Wasser erwärmen: Rechner für kWh, Kosten und Aufheizzeit

Das Badezimmer, Häufig gestellte Fragen

Wasser zu erwärmen ist im Haushalt der zweitgrößte Energieposten nach dem Heizen – und die Rechnung dahinter ist erfreulich simpel: Ein Liter Wasser um ein Grad zu erwärmen kostet 1,163 Wattstunden. Mehr brauchst du nicht, um Energiebedarf und Warmwasserkosten selbst auszurechnen.

Damit du nicht selbst rechnen musst, habe ich dir einen Rechner gebaut: Wassermenge, Start- und Zieltemperatur, Energiequelle und Preis rein – kWh, Kosten und Aufheizzeit raus. Darunter zeige ich dir die Formel dahinter, fertige Tabellen für 1 bis 1000 Liter und was das Ganze fürs Baden bedeutet.

Wasser-erwärmen-Rechner

Wassermenge, Start- und Zieltemperatur eintragen – du siehst sofort Energiebedarf, Kosten und Aufheizzeit.

Energiebedarf4,98 kWh
Kosten1,89 Euro
Aufheizzeit14,0 Min.

Gerechnet mit der spezifischen Wärmekapazität von Wasser (1,163 Wh pro Liter und Kelvin). Der Energiepreis von 0,38 €/kWh ist ein Beispielwert – trag deinen echten Tarif ein (Stand September 2026). Die Aufheizzeit rechnet mit der theoretischen Wärmemenge, weil die Angabe auf dem Gerät die abgegebene Heizleistung meint. Was ein komplettes Bad kostet, rechnet dir mein Vollbad-Kosten-Rechner aus.

Die Formel: Wärmemenge berechnen

Wenn du die Wärmemenge berechnen willst, die nötig ist, um Wasser zu erwärmen, brauchst du genau eine Gleichung aus der Physik:

Die Grundformel

Q = m · c · ΔT

Q = Wärmemenge · m = Masse in Kilogramm (1 Liter Wasser ≈ 1 kg) · c = spezifische Wärmekapazität · ΔT = Temperaturdifferenz in Kelvin (entspricht der Differenz in °C)

Der entscheidende Wert darin ist die spezifische Wärmekapazität von Wasser. Sie beträgt rund 4,182 kJ/(kg·K) beziehungsweise 4.182 Joule – so viel Energie brauchst du, um ein Kilogramm Wasser um ein Kelvin zu erwärmen. Wasser hat damit eine ungewöhnlich hohe Wärmekapazität: Es speichert viel Energie, gibt sie aber auch nur langsam wieder ab. Genau deshalb bleibt Badewasser einigermaßen warm – und genau deshalb ist es so teuer, es überhaupt erst warm zu bekommen.

Für die Praxis rechnet aber niemand in Joule. Deshalb rechnest du einmal in Wattstunden um:

Von Joule zu Wattstunden – die Herleitung

1 Wattstunde = 3.600 Joule. Also:

4.182 J/(kg·K) ÷ 3.600 = 1,1617 Wh/(kg·K)

Gerundet: 1,163 Wh pro Liter und Grad – das ist der Faktor, mit dem mein Rechner arbeitet. In Kilowattstunden also 0,001163 kWh je Liter und Kelvin.

Damit wird aus der Physikformel eine Warmwasser-Formel, die du im Kopf anwenden kannst:

Die Praxisformel

kWh = Liter × ΔT × 1,163 ÷ 1.000

Beispiel: 150 Liter von 12 auf 40 °C, also ΔT = 28 Kelvin:
150 × 28 × 1,163 ÷ 1.000 = 4,88 kWh

Und weil kein Gerät verlustfrei arbeitet, teilst du am Ende noch durch den Wirkungsgrad:
Tatsächlicher Bedarf = 4,88 kWh ÷ 0,98 = 4,98 kWh (Durchlauferhitzer)

Das ist die komplette Rechnung. Wenn du also die Wärmemenge von Wasser berechnen willst – egal ob für einen Liter Tee oder tausend Liter Pool –, brauchst du nur diese drei Zahlen: Menge, Temperaturdifferenz und Wirkungsgrad.

Wie viel kWh braucht 1 Liter Wasser?

Die häufigste Frage zuerst: 1 Liter Wasser um 1 Grad zu erwärmen braucht 0,001163 kWh – also gut eine Tausendstel Kilowattstunde. Das klingt nach nichts, summiert sich aber schnell. Hier die theoretische Energie, um Wasser zu erwärmen, für die gängigen Mengen und Temperatursprünge:

Wassermenge ΔT 20 K
z. B. 12 → 32 °C
ΔT 30 K
z. B. 12 → 42 °C
ΔT 50 K
z. B. 10 → 60 °C
1 Liter 0,023 kWh 0,035 kWh 0,058 kWh
10 Liter 0,23 kWh 0,35 kWh 0,58 kWh
100 Liter 2,33 kWh 3,49 kWh 5,82 kWh
150 Liter (Vollbad) 3,49 kWh 5,23 kWh 8,72 kWh
1.000 Liter 23,26 kWh 34,89 kWh 58,15 kWh

Alle Werte sind theoretische Wärmemengen – also das, was physikalisch im Wasser landet. Was du tatsächlich einkaufen musst, liegt je nach Energiequelle 2 bis 25 Prozent darüber (oder bei einer Wärmepumpe deutlich darunter, dazu gleich mehr).

Merkregel für den Kopf

1.000 Liter um 1 Grad = 1,163 kWh. Damit hast du alles im Griff: 1.000 Liter um 50 Grad sind rund 58 kWh, 100 Liter um 30 Grad rund 3,5 kWh. Einfach den Faktor 1,163 mit Kubikmetern und Kelvin multiplizieren.

Was kostet das Erwärmen?

Jetzt wird es interessant, denn die reine kWh-Zahl sagt noch nichts über deine Warmwasserkosten. Entscheidend sind zwei Dinge: der Wirkungsgrad deiner Anlage und der Preis pro Kilowattstunde des Energieträgers. Und die klaffen weit auseinander.

Die Tabelle zeigt dir dasselbe Beispiel wie oben – 150 Liter um 28 Kelvin erwärmt, also ein Vollbad von 12 auf 40 °C – einmal durchgerechnet für jede Energiequelle:

Energiequelle Wirkungsgrad / JAZ Beispielpreis Benötigte kWh Kosten
Gasheizung 0,85 0,11 €/kWh 5,75 kWh 0,63 €
Ölheizung 0,80 0,12 €/kWh 6,11 kWh 0,73 €
Fernwärme 0,95 0,14 €/kWh 5,14 kWh 0,72 €
Strom / Durchlauferhitzer 0,98 0,38 €/kWh 4,98 kWh 1,89 €
Wärmepumpe 3,0 (JAZ) 0,38 €/kWh 1,63 kWh 0,62 €

Die Energiepreise sind Beispielwerte, Stand September 2026. Sie schwanken je nach Tarif und Region deutlich – trag im Rechner oben deinen echten Preis ein, dann stimmt das Ergebnis für dich.

Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Strom ist mit Abstand am teuersten, obwohl der Durchlauferhitzer den besten Wirkungsgrad hat. Das liegt allein am Preis pro Kilowattstunde – Strom kostet rund das Dreifache von Gas. Zweitens: Die Wärmepumpe arbeitet mit demselben teuren Strom und ist trotzdem am günstigsten, weil ihre Jahresarbeitszahl (JAZ) über 1 liegt. Bei einer JAZ von 3,0 macht sie aus einer Kilowattstunde Strom drei Kilowattstunden Wärme, weil sie den Großteil der Energie aus der Umgebungsluft oder dem Erdreich holt.

Wenn du deine Warmwasserkosten berechnen willst, reicht deshalb ein Blick auf den Wirkungsgrad nicht – du musst ihn immer zusammen mit dem Arbeitspreis betrachten. Genau das macht der Rechner oben für dich.

Nicht vergessen: Speicher- und Zirkulationsverluste

Meine Rechnung zeigt die Energie, die im Wasser landet. Hast du einen Warmwasserspeicher mit Zirkulationsleitung, kommen im Jahresschnitt noch einmal 15 bis 30 Prozent obendrauf – für Bereitschaftsverluste des Speichers und für das ständig warm gehaltene Leitungswasser. Ein Durchlauferhitzer hat diese Verluste nicht, dafür zahlst du dort den vollen Strompreis.

Wie lange dauert das Aufheizen?

Die Aufheizzeit folgt aus der Wärmemenge und der Leistung deines Geräts:

Die Formel für die Aufheizzeit

Minuten = Wärmemenge (kWh) ÷ Heizleistung (kW) × 60

Wichtig: Hier rechnest du mit der theoretischen Wärmemenge, nicht mit dem Endenergiebedarf. Denn die Kilowatt auf dem Typenschild beschreiben die abgegebene Wärmeleistung – der Wirkungsgrad steckt da schon drin. Würdest du den Verlust noch einmal draufrechnen, käme eine zu lange Zeit heraus.

Für unsere 150 Liter um 28 Kelvin (4,88 kWh theoretisch) ergibt das:

Gerät Heizleistung Aufheizzeit für 150 Liter
Kleiner Boiler / Untertischgerät 2 kW ca. 146,5 Minuten
Warmwasserspeicher 5 kW ca. 58,6 Minuten
Durchlauferhitzer klein 18 kW ca. 16,3 Minuten
Durchlauferhitzer Standard 21 kW ca. 14,0 Minuten

Und jetzt der Punkt, an dem die meisten Tabellen im Netz in die Irre führen: Speicher und Durchlauferhitzer arbeiten völlig unterschiedlich.

Ein Speicher heizt vor. Die 58 Minuten bei 5 kW sind eine echte Wartezeit – aber eine, die nachts oder tagsüber passiert, ohne dass du davon etwas merkst. Danach steht das warme Wasser bereit, und du kannst deine Wanne in wenigen Minuten volllaufen lassen. Der Nachteil: Ist der Speicher leer, ist er leer.

Ein Durchlauferhitzer heizt im Durchfluss. Bei ihm gibt es gar keine Aufheizzeit im klassischen Sinn, denn er erwärmt das Wasser genau in dem Moment, in dem es durch das Gerät strömt. Die entscheidende Größe ist dort nicht die Gesamtzeit, sondern die Leistung pro Liter: Bei 21 kW und 28 Kelvin Erwärmung schafft er rund 10 bis 11 Liter pro Minute. Deine Wanne läuft also so schnell voll, wie der Erhitzer nachkommt – und die 14 Minuten aus der Tabelle sind exakt die Zeit, die das Einlassen dauert. Dreht dein Mitbewohner parallel die Dusche auf, wird das Wasser kühler oder der Durchfluss sinkt. Mehr dazu steht in meinem Rechner zum Durchlauferhitzer-Stromverbrauch.

Was das fürs Baden bedeutet

Jetzt übersetze ich die Physik in Badezimmer-Alltag. Ein Vollbad mit 150 Litern bei 40 °C kostet dich an Energie zwischen 0,62 € (Wärmepumpe) und 1,89 € (Durchlauferhitzer) – plus Frischwasser und Abwasser, die noch einmal rund 0,60 bis 0,90 Euro ausmachen. Die komplette Rechnung inklusive Wasserpreis und Badezusatz findest du in meinem Beitrag zu den Vollbad-Kosten.

Eine Dusche braucht bei 8 Minuten und einem Standard-Duschkopf mit 12 l/min rund 96 Liter – also gut zwei Drittel eines Vollbads. Mit einem Sparduschkopf (6 l/min) halbierst du das auf 48 Liter und rund 1,6 kWh. Der Vergleich Wanne gegen Dusche ist damit deutlich enger, als viele denken; ich habe ihn im Duschkosten-Rechner durchgerechnet.

Und weil die Formel linear ist, gilt: Jedes Grad zählt. Bei 150 Litern kostet dich jedes zusätzliche Grad 0,17 kWh theoretisch – beim Durchlauferhitzer also rund 7 Cent. Badest du mit 38 statt 42 °C, sparst du pro Bad knapp 28 Cent, bei zwei Bädern die Woche fast 30 Euro im Jahr. Dasselbe gilt für die Menge: Wie viel Wasser wirklich in deine Wanne passt (und wie viel du durch deine eigene Verdrängung sparst), rechnet dir mein Badewannen-Volumen-Rechner aus.

Drei Stellschrauben, die wirklich etwas bringen

1. Weniger Liter. 20 Liter weniger sparen rund 0,65 kWh – das ist der größte Hebel, weil die Menge direkt in die Formel eingeht.
2. Ein, zwei Grad kühler. 38 °C fühlen sich immer noch angenehm warm an und liegen näher an der Körpertemperatur.
3. Deckel drauf, Tür zu. Klingt banal, aber ein Bad kühlt pro Stunde um mehrere Grad aus. Wer lange badet und nachheizt, zahlt zweimal.

Mein Fazit

Die ganze Warmwasser-Rechnerei hängt an einer einzigen Zahl: 1,163 Wattstunden pro Liter und Grad. Damit rechnest du jede Wassermenge durch – vom Liter Teewasser bis zum 1.000-Liter-Pool. Was dich das kostet, entscheidet danach nur noch dein Energieträger: Ein Vollbad mit 150 Litern liegt zwischen 62 Cent mit der Wärmepumpe und 1,89 Euro mit dem Durchlauferhitzer. Trag oben im Rechner deine echten Werte ein – dann weißt du in zehn Sekunden, was dein nächstes Bad kostet.

Häufige Fragen

Wie viel kWh braucht man, um 1 Liter Wasser zu erwärmen?

Für 1 Liter Wasser und 1 Grad Temperaturerhöhung brauchst du 0,001163 kWh (also 1,163 Wattstunden). Um einen Liter von 12 auf 100 °C zu bringen, sind es 0,102 kWh – das erklärt, warum ein Wasserkocher trotz 2.000 Watt nur wenige Cent pro Füllung kostet.

Wie viel kWh braucht man, um 1000 Liter Wasser zu erwärmen?

Das hängt am Temperaturunterschied: 1.000 Liter um 20 Kelvin erwärmt brauchen 23,26 kWh, um 30 Kelvin 34,89 kWh und um 50 Kelvin 58,15 kWh – jeweils theoretisch, ohne Verluste. Als Merkregel: 1.000 Liter um 1 Grad kosten 1,163 kWh.

Wie rechnet man die Wärmemenge aus?

Mit Q = m · c · ΔT: Masse in Kilogramm mal spezifische Wärmekapazität mal Temperaturdifferenz. Für Wasser vereinfacht sich das zu kWh = Liter × ΔT × 1,163 ÷ 1.000. Zum Schluss teilst du noch durch den Wirkungsgrad deiner Heizung, um den tatsächlichen Energiebedarf zu bekommen.

Was ist die spezifische Wärmekapazität von Wasser?

Sie beträgt rund 4,182 kJ/(kg·K), also 4.182 Joule je Kilogramm und Kelvin – umgerechnet 1,163 Wh. Wasser hat damit eine der höchsten Wärmekapazitäten aller Alltagsstoffe. Der Wert schwankt leicht mit der Temperatur (zwischen etwa 4,18 und 4,22 kJ), für Haushaltsrechnungen ist das aber vernachlässigbar.

Wie lange braucht ein Durchlauferhitzer für eine Badewanne?

Ein 21-kW-Durchlauferhitzer schafft 150 Liter von 12 auf 40 °C in rund 14 Minuten. Er heizt dabei nicht vor, sondern im Durchfluss – die Wanne läuft also genau so schnell voll, wie er Warmwasser liefern kann, bei 28 Kelvin Erwärmung sind das etwa 10 bis 11 Liter pro Minute.

Was ist günstiger: Wasser mit Gas oder mit Strom erwärmen?

Gas, und zwar deutlich. Für 150 Liter um 28 Kelvin zahlst du mit Gas rund 0,63 €, mit einem elektrischen Durchlauferhitzer rund 1,89 € – also etwa das Dreifache. Nur die Wärmepumpe schlägt Gas: Sie kommt bei einer JAZ von 3,0 auf rund 0,62 €, obwohl sie mit Strom läuft.

Über mich

Hallo, mein Name ist Stephan.
Ich blogge hier rund um das Thema Badewanne und freue mich über regen Austausch. Willkommen im wohl größten Fachblog zum Thema Badewanne.

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