasse richtig wählen
Die europäische Norm DIN EN 13300 teilt Innenfarben in Klassen ein. Für dein Bad sind zwei Angaben auf dem Eimer wichtig:
- Nassabriebklasse 1 oder 2: Klasse 1 bedeutet weniger als 5 µm Schichtabtrag nach 200 Scheuerzyklen, Klasse 2 zwischen 5 und 20 µm. Beides heißt: Die Wand lässt sich feucht abwischen, ohne dass die Farbe leidet. Klasse 3 ist im Bad die Untergrenze, Klasse 4 und 5 sind ungeeignet.
- Glanzgrad matt bis seidenmatt: Matte Farben kaschieren Unebenheiten und wirken modern. Seidenmatte oder seidenglänzende Farben sind etwas leichter zu reinigen und eignen sich hinter Waschbecken und WC. Hochglanz brauchst du an Badwänden nicht.
- Deckvermögen Klasse 1 oder 2: Spart dir bei Farbwechseln einen dritten Anstrich.
Achtung: Duschbereich nie nur streichen
Keine Wandfarbe, auch keine Bad- oder Latexfarbe, ist für dauernass beanspruchte Flächen gemacht. In der Dusche und an der Wand über der Wanne mit Brause brauchst du eine echte Abdichtung plus Fliesen, Duschrückwände oder Paneele. Welche fugenlosen Lösungen es gibt, zeige ich in Bad ohne Fliesen. Sollen nur die vorhandenen Fliesen eine neue Farbe bekommen, ist Fliesenlack das richtige Material, nicht Wandfarbe.
Badezimmer streichen: Schritt für Schritt
Ein durchschnittliches Bad mit 6–8 m² Grundfläche hat je nach Fliesenhöhe etwa 15–25 m² zu streichende Wand- und Deckenfläche. Mit Vorbereitung und Trockenzeiten solltest du ein Wochenende einplanen. Material kostet je nach Farbart grob 60–150 € (Stand 2026), ein Malerbetrieb nimmt für ein kleines Bad meist ca. 300–700 €, je nach Region und Zustand der Wände.
- Schimmel zuerst beseitigen: Befallene Stellen mit 70-prozentigem Alkohol oder einem Schimmelentferner behandeln, gut trocknen lassen. Über Schimmel einfach drüberstreichen bringt nichts, er kommt durch. Großflächiger Befall gehört in Fachhände.
- Wände prüfen und reinigen: Fettige Stellen und Seifenreste mit Spülwasser abwaschen. Wischtest machen: Färbt die alte Farbe stark ab, muss sie runter oder grundiert werden. Löcher und Risse spachteln und nach dem Trocknen glatt schleifen.
- Tiefgrund auftragen: Auf saugenden oder sandenden Untergründen eine zum System passende Grundierung verwenden, bei Silikatfarbe eine Silikatgrundierung, bei Dispersion Tiefgrund. Mindestens 12 Stunden trocknen lassen.
- Abkleben und abdecken: Fliesenkanten, Armaturen, Spiegel und Silikonfugen mit Malerkrepp schützen, Wanne und Boden mit Folie oder Malervlies abdecken. Lose Teile wie Lichtschalterrahmen abschrauben, vorher die Sicherung ausschalten.
- Erster Anstrich: Ecken und Kanten mit dem Pinsel vorstreichen, dann mit der Rolle im Kreuzgang Bahn für Bahn nass in nass arbeiten. Die Decke zuerst, dann die Wände.
- Zweiter Anstrich: Nach der vom Hersteller angegebenen Zeit, meist 6–12 Stunden, den zweiten Anstrich auftragen. Erst so entsteht die volle Deckkraft und Scheuerbeständigkeit.
- Klebeband abziehen und trocknen lassen: Krepp abziehen, solange die Farbe noch leicht feucht ist. Danach das Bad mindestens 24 Stunden, besser 2–3 Tage, nicht zum Duschen nutzen.
- Richtig lüften: Während und nach dem Streichen Fenster öffnen oder Lüfter laufen lassen, aber keine Zugluft bei Frost. Nach der Trocknung gilt wieder: nach jedem Duschen lüften.
Tipp aus der Praxis
Streich nie direkt nach dem Duschen. Wenn die Wände noch feucht sind, haftet die Farbe schlechter und trocknet fleckig. Am besten am Vortag zum letzten Mal duschen, über Nacht lüften und morgens loslegen. Die Raumtemperatur sollte bei mindestens 8–10 °C liegen, ideal sind 15–20 °C.
Eine gute Farbe allein verhindert Schimmel aber nicht dauerhaft. Entscheidend ist, wie du nach dem Duschen lüftest und heizt. Die wichtigsten Regeln dazu findest du in meinem Beitrag Schimmel im Bad vorbeugen.
Bad streichen in der Mietwohnung
Während der Mietzeit darfst du dein Bad grundsätzlich in der Farbe streichen, die dir gefällt. Spannend wird es beim Auszug. Der Bundesgerichtshof hat 2013 entschieden, dass Mieter, die eine Wohnung mit hell gestrichenen Wänden übernommen haben, kräftige oder ungewöhnliche Farben beim Auszug wieder in neutrale, helle Töne zurückversetzen müssen (Az. VIII ZR 416/12). Andernfalls kann der Vermieter Schadensersatz verlangen.
Mietwohnung: Rückgabe in hellen Farben?
Als Faustregel gilt: Zarte, helle Töne wie Cremeweiß, helles Sand oder ein sehr blasses Salbei sind bei der Rückgabe meist unproblematisch. Petrol, Terrakotta, Anthrazit oder eine dunkle Akzentwand solltest du vor dem Auszug wieder hell überstreichen und dafür ein bis zwei Anstriche einplanen. Was genau gilt, hängt von deinem Mietvertrag ab. Bei Fliesen, Fliesenlack oder fest verklebten Paneelen brauchst du ohnehin vorher die Zustimmung des Vermieters.
Mein Fazit
Die beste Badezimmer-Farbe ist eine, die zu deinen Fliesen, deinem Licht und deinem Alltag passt. Helle, warme Töne wie Greige, Sand und Salbei sind der sicherste Weg, kräftige Farben wie Petrol und Terrakotta wirken als Akzentwand am stärksten. Technisch setze ich auf diffusionsoffene Dispersionssilikat- oder Kalkfarbe in Nassabriebklasse 1–2, matt oder seidenmatt, und streiche niemals den Duschbereich. Wenn die alten Fliesen der eigentliche Störfaktor sind, ist Fliesenlack der logische nächste Schritt.
Häufige Fragen
Welche Farbe ist am besten fürs Bad?
Optisch passen helle, warme Töne wie gebrochenes Weiß, Greige, Sand und Salbeigrün in fast jedes Bad. Technisch ist eine diffusionsoffene Silikat-, Dispersionssilikat- oder Kalkfarbe mit Nassabriebklasse 1 oder 2 nach DIN EN 13300 am besten, weil sie Feuchtigkeit puffert und durch ihren hohen pH-Wert Schimmel hemmt.
Welche Badfarben sind 2026 im Trend?
Im Trend liegen Salbei und gedeckte Grüntöne, warme Erdtöne wie Terrakotta und Sand, Greige und Off-White, tiefes Blau und Petrol als Akzent sowie Weiß in Kombination mit viel Holz. Auch stark entsättigte Pastelltöne sind beliebt.
Warum sollte man keine Latexfarbe im Bad verwenden?
Klassische Latexfarbe bildet einen sehr dichten Film, der kaum diffusionsoffen ist. Feuchtigkeit in der Wand kann dadurch eingeschlossen werden, was Blasen, Abplatzungen und Schimmel begünstigt. Spezielle Bad-Latexfarben mit besserer Diffusion sind im Spritzwasserbereich außerhalb der Dusche bedingt geeignet, für ganze Wände ist diffusionsoffene Farbe besser.
Was ist im Bad 2026 nicht mehr angesagt?
Kühles Hellgrau auf allen Flächen, steriles Reinweiß mit Chrom, grelle Signalfarben, Wischtechnik und Bordüren sowie Hochglanz-Wandfarben gelten als veraltet. Gefragt sind warme, matte und natürliche Oberflächen.
Kann man normale Wandfarbe im Bad verwenden?
In gut belüfteten Bädern mit Fenster geht normale Dispersionsfarbe, wenn sie mindestens Nassabriebklasse 2 hat und außerhalb von Spritzwasserbereichen eingesetzt wird. In fensterlosen oder stark genutzten Bädern ist Silikat-, Kalk- oder Badfarbe die sicherere Wahl.
Welche Farbe lässt ein kleines Bad größer wirken?
Helle Farben mit hohem Hellbezugswert wie Cremeweiß, helles Sand oder sehr helles Salbei lassen kleine Bäder größer wirken. Die Decke sollte heller sein als die Wände, und Wand und Fliesen in ähnlicher Helligkeit lassen Kanten optisch verschwinden.
Muss ich das Bad in der Mietwohnung beim Auszug weiß streichen?
Wenn du die Wohnung mit hellen Wänden übernommen hast, musst du kräftige oder ungewöhnliche Farben beim Auszug in der Regel wieder in neutrale, helle Töne überstreichen. Das hat der Bundesgerichtshof 2013 entschieden. Zarte, helle Farbtöne sind meist unproblematisch.

