Waschbecken-Höhe & Bad-Maße: Alle Normmaße für Waschtisch, WC, Dusche & Spiegel

Das Badezimmer, Häufig gestellte Fragen

Die richtige Waschbecken-Höhe entscheidet darüber, ob du dich jeden Morgen bequem über das Becken beugst oder mit krummem Rücken davorstehst. Ähnlich ist es bei WC, Dusche und Spiegel: Ein paar Zentimeter machen den Unterschied zwischen „passt irgendwie“ und wirklich komfortabel. Hier findest du alle wichtigen Bad-Maße auf einen Blick, mit Normbezug und Praxiswerten.

Kurz & knapp

Die Oberkante eines Waschbeckens liegt heute üblicherweise bei 85–95 cm, der frühere Norm-Richtwert (DIN 68935) war 85 cm. Faustregel: halbe Körpergröße oder etwa 10–15 cm unter der Ellenbogenhöhe. Ein Standard-WC hat ca. 40–42 cm Sitzhöhe, ein barrierefreies 46–48 cm. Die Spiegelmitte gehört auf Augenhöhe, also ca. 155–165 cm über dem Boden.

Ich habe beim Planen meines eigenen Bades gemerkt, wie schnell man sich auf Standardmaße aus dem Katalog verlässt, und wie selten die zu den Menschen passen, die das Bad später nutzen. Deshalb bekommst du hier nicht nur Normwerte, sondern auch die Logik dahinter. Wenn du gleich altersgerecht planen willst, lies ergänzend meinen Ratgeber zum barrierearmen Badezimmer ohne Klinikoptik.

Wie hoch soll ein Waschbecken sein? Norm, Faustregel und Praxis

Gemessen wird immer vom fertigen Fußboden (OFF) bis zur Oberkante des Beckenrands, nicht bis zur Ablaufhöhe und nicht bis zur Unterkante. Das klingt banal, sorgt auf Baustellen aber regelmäßig für Ärger, wenn der Fliesenbelag später noch 2–3 cm aufträgt.

Waschbecken-Höhe nach Norm

Eine verbindliche Norm, die dir die Höhe deines privaten Waschbeckens vorschreibt, gibt es nicht. Lange galt die in der DIN 68935 (Koordinationsmaße für Badmöbel) genannte Oberkante von 85 cm als Standard, und viele Installateure montieren aus Gewohnheit genau dort. Weil die Menschen im Schnitt größer geworden sind, setzen Hersteller und Planer heute meist 85–95 cm an, sehr häufig landet das Becken bei rund 90 cm.

Für ein rollstuhlgerechtes Bad nach DIN 18040-2 gilt dagegen eine Obergrenze: Vorderkante höchstens 80 cm, und der Waschtisch muss unterfahrbar sein, mit einem Kniefreiraum von etwa 67 cm Höhe. Dafür braucht es einen Flach- oder Unterputzsiphon.

Die Faustregel für deine Körpergröße

Zwei Faustregeln haben sich bewährt, und sie führen zu sehr ähnlichen Ergebnissen:

  • Halbe Körpergröße: Bei 180 cm landest du bei 90 cm Oberkante.
  • Ellenbogen minus 10–15 cm: Stell dich gerade hin, lass die Arme hängen und miss die Höhe deiner Ellenbogen. Die Beckenoberkante sollte rund 10–15 cm darunter liegen. So kannst du die Hände waschen, ohne dass dir das Wasser in die Ärmel läuft, und musst dich zum Gesichtwaschen nur leicht vorbeugen.
Körpergröße Hauptnutzer Waschtisch-Oberkante Spiegelmitte (Augenhöhe) Kopfbrause (Unterkante)
ca. 160 cm 80–85 cm ca. 150 cm ca. 190–200 cm
ca. 170 cm 85–90 cm ca. 158 cm ca. 195–205 cm
ca. 180 cm 90–95 cm ca. 167 cm ca. 205–210 cm
ca. 190 cm 95–100 cm ca. 177 cm ca. 210–220 cm

Teilen sich Personen mit sehr unterschiedlicher Größe ein Becken, nimm den Mittelwert, oder plane gleich einen Doppelwaschtisch mit zwei unterschiedlich hohen Becken. Das ist bei Wandmontage problemlos möglich und sieht mit einer durchgehenden Platte erstaunlich gut aus.

Waschtisch-Höhe mit Aufsatzbecken

Beim Aufsatzbecken sitzt die Schale auf der Platte, und genau hier passieren die meisten Planungsfehler. Entscheidend ist wieder der Beckenrand, nicht die Platte. Aufsatzbecken sind meist 10–16 cm hoch. Willst du am Rand 90 cm erreichen, muss die Oberkante des Unterschranks bzw. der Platte bei etwa 75–80 cm liegen. Plane außerdem eine hohe Standarmatur oder eine Wandarmatur ein, damit der Auslauf mindestens 3–5 cm über den Beckenrand ragt und mittig ins Becken trifft.

Welche Standardmaße hat ein Waschbecken?

  • Handwaschbecken (Gäste-WC): ca. 35–50 cm breit, 25–35 cm tief.
  • Einzelwaschtisch: ca. 50–65 cm breit, bei Möbelwaschtischen auch 70–80 cm, Tiefe ca. 40–55 cm.
  • Doppelwaschtisch: ab ca. 120 cm breit, komfortabel 140–160 cm, Tiefe meist 45–50 cm.

Für die Tiefe gilt: Unter 40 cm spritzt es schnell auf den Boden, über 55 cm kommst du schlechter an den Spiegel heran. Im kleinen Bad sind 40–45 cm tiefe Modelle ein guter Kompromiss, mehr Ideen dazu findest du unter kleines Bad gestalten.

Bad-Maße: die große Tabelle mit Normwerten

Die folgende Tabelle ist meine Arbeitsgrundlage für jede Badplanung. Die Werte in der Spalte „übliches Maß“ sind Richtwerte aus Herstellerangaben, der früheren Planungsnorm DIN 18022 (inzwischen zurückgezogen, wird aber weiter als Orientierung genutzt) und der Installationspraxis. Die Spalte „barrierefrei“ orientiert sich an der DIN 18040-2 für Wohnungen. Alle Höhen gelten ab fertigem Fußboden.

Element Übliches Maß Barrierefrei (DIN 18040-2) Hinweis
Waschtisch-Oberkante 85–95 cm (früher Richtwert 85 cm, DIN 68935) max. 80 cm, unterfahrbar Faustregel: halbe Körpergröße
Doppelwaschtisch Breite ab ca. 120 cm, Achsabstand Becken ca. 70–80 cm und mehr je Platz 150×150 cm Bewegungsfläche (rollstuhlgerecht) Komfortabel ab 140 cm Breite
WC-Sitzhöhe Standard ca. 40–42 cm, Komfort ca. 45–48 cm 46–48 cm inkl. Sitz Bei Wand-WC über das Vorwandelement einstellbar
WC-Seitenabstand mind. ca. 20–25 cm zu Wand oder Nachbarobjekt eine Seite 90 cm frei (rollstuhlgerecht), andere Seite 30 cm Achse WC zur Wand besser 40–45 cm
Bewegungsfläche vor Objekten ca. 70–75 cm tief (vor Waschtisch mind. ca. 55 cm) 120×120 cm, rollstuhlgerecht 150×150 cm Flächen dürfen sich überlappen
Duschfläche Minimum 80×80 cm, komfortabel 90×120 cm und mehr 120×120 cm, rollstuhlgerecht 150×150 cm, bodengleich Absenkung max. 2 cm
Kopfbrause / Brausehalter ca. 2,00–2,20 m bzw. Körpergröße + 20–30 cm Brausestange zusätzlich aus dem Sitzen erreichbar Deckenhöhe prüfen
Duscharmatur ca. 100–110 cm ca. 85 cm Thermostat mit Verbrühschutz
Spiegel Mitte auf Augenhöhe ca. 155–165 cm, Unterkante ca. 10–25 cm über Waschtisch direkt über dem Waschtisch, mind. 100 cm hoch Aus Sitz- und Stehposition nutzbar
Handtuchhalter am Waschtisch ca. 80–110 cm, Haken für Badetücher ca. 150–180 cm ca. 85 cm, in Greifweite Neben, nicht über dem Becken
Haltegriffe waagerecht ca. 85 cm, an der Wanne ca. 15–20 cm über Wannenrand 85 cm, Stützklappgriffe am WC 28 cm über Sitzhöhe In tragfähigen Untergrund dübeln
Lichtschalter ca. 105 cm (Vorzugsmaß DIN 18015-3) 85 cm Außerhalb der Schutzbereiche 0–2
Badewanne Einbauhöhe Wannenrand ca. 55–60 cm möglichst niedriger Einstieg oder Wannentür Standardgröße 170×75 oder 180×80 cm
Toilettenpapierhalter ca. 70–80 cm, leicht vor der WC-Vorderkante aus dem Sitzen ohne Verdrehen greifbar Seitlich, nicht hinter dem Sitz
Badezimmertür lichte Breite ca. 70–80 cm mind. 80 cm, rollstuhlgerecht 90 cm, nach außen öffnend Nach außen öffnend erleichtert Hilfe im Notfall

Die barrierefreien Werte sind für Privatbäder nicht vorgeschrieben, solange du nicht förderfähig oder rollstuhlgerecht bauen musst. Ich nutze sie trotzdem gern als Sicherheitsreserve: Wer heute die Bewegungsfläche von 120×120 cm einplant, muss in 20 Jahren nicht wieder Fliesen abschlagen.

WC-Höhe und Waschbecken-Höhe nach Norm: Wand-WC neben Waschbecken, Zollstock an der Wand angelegt
Vor dem Fliesen alle Höhen an der Wand anzeichnen: WC-Sitzhöhe und Waschbecken-Oberkante lassen sich danach nur noch mit großem Aufwand ändern (KI-Visualisierung)

Mein Praxis-Tipp

Passe die Maße an die Körpergröße der Hauptnutzer an, nicht an den Katalog. Und lege die Höhen aller Unterputz-Anschlüsse fest, bevor gefliest wird: Abwasseranschluss am Waschtisch meist ca. 50–60 cm, Eckventile ca. 50–55 cm, Duscharmatur ca. 100–110 cm, Wannenarmatur ca. 15–25 cm über dem Wannenrand. Wer erst nach dem Fliesen merkt, dass der Siphon nicht zum Unterschrank passt, sägt Schubladen aus oder schlägt Fliesen wieder ab.

Doppelwaschtisch-Maße: Breite, Achsabstand und Platzbedarf

Ein Doppelwaschtisch ist für Paare und Familien ein echter Gewinn am Morgen, aber nur, wenn man sich nicht gegenseitig die Ellenbogen in die Seite rammt. Das wichtigste Maß ist deshalb nicht die Gesamtbreite, sondern der Achsabstand zwischen den Beckenmitten.

  • Gesamtbreite: ab ca. 120 cm geht es, bequem wird es ab 140 cm, richtig großzügig ab 160 cm.
  • Achsabstand der Becken: mindestens ca. 70–80 cm, besser 80–90 cm. Unter 70 cm stehst du Schulter an Schulter.
  • Abstand Beckenmitte zur Seitenwand: mindestens ca. 35–45 cm, damit der Ellenbogen nicht an die Wand stößt.
  • Bewegungsfläche davor: mindestens ca. 55–75 cm Tiefe auf der gesamten Breite, damit zwei Personen gleichzeitig stehen können.
  • Höhe: wie beim Einzelwaschtisch 85–95 cm, bei unterschiedlich großen Nutzern auch zwei Höhen möglich.

Rechenbeispiel

Ein 140 cm breiter Waschtisch mit zwei Becken bei 35 cm und 105 cm (gemessen ab linker Kante) ergibt einen Achsabstand von 70 cm und je 35 cm bis zum Rand. Das ist das Minimum, das ich noch empfehlen würde. Bei 160 cm Breite und Becken bei 40 und 120 cm hast du 80 cm Achsabstand, und genau da fängt es an, entspannt zu werden.

Plane auch die Spiegelbreite mit: Ein durchgehender Spiegel über die volle Waschtischbreite wirkt großzügiger als zwei kleine Einzelspiegel. Wer Stauraum braucht, findet im Vergleich der besten Spiegelschränke mit LED-Beleuchtung auch breite Modelle für Doppelwaschtische.

Toilette Höhe und WC-Abstände: Was die Norm empfiehlt

Bei der Toilettenhöhe unterscheidet man zwei Werte: die Oberkante der Keramik und die Sitzhöhe inklusive WC-Sitz. Der Sitz trägt meist 2–3 cm auf. Ein klassisches Wand-WC wird mit der Keramik-Oberkante bei rund 40 cm montiert, was eine Sitzhöhe von etwa 40–42 cm ergibt (bei dickem Sitz etwas mehr).

Komfort-WC und barrierefreie WC-Höhe

Für größere Menschen, für Ältere und bei Knie- oder Hüftproblemen ist eine Komforthöhe von 45–48 cm deutlich angenehmer. Die DIN 18040-2 nennt für barrierefreie Bäder eine Sitzhöhe von 46–48 cm inklusive Sitz. Der große Vorteil eines Wand-WCs: Über das Vorwandelement lässt sich die Höhe bei der Montage frei festlegen. Bei einem Stand-WC bist du auf das Modell angewiesen, kannst aber mit Sitzerhöhungen nachhelfen.

Abstände rund ums WC

  • Seitlich: mindestens ca. 20–25 cm zwischen WC und Wand oder Nachbarobjekt. Da ein WC rund 35–40 cm breit ist, sollte die WC-Achse besser 40–45 cm von der Seitenwand entfernt liegen.
  • Davor: eine freie Fläche von ca. 70–75 cm Tiefe, barrierefrei 120×120 cm.
  • Ausladung: Standard-WCs ragen ca. 48–56 cm von der Wand in den Raum, rollstuhlgerechte WCs ca. 70 cm.
  • Stützklappgriffe (rollstuhlgerecht): beidseitig, Oberkante 28 cm über Sitzhöhe, Abstand der Griffe zueinander 65–70 cm, sie ragen ca. 15 cm über die WC-Vorderkante hinaus.

Mein Tipp für die Montage: Setz dich vor dem Festlegen der Höhe probeweise auf einen Stuhl oder Hocker mit der geplanten Sitzhöhe. Stehen deine Füße flach auf dem Boden und sind die Knie etwa im rechten Winkel, passt die Höhe.

Maße für Dusche, Armaturen und Badewanne

Duschfläche

Eine Duschtasse mit 80×80 cm ist das absolute Minimum, in der Praxis stößt du darin beim Haarewaschen ständig an die Wände. Ich empfehle mindestens 90×90 cm, wirklich komfortabel wird es ab 90×120 cm. Eine Walk-in-Dusche ohne Tür braucht mindestens 120 cm Länge, damit das Wasser nicht ins Bad spritzt. Für barrierefreie Duschen nennt die DIN 18040-2 eine bodengleiche Fläche von 120×120 cm, rollstuhlgerecht 150×150 cm, mit maximal 2 cm Absenkung.

Höhe von Duscharmatur, Brausestange und Kopfbrause

  • Duscharmatur (Mischer oder Thermostat): ca. 100–110 cm, barrierefrei ca. 85 cm, damit sie auch im Sitzen erreichbar ist.
  • Brausestange: Unterkante etwa auf Armaturhöhe, Oberkante bei ca. 190–210 cm. Ideal ist eine Stange, an der der Halter stufenlos verschiebbar ist.
  • Kopf- oder Regenbrause: Unterkante ca. 2,00–2,20 m oder als Faustregel Körpergröße plus 20–30 cm. Bei Dachschrägen und niedrigen Altbaudecken vorher nachmessen.
  • Duschablage oder Nische: ca. 100–130 cm, außerhalb des direkten Strahls.

Badewanne: Einbauhöhe und Armatur

Der Wannenrand liegt üblicherweise bei 55–60 cm über dem fertigen Fußboden. Das ergibt sich aus der Wannentiefe plus Wannenfüße bzw. Wannenträger und der Höhe, die der Ablauf mit Gefälle braucht. Wer den Einstieg niedriger will, kann die Wanne teilweise in ein Podest oder den Boden einlassen, muss dann aber den Ablauf sauber lösen. Die Wannenarmatur sitzt meist 15–25 cm über dem Wannenrand. Haltegriffe an der Wanne gehören rund 15–20 cm über den Rand. Wo genau sie am meisten bringen, habe ich im Beitrag Wo den Haltegriff für die Badewanne anbringen? ausführlich erklärt.

Spiegel-Höhe im Bad, Handtuchhalter, Haltegriffe und Schalter

In welcher Höhe hängt der Spiegel?

Die Spiegelmitte gehört auf Augenhöhe, das sind bei Erwachsenen meist 155–165 cm. Die Unterkante liegt typischerweise 10–25 cm über dem Waschtisch, also oft bei 105–120 cm, damit die Armatur nicht im Weg ist und Spritzwasser den Spiegel nicht sofort trifft. Die Oberkante sollte mindestens bei ca. 190–200 cm liegen, damit auch große Menschen ihren Kopf vollständig sehen.

Barrierefrei geplant wird der Spiegel direkt oberhalb des Waschtischs angebracht und mindestens 100 cm hoch, damit er im Sitzen und im Stehen funktioniert. Kippspiegel sind dafür übrigens nicht nötig. Für die passende Beleuchtung am Spiegel lohnt ein Blick in meinen Ratgeber Bad-Licht richtig planen.

Handtuchhalter, Haken und Papierhalter

  • Handtuchhalter am Waschtisch: ca. 80–110 cm, seitlich in Griffweite, damit nasse Hände nicht über den Boden tropfen.
  • Handtuchhaken für Badetücher: ca. 150–180 cm, nahe am Ausstieg von Wanne oder Dusche.
  • Toilettenpapierhalter: ca. 70–80 cm hoch und etwas vor der WC-Vorderkante.
  • Haltegriffe: waagerechte Griffe in der Dusche ca. 85 cm, senkrechte Griffe am Einstieg in Greifhöhe zwischen ca. 80 und 150 cm.

Lichtschalter und Steckdosen

Für Schalter nennt die DIN 18015-3 ein Vorzugsmaß von 105 cm, in barrierefreien Bädern liegen Bedienelemente bei 85 cm. Die Steckdose am Waschtisch setze ich gern seitlich etwa 20–30 cm über die Waschtischoberkante, dann hängt das Föhnkabel nicht ins Becken. Wichtiger als die Höhe ist aber der Abstand zu Wanne und Dusche, dazu jetzt mehr.

Schutzbereiche im Bad: Steckdosen-Abstand nach DIN VDE 0100-701

Wasser und Strom vertragen sich bekanntlich schlecht. Deshalb teilt die DIN VDE 0100-701 Räume mit Badewanne oder Dusche in Schutzbereiche ein. Je näher am Wasser, desto strenger die Regeln.

Bereich Wo genau? Was ist erlaubt?
Bereich 0 Innenraum von Wanne oder Duschtasse nur fest installierte Geräte für diesen Bereich, Schutzart mind. IPX7, Schutzkleinspannung
Bereich 1 senkrecht über Wanne bzw. Duschtasse bis 2,25 m Höhe; bei bodengleichen Duschen im Umkreis von 1,20 m um den festen Wasserauslass fest angeschlossene Geräte wie Durchlauferhitzer oder Lüfter, mind. IPX4; keine Steckdosen, keine Schalter
Bereich 2 60 cm breiter Streifen rund um Bereich 1, bis 2,25 m Höhe (entfällt bei bodengleichen Duschen ohne Abtrennung) Leuchten und Geräte mit mind. IPX4; keine normalen Steckdosen und Schalter
Außerhalb der übrige Raum Steckdosen und Schalter erlaubt, alle Stromkreise über FI-Schutzschalter (RCD) mit 30 mA

Für die Praxis heißt das: Steckdosen gehören mindestens 60 cm seitlich neben Wanne oder Duschtasse, also außerhalb von Bereich 2. Bei bodengleichen Duschen ohne feste Abtrennung rechnest du mit 1,20 m Abstand zum Brauseanschluss. Ausnahmen gibt es nur für spezielle Rasiersteckdosen mit Trenntransformator und Schutzkleinspannung. Alle Stromkreise im Bad müssen über einen Fehlerstrom-Schutzschalter mit 30 mA laufen. Eine gute Übersicht mit Skizzen bietet Baunetzwissen zu den elektrischen Schutzbereichen.

Achtung

Elektroinstallationen im Bad sind Sache einer Elektrofachkraft. Das gilt für neue Steckdosen, Leuchten über der Dusche, Spiegelschränke mit Anschluss und den FI-Schutz. Fehler hier sind lebensgefährlich, und bei einem Schaden kann der Versicherungsschutz wackeln. Ob deine Metallwanne in den Schutzpotenzialausgleich einbezogen werden sollte, liest du im Beitrag Badewanne erden: Wo schließt man das an?

Badezimmer-Maße: Wie groß muss ein Bad mindestens sein?

Eine bundesweit verbindliche Mindestgröße für Badezimmer gibt es in Deutschland nicht. Die Landesbauordnungen schreiben in der Regel nur vor, dass jede Wohnung ein Bad mit Badewanne oder Dusche und eine Toilette haben muss. Wie groß das Bad wird, ergibt sich deshalb aus den Objekten und ihren Bewegungsflächen. Aus meiner Erfahrung kannst du mit diesen Richtwerten planen:

Badtyp Ausstattung Richtwert Fläche
Gäste-WC WC + Handwaschbecken ab ca. 1,5–2 m² (Raumbreite mind. ca. 90 cm)
Kleines Duschbad Dusche + WC + Waschtisch ab ca. 3,5–4 m²
Wannenbad Badewanne + WC + Waschtisch ab ca. 4,5–5 m²
Familienbad Wanne + Dusche + WC + Doppelwaschtisch ab ca. 8–10 m²
Barrierefreies Bad bodengleiche Dusche + WC + Waschtisch, 120×120 cm Bewegungsflächen ab ca. 6–7 m², rollstuhlgerecht eher 8–9 m² und mehr

Bewegungsflächen dürfen sich überlappen, das spart viel Platz. Die Fläche vor dem WC kann zum Beispiel gleichzeitig die Fläche vor der Dusche sein. Nicht überlappen sollten sich dagegen Türaufschlag und Bewegungsfläche, sonst stehst du beim Öffnen der Tür im Weg. In engen Bädern helfen Schiebetüren oder eine nach außen öffnende Tür.

So gehst du bei der Planung vor

  1. Raum aufmessen: Länge, Breite, Raumhöhe, Fenster- und Türposition, Lage der Fallleitung.
  2. Nutzer festlegen: Körpergröße der Hauptnutzer notieren und daraus Waschtisch-, Spiegel- und Brausehöhe ableiten.
  3. Objekte platzieren: WC möglichst nah an die Fallleitung, Dusche oder Wanne an die Wand mit genug Raum für Bereich 2.
  4. Bewegungsflächen einzeichnen: mindestens 70–75 cm vor jedem Objekt, bei Zukunftsplanung 120×120 cm.
  5. Anschlüsse und Elektro fixieren: Unterputz-Höhen, Steckdosen und Schalter mit Installateur und Elektriker festlegen, bevor gefliest wird.

Mein Fazit

Die richtige Waschbecken-Höhe liegt für die meisten Erwachsenen bei 85–95 cm, gemessen bis zum Beckenrand. Beim WC sind 40–42 cm Standard, 46–48 cm deutlich bequemer, die Spiegelmitte gehört auf Augenhöhe und Steckdosen mindestens 60 cm neben Wanne und Dusche. Mein wichtigster Rat: Plane nach deiner Körpergröße und lege alle Anschlusshöhen vor dem Fliesen fest. Wer schon jetzt ein paar barrierefreie Maße mitdenkt, hat ein Bad, das auch in 20 Jahren noch passt.

Häufige Fragen

Wie hoch soll ein Waschbecken sein?

Üblich ist eine Oberkante von 85–95 cm über dem fertigen Fußboden, der frühere Norm-Richtwert lag bei 85 cm. Als Faustregel gilt die halbe Körpergröße oder etwa 10–15 cm unter der Ellenbogenhöhe. Für Rollstuhlnutzer liegt die Oberkante bei maximal 80 cm.

Welche Standardmaße hat ein Waschbecken?

Einzelwaschbecken sind meist 50–65 cm breit, Möbelwaschtische auch 70–80 cm, bei einer Tiefe von etwa 40–55 cm. Handwaschbecken für das Gäste-WC messen ca. 35–50 cm in der Breite. Doppelwaschtische beginnen bei rund 120 cm Breite.

Wie hoch muss der Waschtisch mit Aufsatzbecken sein?

Entscheidend ist der Rand des Aufsatzbeckens, nicht die Platte. Da Aufsatzbecken meist 10–16 cm hoch sind, sollte der Unterschrank bzw. die Platte bei etwa 75–80 cm liegen, damit der Beckenrand bei ca. 90 cm landet. Dazu passt eine hohe Standarmatur oder eine Wandarmatur.

Wie hoch ist eine Toilette normalerweise?

Ein Standard-WC hat eine Sitzhöhe von etwa 40–42 cm inklusive Sitz. Komfort-WCs liegen bei 45–48 cm, barrierefreie WCs nach DIN 18040-2 bei 46–48 cm. Wand-WCs lassen sich über das Vorwandelement individuell in der Höhe montieren.

In welcher Höhe hängt man den Spiegel im Bad auf?

Die Spiegelmitte sollte auf Augenhöhe liegen, also bei etwa 155–165 cm. Die Unterkante sitzt meist 10–25 cm über dem Waschtisch. Barrierefrei wird der Spiegel direkt über dem Waschtisch mit mindestens 100 cm Höhe angebracht.

Wie weit muss eine Steckdose von Dusche oder Badewanne entfernt sein?

Nach DIN VDE 0100-701 dürfen normale Steckdosen nicht in den Schutzbereichen 0, 1 und 2 liegen. Praktisch heißt das mindestens 60 cm seitlich neben Wanne oder Duschtasse, bei bodengleichen Duschen ohne Abtrennung 1,20 m um den Brauseanschluss. Alle Stromkreise im Bad brauchen einen FI-Schutzschalter mit 30 mA, die Installation gehört in die Hände einer Elektrofachkraft.

Wie groß muss ein Bad mindestens sein?

Eine gesetzliche Mindestgröße gibt es in Deutschland nicht. Als Richtwert brauchst du für ein Gäste-WC ca. 1,5–2 m², für ein kleines Duschbad ab ca. 3,5–4 m² und für ein Wannenbad ab ca. 4,5–5 m². Ein barrierefreies Bad mit 120×120 cm Bewegungsflächen benötigt eher 6–7 m² oder mehr.

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