Der Wasserhahn tropft, und das leise Plink-Plink raubt dir abends den letzten Nerv? Die gute Nachricht: In den allermeisten Fällen steckt ein Verschleißteil dahinter, das du für 3 bis 60 Euro selbst tauschen kannst. Entscheidend ist, dass du zuerst herausfindest, welche Armatur du hast und wo genau das Wasser austritt.
Kurz & knapp
Tropft der Wasserhahn aus dem Auslauf, ist beim Einhebelmischer fast immer die Kartusche verschlissen (Ersatz ca. 15–60 €, meist 35 oder 40 mm), beim alten Zweigriff-Hahn die Dichtung am Ventiloberteil (ca. 2–20 €). Wasser am Hebel oder Sockel deutet auf O-Ringe hin (ca. 3–10 €). Ein verkalkter Perlator lässt den Hahn spritzen und nachtropfen, Reinigung in Essig oder Zitronensäure genügt.
Ich habe in meinem Bad schon so ziemlich jede Variante durch: den alten Zweigriff-Hahn mit der platt gedrückten Gummidichtung, den Einhebelmischer, dessen Kartusche nach Jahren mit hartem Wasser einfach nicht mehr dicht schloss, und den Perlator, der so zugekalkt war, dass das Wasser in alle Richtungen spritzte. Alles davon ließ sich in unter einer Stunde reparieren. Und wenn es bei dir gerade an mehreren Stellen gleichzeitig nachläuft: Wie du einen Spülkasten, der ständig nachläuft, wieder dicht bekommst, habe ich separat erklärt.
Wasserhahn tropft: Was tun in den ersten Minuten?
Bevor du Werkzeug holst, lohnt sich ein genauer Blick. Viele vermeintliche Defekte entpuppen sich als harmlos, und umgekehrt verrät dir die Stelle, an der das Wasser austritt, schon sehr genau, welches Teil kaputt ist.
- Hebel oder Griffe richtig zu? Drück den Hebel beim Einhebelmischer ganz nach unten, dreh Zweigriffe handfest (nicht mit Gewalt) zu. Manchmal reicht ein Millimeter.
- Tropfstelle lokalisieren: Wisch die Armatur komplett trocken und beobachte ein paar Minuten. Kommt das Wasser vorne aus dem Auslauf, unter dem Hebel heraus oder am Sockel?
- Tropft es dauerhaft oder nur kurz? Ein paar Tropfen direkt nach dem Schließen sind meist Restwasser im Auslauf und völlig normal.
- Unter dem Waschbecken nachsehen: Ist es dort feucht, liegt das Problem eher an Eckventil, Anschlussschlauch oder Siphon als an der Armatur selbst.
- Notlösung: Bis zur Reparatur kannst du die beiden Eckventile unter dem Waschbecken zudrehen. Dann ist Ruhe, und es geht kein Wasser verloren.
Welche Armatur hast du? Zweigriff, Einhebel, Thermostat
Die Reparatur hängt komplett vom Armaturtyp ab. Im Bad findest du im Wesentlichen drei Bauarten, und jede hat ihr eigenes typisches Verschleißteil.
Zweigriff-Armatur mit Ventiloberteil
Der Klassiker mit einem Griff für Kalt und einem für Warm. In jedem Griff steckt ein Ventiloberteil. Bei älteren Modellen drückt beim Zudrehen eine Spindel eine Gummidichtung auf den Ventilsitz. Diese Dichtung wird mit der Zeit hart, rissig oder platt, dann tropft es. Erkennbar ist diese Bauart daran, dass du den Griff mehrere Umdrehungen weit drehen kannst.
Zweigriff-Armatur mit Keramik-Oberteil
Neuere Zweigriff-Armaturen haben statt der Gummidichtung ein Keramik-Oberteil: Zwei geschliffene Keramikscheiben gleiten aufeinander und geben das Wasser frei. Der Griff dreht nur eine Viertel- oder halbe Umdrehung (90° oder 180°). Tropft so ein Hahn, tauschst du das ganze Oberteil, denn einzelne Dichtungen gibt es hier kaum.
Einhebelmischer mit Kartusche
Die häufigste Armatur im modernen Bad: ein Hebel für Menge und Temperatur. Das Herzstück ist die Kartusche, ebenfalls mit Keramikscheiben. Kalkpartikel zerkratzen die Scheiben mit den Jahren, dann schließen sie nicht mehr dicht. Typisch dafür: Der Hebel wird schwergängig, und es tropft vorne aus dem Auslauf.
Thermostat-Armatur
Thermostate sitzen meist an Dusche und Wanne. Links regelst du die Temperatur über ein Thermoelement, rechts Menge und oft den Umsteller zwischen Wanne und Brause. Tropft eine Thermostat-Armatur, ist in den meisten Fällen das Absperr-Oberteil auf der Mengenseite schuld, nicht das teure Thermoelement.
Symptom, Ursache, Ersatzteil: die Übersicht
Mit dieser Tabelle findest du in den meisten Fällen direkt das richtige Ersatzteil. Die Preise sind grobe Spannen für Ersatzteile im Baumarkt oder Sanitärhandel (Stand 2026), Originalteile großer Hersteller liegen eher am oberen Ende.
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Ersatzteil | Kosten ca. |
|---|---|---|---|
| Einhebelmischer tropft aus dem Auslauf | Keramikscheiben der Kartusche verkalkt oder verschlissen | Kartusche (meist 35 oder 40 mm) | 15–60 € |
| Zweigriff (alt) tropft aus dem Auslauf | Dichtung am Ventiloberteil hart oder platt | Dichtungsset oder neues Ventiloberteil | 2–20 € |
| Zweigriff mit Vierteldrehung tropft | Keramik-Oberteil undicht | Keramik-Oberteil (passend zum Griff) | 10–30 € |
| Tropft am Hebel oder Sockel | O-Ringe an Kartusche oder Gehäuse verschlissen | O-Ring-Set, ggf. Kartusche | 3–10 € |
| Spritzt, Strahl ungleichmäßig, tropft nach | Perlator verkalkt oder verschmutzt | Reinigung oder neuer Perlator | 0–10 € |
| Hebel schwergängig und Auslauf tropft | Kartusche stark verkalkt | Kartusche | 15–60 € |
| Thermostat tropft aus Auslauf oder Brause | Absperr-Oberteil auf der Mengenseite | Keramik-Oberteil bzw. Absperreinheit | 15–50 € |
| Feuchtigkeit unter dem Waschbecken | Eckventil, Anschlussschlauch oder Siphon undicht | Flexschlauch, Dichtung oder Eckventil | 5–30 € (+ ggf. Installateur) |
| Tropft nur beim Aufheizen (Untertischgerät) | Ausdehnungswasser des offenen Kleinspeichers | keins, das ist normal | 0 € |

Einhebelmischer tropft: Kartusche wechseln Schritt für Schritt
Wenn ein Einhebelmischer tropft, hilft fast immer nur eine neue Kartusche. Reinigen lohnt sich selten, weil die Keramikscheiben meist schon zerkratzt sind. Der Tausch dauert mit etwas Übung 20 bis 30 Minuten. Du brauchst einen Inbusschlüssel (oft 2,5 oder 3 mm) oder einen kleinen Schraubendreher, einen Maulschlüssel oder eine Rohrzange, ein Tuch und ein Handtuch für das Becken.
- Wasser abstellen: Dreh beide Eckventile unter dem Waschbecken im Uhrzeigersinn zu. Öffne danach den Hebel, damit der Restdruck entweicht und kein Wasser mehr nachkommt.
- Becken absichern: Leg ein Handtuch ins Becken oder schließ den Stöpsel. Eine kleine Hebelschraube, die im Abfluss verschwindet, verdirbt dir sonst den Abend.
- Abdeckkappe entfernen: Die Kappe mit der rot-blauen Markierung vorne oder oben am Hebel hebelst du vorsichtig mit dem Fingernagel oder einem dünnen Messer ab.
- Schraube lösen, Hebel abnehmen: Darunter sitzt die Hebelschraube (Inbus oder Kreuzschlitz). Manche Modelle haben stattdessen eine kleine Madenschraube hinten am Hebel. Schraube lösen und den Hebel nach oben abziehen.
- Abdeckhülse abschrauben: Die verchromte Zierhülse lässt sich meist von Hand abdrehen. Sitzt sie fest, Tuch drumlegen und mit der Zange vorsichtig nachhelfen, damit das Chrom keine Kratzer bekommt.
- Kartusche herausnehmen: Löse die Befestigungsmutter oder die Überwurfmutter mit dem Maulschlüssel gegen den Uhrzeigersinn und zieh die Kartusche gerade nach oben heraus. Sitzt sie fest, hilft leichtes Hin- und Herbewegen.
- Typ und Maß notieren: Miss den Durchmesser (meist 35 oder 40 mm), die Höhe und zähl die Zahnung an der Spindel. Fotografiere die Unterseite mit den Wasseröffnungen und Haltestiften und notiere eine eventuell aufgedruckte Nummer. Am sichersten nimmst du die alte Kartusche mit in den Laden.
- Neue Kartusche einsetzen: Gehäuse innen mit einem Tuch säubern, Kalkreste vorsichtig entfernen. Neue Kartusche so einsetzen, dass die Haltestifte genau in die Löcher im Armaturkörper greifen. Die Dichtungen an der Unterseite müssen sauber anliegen.
- Festziehen mit Gefühl: Mutter handfest anziehen, dann mit dem Schlüssel nur noch leicht nachziehen. Zu viel Kraft kann die Keramik beschädigen oder den Hebel schwergängig machen.
- Testen und montieren: Eckventile langsam öffnen, Armatur mit aufgestecktem Hebel einige Male auf und zu machen, auf Dichtheit prüfen. Dann Hülse, Hebel, Schraube und Kappe wieder montieren.
Achtung: Kartuschen sind nicht genormt
Zwei Kartuschen mit 40 mm Durchmesser können trotzdem unterschiedlich hoch sein, eine andere Spindel haben oder anders angeschlossen werden. Universalkartuschen passen oft, aber nicht immer. Bei Markenarmaturen bekommst du über die Artikelnummer der Armatur das passende Originalteil. Bei No-Name-Armaturen aus dem Discounter ist die Ersatzteilsuche manchmal so mühsam, dass sich eine neue Armatur eher lohnt.
Einhebelmischer tropft am Hebel oder Sockel
Kommt das Wasser nicht vorne aus dem Auslauf, sondern unter dem Hebel oder am Fuß der Armatur heraus, sind meist die O-Ringe an der Kartusche oder im Gehäuse verschlissen. Bei Küchenarmaturen mit Schwenkauslauf sitzen zusätzliche O-Ringe am Auslauf. Der Ausbau läuft genauso wie oben. Die alten Ringe vorsichtig abnehmen, neue mit etwas Armaturenfett (kein Vaseline, das lässt Gummi aufquellen) einsetzen. Ist die Kartusche ohnehin schon alt, tausche ich sie in dem Zug gleich mit.
Zweigriff-Armatur: Dichtung oder Oberteil tauschen
Bei Zweigriff-Hähnen findest du die defekte Seite leicht heraus: Dreh nacheinander das Eckventil für Kalt und für Warm zu. Hört das Tropfen bei einer Seite auf, weißt du, welches Ventiloberteil das Problem ist.
- Wasser abstellen: Eckventile zu, Griff öffnen und Restwasser ablaufen lassen.
- Griff abnehmen: Abdeckkappe (meist mit rot oder blau) abhebeln, Schraube lösen, Griff abziehen. Darunter liegt oft noch eine Zierhülse.
- Ventiloberteil herausdrehen: Mit einem passenden Maulschlüssel (häufig Schlüsselweite 17 bis 22 mm) gegen den Uhrzeigersinn herausdrehen. Mit der anderen Hand die Armatur gegenhalten, damit sie sich nicht verdreht.
- Dichtung oder Oberteil tauschen: Beim alten Ventiloberteil die Gummidichtung am unteren Ende (Ventilteller) austauschen. Ein Keramik-Oberteil tauschst du komplett. Nimm das alte Teil zum Kauf mit, Gewinde und Spindel müssen passen.
- Einsetzen und testen: Neues Teil einschrauben, mäßig festziehen, Wasser aufdrehen, Griff montieren, fertig.
Tropft eine alte Armatur auch mit neuer Dichtung weiter, kann der Ventilsitz im Gehäuse ausgewaschen sein. Den kann ein Installateur mit einem Ventilsitzfräser nacharbeiten. Bei einer Armatur, die schon Jahrzehnte alt ist, rechne ich dann aber lieber durch, ob nicht eine neue sinnvoller ist.
Thermostat-Armatur tropft: Was steckt dahinter?
An Dusche und Wanne hast du meist keine Eckventile. Dort drehst du das Wasser entweder über Vorabsperrungen in den Anschlüssen der Armatur oder über den Hauptabsperrhahn der Wohnung zu. Danach gilt:
- Tropft es aus Wannenauslauf oder Brause: Meist ist das Absperr-Oberteil unter dem Mengengriff verschlissen. Griff abziehen, Oberteil herausdrehen und ein baugleiches einsetzen.
- Temperatur schwankt oder stimmt nicht mehr: Dann ist eher die Thermostatkartusche (ca. 40–100 €) dran. Mit Tropfen hat das selten zu tun.
- Brause tropft nur kurz nach dem Duschen: Das ist Restwasser aus Schlauch und Brausekopf. Völlig normal, solange es nach einigen Minuten aufhört.
Perlator reinigen: Schritt für Schritt
Der Perlator (Strahlregler) ist das kleine Sieb vorne im Auslauf. Er mischt Luft ins Wasser und sorgt für den weichen Strahl. Ist er verkalkt, spritzt der Hahn, der Strahl wird dünn und schief, und weil sich im Sieb Wasser staut, tropft es nach dem Zudrehen oft noch eine ganze Weile nach. Zum Glück ist das die einfachste Reparatur von allen.
- Perlator abschrauben: Von Hand gegen den Uhrzeigersinn drehen (von unten auf die Öffnung geschaut). Sitzt er fest, Tuch drumlegen und mit der Zange vorsichtig drehen. Verdeckte Perlatoren, die im Auslauf versenkt sind, brauchen einen passenden Perlatorschlüssel (ca. 3–8 €).
- Einzelteile merken: Sieb, Strahlregler-Einsatz und Dichtung herausnehmen und die Reihenfolge fotografieren. Grobe Kalkbrocken und Sand unter fließendem Wasser ausspülen.
- Entkalken: Die Teile in ein Glas mit Haushaltsessig oder mit Zitronensäure-Lösung (etwa 2 Esslöffel auf einen halben Liter warmes Wasser) legen. 30 Minuten reichen bei leichtem Kalk, bei dicken Ablagerungen auch ein paar Stunden.
- Nachbürsten: Mit einer alten Zahnbürste die Siebe ausbürsten, gründlich mit klarem Wasser spülen. Die Dichtung nur kurz ins Bad legen und prüfen, ob sie noch elastisch ist.
- Leitung kurz durchspülen: Den Hahn ohne Perlator einige Sekunden laufen lassen, damit lose Partikel aus der Armatur herausgespült werden.
- Wieder einsetzen: Teile in der richtigen Reihenfolge samt Dichtung einsetzen und den Perlator handfest anschrauben. Lässt sich ein Perlator nicht mehr retten, kostet ein neuer nur wenige Euro. Gängig sind die Gewinde M22x1 (Innengewinde) und M24x1 (Außengewinde).
Läuft danach immer noch zu wenig Wasser aus dem Hahn, liegt das Problem tiefer. In meinem Beitrag Wasser läuft zu langsam aus dem Wasserhahn gehe ich die weiteren Ursachen durch. Das Prinzip mit Essig und Zitronensäure funktioniert übrigens genauso, wenn du den Duschkopf entkalken willst.
Tipp
Leg nie die ganze Armatur stundenlang in Säure ein, also etwa mit einem Beutel Essigessenz über dem Auslauf. Chrom, Messing und Kunststoffteile mögen das auf Dauer nicht. Nur den abgeschraubten Perlator entkalken und die Armatur selbst mit einem weichen Tuch und mildem Reiniger abwischen.
Warum läuft der Wasserhahn nach, obwohl er zu ist?
Das ist eine der häufigsten Fragen überhaupt, und die Antwort ist nicht immer „kaputt“. Es gibt vier typische Gründe:
- Restwasser im Auslauf: Gerade bei hohen oder langen Ausläufen bleibt nach dem Schließen etwas Wasser im Rohr, das noch einige Sekunden bis wenige Minuten nachtropft. Hört es von selbst auf, ist alles in Ordnung.
- Verkalkter Perlator: Das Sieb hält Wasser zurück und gibt es tropfenweise ab. Reinigen, wie oben beschrieben.
- Untertischgerät beim Aufheizen: Hängt unter dem Becken ein kleiner offener Warmwasserspeicher, dehnt sich das Wasser beim Aufheizen aus und tropft aus dem Auslauf der Niederdruckarmatur. Das ist bauartbedingt so gewollt. Bitte niemals den Auslauf verschließen, sonst kann der Speicher Schaden nehmen.
- Defekte Dichtung oder Kartusche: Tropft es ohne Pause weiter, auch Stunden nach der letzten Benutzung, ist ein Verschleißteil hinüber. Dann hilft nur der Tausch.
Ist ein tropfender Wasserhahn teuer oder gefährlich?
Ein einzelner tropfender Hahn ruiniert dich nicht, aber er läppert sich. Eine grobe Rechnung: Ein Tropfen hat je nach Auslauf etwa 0,05 bis 0,07 Milliliter. Bei einem Tropfen pro Sekunde kommen so ungefähr 5 bis 6 Liter am Tag zusammen, aufs Jahr gerechnet grob 2.000 Liter, also rund 2 Kubikmeter.
Bei einem Wasserpreis inklusive Abwasser von ca. 4 bis 5 Euro pro Kubikmeter sind das etwa 8 bis 10 Euro im Jahr. Tropft warmes Wasser, kommen die Energiekosten fürs Aufheizen obendrauf, je nach Heizart grob noch einmal 10 bis 30 Euro. Aus einem dünnen Rinnsal statt einzelner Tropfen wird schnell ein Vielfaches davon. Wie viel Wasser dein Haushalt insgesamt verbraucht und was das kostet, kannst du mit meinem Wasserkosten-Rechner durchspielen.
Zum Vergleich: Ein Spülkasten, der unbemerkt nachläuft, kann ein Vielfaches davon verschwenden. Gefährlich im engeren Sinne ist ein tropfender Hahn nicht. Ärgerlich sind aber die Folgen:
- Kalkränder und Verfärbungen im Becken unter dem Auslauf, die mit der Zeit immer schwerer weggehen.
- Der Verschleiß wird schlimmer: Eine undichte Dichtung wird vom durchströmenden Wasser weiter ausgewaschen.
- Versteckte Feuchtigkeit: Leckt es unter dem Waschbecken an Anschlüssen oder Eckventilen, drohen aufgequollene Unterschränke, Schimmel und im schlimmsten Fall ein Wasserschaden.
Reparieren oder Wasserhahn wechseln?
Ich repariere grundsätzlich zuerst, wenn das Ersatzteil verfügbar ist und die Armatur sonst in Ordnung ist. Eine gute Markenarmatur hält mit einer neuen Kartusche locker noch einmal viele Jahre. Es gibt aber klare Fälle, in denen ich lieber den Wasserhahn wechsle.
Wann sich eine neue Armatur lohnt
Eine neue Waschtischarmatur kostet etwa 50–80 € im Einstiegsbereich, solide Markenmodelle liegen bei ca. 80–250 €. Für die Montage durch einen Installateur kannst du je nach Region und Anfahrt mit ca. 100–200 € rechnen, insgesamt also grob 150–450 €. Ein Wechsel lohnt sich, wenn kein passendes Ersatzteil mehr erhältlich ist, die Armatur 15 bis 20 Jahre oder älter ist, das Gehäuse selbst undicht oder korrodiert ist, das Chrom großflächig abplatzt oder die Reparatur durch den Fachbetrieb schon mehr als die Hälfte einer neuen Armatur kosten würde.
Den Wasserhahn zu wechseln, schaffst du mit etwas Geschick auch selbst in ein bis zwei Stunden: Wasser abstellen, Anschlussschläuche an den Eckventilen lösen, die Befestigung unter dem Becken abschrauben, alte Armatur heraus, neue mit Dichtung aufsetzen und von unten festschrauben. Zwei Dinge solltest du beim Kauf beachten:
- Hochdruck oder Niederdruck: Hängt unter dem Becken ein offener Kleinspeicher, brauchst du zwingend eine Niederdruckarmatur. Eine normale Hochdruckarmatur passt dort nicht.
- Höhe und Ausladung: Der Auslauf muss zum Becken passen, sonst spritzt es oder du stößt mit den Händen an. Gerade bei Aufsatzbecken braucht es eine höhere Armatur. Welche Maße sich bewährt haben, steht in meinem Beitrag zur richtigen Waschbecken-Höhe.
Achtung: Eckventil klemmt oder tropft
Eckventile stehen oft jahrelang offen und verkalken. Lässt sich eines nur schwer drehen, wende keine Gewalt an und greif nicht zur Zange: Die Spindel kann abbrechen, und dann strömt das Wasser ungebremst. Dreh in diesem Fall den Hauptabsperrhahn (meist am Wasserzähler) zu. Tropft ein Eckventil an der Spindel oder lässt es sich nicht mehr schließen, gehört der Tausch in die Hände eines Installateurs, denn dafür muss die Leitung in der Wand angepackt werden. Rechne grob mit 80–150 € pro Ventil inklusive Material.
So tropft dein Wasserhahn erst gar nicht
Ganz verhindern kannst du Verschleiß nicht, aber du kannst ihn deutlich hinauszögern. Der größte Feind von Kartuschen und Dichtungen ist Kalk.
- Perlator regelmäßig reinigen: Bei hartem Wasser alle zwei bis drei Monate, sonst ein- bis zweimal im Jahr.
- Nicht mit Gewalt zudrehen: Bei Zweigriff-Armaturen quetscht zu viel Kraft die Dichtung und lässt sie schneller verschleißen. Handfest genügt.
- Eckventile einmal im Jahr bewegen: Einmal zu- und wieder aufdrehen hält sie gängig, damit sie im Ernstfall funktionieren.
- Bei sehr hartem Wasser über Kalkschutz nachdenken: Eine Enthärtung schont alle Armaturen im Haus. Welche Systeme wirklich etwas bringen, habe ich im Vergleich Kalkschutzanlagen: Ionentauscher vs. physikalisch zusammengefasst.
Mein Fazit
Wenn der Wasserhahn tropft, ist das fast nie ein Fall für den Notdienst. Schau zuerst, welche Armatur du hast und wo das Wasser austritt, dann ist die Ursache meist klar: Kartusche beim Einhebelmischer, Dichtung oder Oberteil beim Zweigriff-Hahn, O-Ringe bei Wasser am Sockel, Perlator bei Spritzen und Nachtropfen. Mit Inbusschlüssel, Maulschlüssel und einer halben Stunde Zeit sparst du dir den Installateur. Nur bei klemmenden Eckventilen oder Lecks in der Wand rufe ich lieber einen Profi.
Häufige Fragen
Was tun, wenn der Wasserhahn tropft?
Zuerst prüfen, ob der Hebel oder die Griffe wirklich ganz geschlossen sind, und die Stelle finden, an der das Wasser austritt. Bis zur Reparatur kannst du die Eckventile unter dem Waschbecken zudrehen. Danach je nach Armatur Kartusche, Dichtung, O-Ringe oder Perlator tauschen bzw. reinigen.
Warum läuft der Wasserhahn nach, obwohl er zu ist?
Kurzes Nachtropfen ist meist Restwasser im Auslauf oder ein verkalkter Perlator, der Wasser zurückhält. Bei Untertischgeräten tropft es beim Aufheizen bauartbedingt aus dem Auslauf. Tropft es ohne Pause weiter, ist die Kartusche oder die Dichtung verschlissen.
Ist ein tropfender Wasserhahn gefährlich oder teuer?
Gefährlich ist er nicht, aber er kostet Geld. Bei einem Tropfen pro Sekunde gehen grob 5 bis 6 Liter am Tag und etwa 2.000 Liter im Jahr verloren, das sind bei 4 bis 5 Euro pro Kubikmeter rund 8 bis 10 Euro jährlich. Bei Warmwasser kommen Energiekosten dazu, außerdem drohen Kalkränder und bei Lecks unter dem Becken Feuchteschäden.
Einhebelmischer tropft – was tun?
Tropft ein Einhebelmischer aus dem Auslauf, ist fast immer die Kartusche verschlissen. Wasser abstellen, Abdeckkappe und Hebel abnehmen, Kartusche ausbauen, Durchmesser (meist 35 oder 40 mm) notieren und eine passende neue einsetzen. Tropft er am Hebel oder Sockel, reichen oft neue O-Ringe.
Wie oft sollte man den Perlator reinigen?
Bei hartem Wasser alle zwei bis drei Monate, bei weichem Wasser ein- bis zweimal im Jahr. Spätestens wenn der Strahl spritzt oder dünner wird, ist es Zeit. Abschrauben, in Essig oder Zitronensäure entkalken, ausbürsten und wieder einsetzen.
Was kostet es, einen tropfenden Wasserhahn reparieren zu lassen?
Ein Installateur berechnet für einen Kartuschen- oder Dichtungstausch inklusive Anfahrt und Ersatzteil grob 80 bis 180 Euro, je nach Region und Armatur. Selbst gemacht kostet die Reparatur nur das Ersatzteil, also etwa 3 bis 60 Euro.
Passt jede Kartusche in meinen Einhebelmischer?
Nein, Kartuschen sind nicht genormt. Neben dem Durchmesser müssen Höhe, Spindel und die Anordnung der Öffnungen und Haltestifte passen. Am sichersten nimmst du die alte Kartusche mit in den Fachhandel oder bestellst das Originalteil über die Artikelnummer der Armatur.

