Badezimmer-Pflanzen machen aus einem gefliesten Nassraum in wenigen Minuten einen Ort, an dem du gern länger in der Wanne liegst. Damit das Grün nicht nach drei Wochen gelb wird, brauchst du aber die richtigen Arten: Pflanzen, die Feuchtigkeit lieben, mit wenig Licht auskommen und Temperaturschwankungen wegstecken. Hier sind meine 15 Favoriten, inklusive ehrlicher Antwort auf die Frage, ob Pflanzen wirklich gegen Feuchtigkeit und Schimmel helfen.
Kurz & knapp
Fürs Bad eignen sich tropische Pflanzen, die 50–70 % Luftfeuchte mögen: Schwertfarn, Grünlilie, Efeutute, Einblatt, Calathea, Orchidee, Tillandsien und Bubikopf. Für dunkle Bäder sind Glücksfeder, Bogenhanf und Efeutute am robustesten. Ganz ohne Fenster überlebt keine Pflanze dauerhaft, dann brauchst du eine LED-Pflanzenlampe mit 10–12 Stunden Licht täglich. Gegen Schimmel helfen Pflanzen nicht, sie geben sogar Wasser an die Raumluft ab.
Vorab ein ehrlicher Satz: Pflanzen sind Deko mit Wohlfühlfaktor, kein Luftentfeuchter. Wenn dein Bad schon jetzt mit Feuchtigkeit kämpft, solltest du zuerst das Lüften in den Griff bekommen. Wie das ohne großen Aufwand klappt, habe ich in meinem Beitrag Schimmel im Bad vorbeugen: Lüften, Heizen, Lüfter zusammengefasst. Danach dürfen die Pflanzen einziehen, und zwar mit gutem Gewissen.
Welche Pflanzen eignen sich fürs Bad?
Das Badezimmer ist für Zimmerpflanzen ein Sonderfall. Morgens und abends steigt die Luftfeuchte nach dem Duschen kurz auf 80–100 %, danach fällt sie beim Lüften wieder deutlich ab. Dazu kommen wechselnde Temperaturen, oft wenig Tageslicht und im Winter kalte Luft, wenn das Fenster zum Stoßlüften aufgeht. Pflanzen aus trockenen Wohnzimmern kommen damit oft nicht klar, Arten aus tropischen Wäldern dagegen fühlen sich wie zu Hause.
Wenn ich eine Pflanze fürs Bad auswähle, prüfe ich vier Punkte:
- Licht: Wie hell ist es wirklich? Ein Nordfenster mit Milchglas liefert nur einen Bruchteil des Lichts, das ein Südfenster im Wohnzimmer hat. Viele Bäder sind für Pflanzen eher „halbschattig bis schattig“.
- Luftfeuchte: Farne, Calathea, Bubikopf und Tillandsien lieben 60 % und mehr. Sukkulenten wie Aloe vera mögen es lieber trocken und sind nur in hellen, gut gelüfteten Bädern eine Option.
- Temperatur: Die meisten tropischen Badpflanzen wollen nicht unter 15–16 °C fallen. Ein Bad, das im Winter kaum geheizt wird, ist für sie ungeeignet.
- Platz und Haustiere: Eine Monstera braucht Raum, eine Tillandsie passt auf jede Ablage. Und wenn Katze oder Hund mit im Haushalt leben, ist die Giftigkeit mindestens genauso wichtig wie das Aussehen.
Grob gilt: Je weniger Licht dein Bad hat, desto mehr solltest du zu robusten Schattenkünstlern wie Glücksfeder, Bogenhanf oder Efeutute greifen. Je heller und feuchter, desto mehr Auswahl hast du, bis hin zu Farnen und Orchideen.
Badezimmer-Pflanzen im Überblick: die große Tabelle
Hier siehst du alle 15 Pflanzen auf einen Blick. Die Angaben zur Giftigkeit orientieren sich an der Pflanzenliste der US-Tierschutzorganisation ASPCA und an gängigen Angaben zu den Inhaltsstoffen. Wo die Lage nicht eindeutig ist, habe ich vorsichtshalber „giftig“ eingetragen.
| Pflanze (botanischer Name) | Licht | Luftfeuchte | Pflege | Giftig für Katzen/Hunde? |
|---|---|---|---|---|
| Schwertfarn (Nephrolepis exaltata) | hell bis halbschattig, keine Sonne | hoch | mittel | ungiftig |
| Grünlilie (Chlorophytum comosum) | hell bis halbschattig | mittel bis hoch | sehr leicht | ungiftig |
| Efeutute (Epipremnum aureum) | halbschattig, verträgt wenig Licht | mittel bis hoch | sehr leicht | giftig |
| Bogenhanf (Sansevieria trifasciata, heute Dracaena trifasciata) | schattig bis sonnig | gering bis mittel | sehr leicht | giftig (leicht) |
| Glücksfeder (Zamioculcas zamiifolia) | schattig bis hell | gering bis mittel | sehr leicht | giftig / Vorsicht |
| Einblatt (Spathiphyllum wallisii) | halbschattig | hoch | leicht | giftig |
| Korbmarante (Calathea, heute Goeppertia) | halbschattig, keine Sonne | hoch | anspruchsvoll | ungiftig |
| Monstera (Monstera deliciosa) | hell, keine pralle Sonne | mittel bis hoch | leicht, braucht Platz | giftig |
| Orchidee (Phalaenopsis) | hell, keine Mittagssonne | mittel bis hoch | mittel | ungiftig |
| Tillandsien (Tillandsia spp.) | hell | hoch | leicht | gilt als ungiftig |
| Glücksbambus (Dracaena sanderiana) | halbschattig | mittel | sehr leicht | giftig |
| Aloe vera (Aloe barbadensis) | sehr hell bis sonnig | gering | leicht, nur helle Bäder | giftig |
| Kletterphilodendron (Philodendron scandens / hederaceum) | halbschattig, verträgt wenig Licht | mittel bis hoch | sehr leicht | giftig |
| Zierspargel (Asparagus setaceus / densiflorus) | hell bis halbschattig | mittel bis hoch | mittel | giftig |
| Bubikopf (Soleirolia soleirolii) | hell bis halbschattig | hoch | mittel, nie austrocknen lassen | ungiftig |
Achtung bei Haustieren und Kindern
„Giftig“ heißt bei den meisten dieser Pflanzen: Reizung von Maul und Schleimhäuten, Speicheln, Erbrechen oder Durchfall, meist durch Calciumoxalat-Kristalle oder Saponine. Lebensbedrohlich ist das selten, unangenehm aber immer. Stell giftige Arten in Hängeampeln oder hohe Regale, und frag bei Symptomen sofort in der Tierarztpraxis nach. Wenn kleine Kinder im Haus sind, gilt dasselbe.
15 Pflanzen fürs Bad im Steckbrief
Zu jeder Pflanze aus der Tabelle bekommst du hier die wichtigsten Infos in Kurzform: wofür sie sich eignet und worauf du achten musst.
1. Schwertfarn (Nephrolepis exaltata)
Der Klassiker unter den Badpflanzen und für mich die schönste Wahl für eine Hängeampel. Der Schwertfarn liebt hohe Luftfeuchte und gleichmäßig feuchte Erde, reagiert auf trockene Heizungsluft aber schnell mit braunen Wedeln. Im Bad mit Fenster ist er in seinem Element, Staunässe im Übertopf verträgt er trotzdem nicht.
2. Grünlilie (Chlorophytum comosum)
Fast unkaputtbar, wächst schnell und bildet Ableger, die du einfach in neue Töpfe setzen kannst. Die Grünlilie kommt mit hellem bis halbschattigem Licht klar und verzeiht auch mal einen vergessenen Gießtermin. Sie gilt als ungiftig für Katzen und Hunde, Katzen knabbern trotzdem gern an den Blättern.
3. Efeutute (Epipremnum aureum)
Wenn du nur eine Pflanze für ein eher dunkles Bad suchst, nimm die Efeutute. Sie rankt von Regalen und Schränken herab, kommt mit wenig Licht zurecht und freut sich über die feuchte Luft. Für Haustiere ist sie allerdings giftig, also lieber hoch hängen.
4. Bogenhanf (Sansevieria / Dracaena trifasciata)
Der Bogenhanf steht fast überall, vom dunklen Eck bis zur sonnigen Fensterbank. Er speichert Wasser in den Blättern und will nur alle drei bis vier Wochen gegossen werden. Hohe Luftfeuchte stört ihn nicht, nasse Erde dagegen schon: Im Bad ist zu viel Gießen sein größter Feind.
5. Glücksfeder (Zamioculcas zamiifolia)
Die Glücksfeder ist mein Tipp für Bäder mit kleinem Fenster oder Lichtschacht. Sie speichert Wasser in ihren Rhizomen, wächst langsam und sieht mit ihren glänzenden Blättern immer aufgeräumt aus. Alle Pflanzenteile enthalten Calciumoxalat, deshalb steht sie bei mir unter „Vorsicht“.

6. Einblatt (Spathiphyllum wallisii)
Das Einblatt zeigt dir selbst, wann es Wasser braucht: Die Blätter hängen schlaff herunter und richten sich nach dem Gießen innerhalb weniger Stunden wieder auf. Es mag Halbschatten und hohe Luftfeuchte und bildet auch in mäßig hellen Bädern seine weißen Hochblätter. Für Tiere ist es giftig.
7. Korbmarante (Calathea / Goeppertia)
Calatheen haben spektakulär gemusterte Blätter, die sich abends aufstellen. Sie sind aber Diven: Sie brauchen hohe Luftfeuchte, gleichmäßige Wärme und kalkarmes Wasser, sonst bekommen sie braune Blattränder. Im Bad finden sie oft bessere Bedingungen als im Wohnzimmer, und sie sind für Haustiere ungiftig.
8. Monstera (Monstera deliciosa)
Die Monstera ist eine Pflanze für große Bäder mit gutem Licht, zum Beispiel neben einer freistehenden Wanne. Sie wird schnell einen Meter breit und höher. Die Luftfeuchte im Bad tut ihr gut, pralle Sonne und Zugluft mag sie nicht. Für Katzen und Hunde ist sie giftig.
9. Orchidee (Phalaenopsis)
Die Schmetterlingsorchidee wächst in der Natur auf Bäumen im feuchten Tropenwald und kommt deshalb gut mit Badluft klar. Sie braucht helles Licht ohne Mittagssonne, und am besten wird sie einmal pro Woche für zehn Minuten in zimmerwarmes, kalkarmes Wasser getaucht und dann gut abgetropft. Für Haustiere gilt sie als ungiftig.
10. Tillandsien (Tillandsia)
Die „Luftpflanzen“ brauchen keine Erde, sie nehmen Wasser über feine Saugschuppen an den Blättern auf. Du kannst sie auf Treibholz, in Glaskugeln oder auf die Fensterbank legen. Im Bad musst du sie seltener besprühen als anderswo, ein heller Platz ist aber Pflicht, und nach dem Tauchen sollten sie gut abtrocknen.
11. Glücksbambus (Dracaena sanderiana)
Botanisch kein Bambus, sondern ein Drachenbaum. Er steht wahlweise in Erde oder einfach in einer Vase mit Wasser, das du alle ein bis zwei Wochen wechselst. Halbschatten reicht ihm völlig. Wie alle Dracaena-Arten ist er für Katzen und Hunde giftig.
12. Aloe vera (Aloe barbadensis)
Die Aloe ist die Ausnahme in dieser Liste: eine Sukkulente, die Licht und eher trockene Luft mag. Sie passt nur auf eine helle, sonnige Fensterbank in einem Bad, das regelmäßig gut gelüftet wird. In einem dunklen, dauerfeuchten Bad fault sie schnell. Für Haustiere ist sie giftig.
13. Kletterphilodendron (Philodendron scandens)
Der kleine Bruder der Monstera hat herzförmige Blätter und rankt ähnlich unkompliziert wie die Efeutute. Er toleriert wenig Licht, mag Luftfeuchte und eignet sich perfekt für Hängeampeln oder das oberste Regalbrett. Er ist giftig für Tiere.
14. Zierspargel (Asparagus setaceus / densiflorus)
Mit seinem feinen, federartigen Laub wirkt der Zierspargel fast wie ein Farn, ist aber deutlich robuster. Er mag es hell bis halbschattig und gleichmäßig feucht. Die Beeren sind für Tiere giftig, und der Pflanzensaft kann die Haut reizen.
15. Bubikopf (Soleirolia soleirolii)
Der Bubikopf bildet dichte, moosartige Polster aus winzigen Blättchen und sieht im Bad sofort nach Spa aus. Er darf nie austrocknen und liebt hohe Luftfeuchte, ist also ein echter Badfan. Er gilt als ungiftig und eignet sich deshalb gut für Haushalte mit Katzen.
Badezimmer-Pflanzen ohne Fenster: So klappt es trotzdem
Jetzt die unbequeme Wahrheit: Ganz ohne Tageslicht kann keine Pflanze dauerhaft leben, auch keine „Schattenpflanze“. Pflanzen brauchen Licht für die Photosynthese, und die normale Badbeleuchtung ist dafür zu schwach und zu selten eingeschaltet. Eine Glücksfeder hält in einem fensterlosen Bad zwar ein paar Monate durch, weil sie von ihren Reserven lebt, danach wird sie aber gelb und kahl.
Wenn du in einem Bad ohne Fenster trotzdem echtes Grün willst, brauchst du eine Pflanzenlampe. So richte ich das ein:
- Lampe wählen: eine LED-Pflanzenlampe mit Vollspektrum (weißes Licht, kein lila Licht). Für ein bis drei Pflanzen reichen meist 10–20 Watt. Weißes Vollspektrum sieht im Bad auch einfach angenehmer aus.
- Abstand einstellen: Je nach Leistung 20–50 cm über den Pflanzen. Steht die Lampe zu weit weg, kommt kaum Licht an, steht sie zu nah, können empfindliche Blätter ausbleichen.
- Zeitschaltuhr dazu: 10–12 Stunden Licht pro Tag, jeden Tag zur gleichen Zeit. Die Zeitschaltuhr ist der eigentliche Trick, denn kein Mensch denkt täglich daran, die Lampe ein- und auszuschalten.
- Sicher montieren: Lampe und Steckdose gehören außerhalb des Spritzbereichs von Wanne und Dusche, also nicht direkt über die Wanne. Achte auf ein Gerät, das für Feuchträume geeignet ist.
- Die richtigen Pflanzen wählen: Grünlilie, Glücksfeder, Efeutute, Bogenhanf und Kletterphilodendron kommen mit Kunstlicht am besten klar.
Ohne Lampe gibt es noch die Rotationsmethode: Du hast zwei Pflanzen derselben Art und tauschst sie alle zwei bis vier Wochen zwischen Bad und einem hellen Raum. So erholt sich immer eine am Fenster. Das funktioniert gut mit Efeutute und Glücksfeder, ist aber auf Dauer etwas Disziplinsache.
Die Alternative: künstliche und präservierte Pflanzen
Wenn du gar keinen Aufwand willst, sind hochwertige Kunstpflanzen inzwischen erstaunlich überzeugend, vor allem Farne und Eukalyptus-Zweige. Eine schöne Variante sind präservierte Pflanzen und Moosbilder: echte Pflanzen, die konserviert wurden und weder Licht noch Wasser brauchen. Sie mögen allerdings weder direktes Spritzwasser noch Dauernässe, also lieber an die Wand gegenüber der Dusche hängen. Kunstpflanzen solltest du ab und zu abstauben oder abduschen, sonst setzt sich im Bad schnell ein grauer Film aus Staub und Kalk ab.
Nehmen Pflanzen Feuchtigkeit auf? Pflanzen gegen Schimmel im Check
Das ist die Frage, die mir zu Badpflanzen am häufigsten begegnet. Die kurze Antwort: Nein, nicht in einem Maß, das du messen würdest. Pflanzen nehmen Wasser fast ausschließlich über die Wurzeln auf, also über das Gießwasser. Den allergrößten Teil davon geben sie über die Blätter wieder an die Luft ab. Unterm Strich ist eine Topfpflanze also eher ein kleiner Luftbefeuchter als ein Entfeuchter.
Zum Vergleich: Beim Duschen oder Baden gelangt grob ein halber bis ein Liter Wasser als Dampf in die Luft. Was eine Topfpflanze daran ändern kann, ist im Verhältnis verschwindend gering. Tillandsien nehmen zwar tatsächlich Feuchtigkeit über die Blätter auf, aber in winzigen Mengen. Ein Bad mit zehn Tillandsien ist nicht trockener als eins ohne.
Welche Pflanze hilft bei Schimmel?
Keine. Wenn Schimmel im Bad wächst, ist die Ursache fast immer zu viel Feuchtigkeit, die nicht schnell genug abgeführt wird, oder eine kalte Wandstelle, an der Wasserdampf kondensiert. Das löst keine Pflanze. Im Gegenteil: Feuchte Blumenerde kann selbst schimmeln, und jeder gegossene Topf bringt zusätzliches Wasser in den Raum. Bei Schimmel gilt deshalb immer: erst die Ursache beheben, dann dekorieren.
Was wirklich hilft, ist konsequentes Lüften nach dem Duschen, ein Bad, das nicht auskühlt, und bei Bädern ohne Fenster ein ordentlicher Lüfter. Worauf es beim Kauf ankommt, steht in meinem Ratgeber Badlüfter kaufen: Lautstärke, Leistung, Feuchtesteuerung. Und wenn du wissen willst, ab welcher Wandtemperatur in deinem Bad Kondenswasser entsteht, rechne es mit meinem Taupunkt-Rechner aus.
Mythos-Check: Reinigen Pflanzen die Luft?
Die Idee stammt aus einer NASA-Studie von 1989, in der Pflanzen in kleinen, luftdicht verschlossenen Kammern Schadstoffe aus der Luft gefiltert haben. In echten Wohnungen mit normalem Luftaustausch ist der Effekt aber sehr gering. Eine Auswertung von Forschenden der Drexel University (2019) kommt zu dem Schluss, dass man 100 bis 1.000 Pflanzen pro Quadratmeter bräuchte, um mit dem Luftaustausch über Lüftung oder ein paar offene Fenster mitzuhalten. Pflanzen machen ein Bad also schöner und gemütlicher, aber nicht messbar gesünder oder trockener.
Wohin mit den Pflanzen? Platzierungsideen fürs Bad
Im Bad ist Stellfläche oft knapp. Das Gute: Viele Badpflanzen hängen oder ranken gern, du kannst also in die Höhe gehen. Diese Plätze haben sich bei mir bewährt:
- Fensterbank: der hellste Platz im Bad. Ideal für Orchideen, Tillandsien, Aloe vera und Calathea (bei Südfenster mit etwas Abstand zur Scheibe). Im Winter beim Stoßlüften kurz wegstellen.
- Hängeampel über der Wanne: Schwertfarn, Efeutute und Kletterphilodendron sehen hier spektakulär aus. Wichtig ist eine sichere Befestigung an der Decke, denn eine frisch gegossene Ampel wiegt schnell mehrere Kilo. Außerdem sollte nichts in die Wanne tropfen.
- Wandregal oder Schrankoberseite: Perfekt für rankende Arten, die nach unten wachsen, und für giftige Pflanzen, die außer Reichweite von Haustieren bleiben sollen.
- Boden neben der Wanne: Großen Pflanzen wie Monstera oder Bogenhanf gibst du hier einen Auftritt. In kleinen Bädern lieber eine schlanke Sansevieria als eine ausladende Monstera.
- Waschtisch und Wannenrand: Kleine Töpfe mit Bubikopf, Glücksbambus in der Vase oder eine Tillandsie. Hier nur Pflanzen, die mit gelegentlichem Spritzwasser klarkommen.
- Duschstange: Der Trend aus den sozialen Medien ist ein Bund frischer Eukalyptus-Zweige an der Brause. Der Dampf setzt ätherische Öle frei und es duftet herrlich. Die Zweige halten etwa ein bis drei Wochen. Achtung: Eukalyptus ist für Katzen und Hunde giftig.
Mit Pflanzen fällt auch die Farbwahl im Bad leichter. Grün wirkt besonders stark vor Weiß, Sandtönen, Salbei oder dunklem Petrol. Mehr Ideen für die Wände findest du in meinem Beitrag zu Badezimmer-Farben. Und wenn du Pflanzen mit warmem Licht, Duft und Musik kombinierst, wird die Wanne zum kleinen Spa. Wie ich das mache, steht in meinem Ratgeber zur perfekten Badewannen-Atmosphäre.
Pflege im Bad: die typischen Fehler
Die gute Nachricht: Im Bad musst du viele Pflanzen seltener gießen und besprühen als im Wohnzimmer, weil die feuchte Luft die Verdunstung bremst. Genau das führt aber zum häufigsten Fehler, denn wer nach Wohnzimmer-Rhythmus gießt, ertränkt seine Pflanzen.
Die drei häufigsten Pflege-Fehler
1. Staunässe: Im Bad trocknet die Erde langsamer. Gieß erst, wenn die obersten zwei bis drei Zentimeter trocken sind, und leere den Übertopf 15 Minuten nach dem Gießen. Eine Drainageschicht aus Blähton hilft. 2. Kalkhaltiges Wasser: Calathea, Orchideen, Tillandsien und Farne reagieren auf hartes Leitungswasser mit braunen Spitzen und weißen Flecken. Nimm Regenwasser, gefiltertes oder abgestandenes Wasser. 3. Kälte beim Stoßlüften: Im Winter trifft eiskalte Luft direkt auf die Fensterbank. Tropische Pflanzen nehmen das übel. Stell sie beim Lüften kurz weg und achte darauf, dass das Bad nicht unter etwa 16 °C auskühlt.
Dazu noch ein paar Dinge, die im Alltag einen großen Unterschied machen:
- Blätter abwischen: Im Bad setzen sich Kalk aus dem Sprühnebel und Rückstände von Haarspray oder Deo auf den Blättern ab. Einmal im Monat mit einem feuchten Tuch abwischen.
- Düngen: Von März bis September etwa alle zwei bis vier Wochen mit Grünpflanzendünger in halber Dosis. Im Winter Pause.
- Töpfe mit Abzugsloch: Dekorative Übertöpfe ohne Loch sind okay, die Pflanze selbst muss aber in einem Topf mit Abzugsloch stehen.
- Schädlinge im Blick: Trauermücken lieben dauerfeuchte Erde. Wenn kleine schwarze Fliegen um den Topf schwirren, gießt du zu viel.
- Nicht in die Dusche: Ein regelmäßiger Duschstrahl auf die Blätter schadet den meisten Pflanzen mehr als er nützt. Ab und zu lauwarm abbrausen, um Staub loszuwerden, ist dagegen in Ordnung.
Mein Fazit
Badezimmer-Pflanzen sind eine der günstigsten Möglichkeiten, ein Bad wohnlicher zu machen. Wenn dein Bad ein Fenster hat, kannst du aus dem Vollen schöpfen: Farn in die Ampel, Efeutute aufs Regal, Orchidee auf die Fensterbank. In dunklen Bädern setze ich auf Glücksfeder, Bogenhanf und Efeutute, und ohne Fenster führt an einer Pflanzenlampe mit Zeitschaltuhr kein Weg vorbei. Erwarte von Pflanzen aber keine Hilfe gegen Feuchtigkeit oder Schimmel: Das schaffen nur Lüften, Heizen und ein guter Lüfter. Wenn dein Bad eher klein ist, findest du in meinem Ratgeber noch viele Ideen, wie Pflanzen, Farben und Stauraum zusammenpassen.
Häufige Fragen
Welche Pflanzen eignen sich fürs Bad?
Am besten eignen sich tropische Pflanzen, die hohe Luftfeuchte mögen und mit wenig Licht auskommen: Schwertfarn, Grünlilie, Efeutute, Einblatt, Calathea, Orchidee, Tillandsien, Kletterphilodendron und Bubikopf. Für dunkle Bäder sind Glücksfeder und Bogenhanf besonders robust.
Welche Pflanze nimmt Feuchtigkeit auf?
Keine Pflanze senkt die Luftfeuchte im Bad spürbar. Pflanzen nehmen Wasser über die Wurzeln auf und geben den größten Teil über die Blätter wieder an die Luft ab. Tillandsien nehmen zwar etwas Feuchtigkeit über die Blätter auf, aber nur in winzigen Mengen. Lüften können Pflanzen nicht ersetzen.
Welche Pflanze hilft bei Schimmel im Bad?
Keine. Schimmel entsteht durch zu viel Feuchtigkeit und kalte Wandflächen, das kann keine Pflanze beheben. Feuchte Blumenerde kann sogar selbst schimmeln. Erst die Ursache beseitigen, also richtig lüften, heizen und gegebenenfalls einen Lüfter einbauen, dann Pflanzen aufstellen.
Welche Pflanzen eignen sich für ein Bad ohne Fenster?
Ganz ohne Tageslicht überlebt keine Pflanze dauerhaft. Mit einer LED-Pflanzenlampe mit Vollspektrum und Zeitschaltuhr (10–12 Stunden täglich) funktionieren Grünlilie, Glücksfeder, Efeutute, Bogenhanf und Kletterphilodendron gut. Alternativ kannst du zwei Pflanzen regelmäßig zwischen Bad und hellem Raum tauschen oder auf Kunstpflanzen und präservierte Pflanzen setzen.
Welche Badpflanzen sind für Katzen ungiftig?
Als ungiftig für Katzen und Hunde gelten Schwertfarn, Grünlilie, Calathea, Phalaenopsis-Orchideen, Tillandsien und Bubikopf. Giftig sind unter anderem Efeutute, Einblatt, Monstera, Philodendron, Aloe vera, Glücksbambus, Zierspargel und Bogenhanf, bei der Glücksfeder ist Vorsicht angebracht.
Wie oft muss ich Pflanzen im Bad gießen?
Meist seltener als im Wohnzimmer, weil die Erde in feuchter Luft langsamer austrocknet. Gieß erst, wenn die obersten zwei bis drei Zentimeter Erde trocken sind. Wasserspeicher wie Bogenhanf oder Glücksfeder brauchen oft nur alle drei bis vier Wochen Wasser, Farne und Bubikopf dagegen bleiben gleichmäßig feucht.

