Ein Durchlauferhitzer macht Warmwasser mit reinem Strom – und das ist die teuerste Art, Wasser zu erwärmen, die es in einem Haushalt gibt. Ein Zwei-Personen-Haushalt landet damit schnell bei rund 2.270 kWh im Jahr und knapp 72 Euro im Monat.
Warum das so ist und wie viel es bei dir ausmacht, rechne ich dir hier vor. Zuerst der Rechner: Personen, Duschgewohnheiten und Strompreis rein – Jahresverbrauch, Monatskosten und Jahreskosten raus. Darunter findest du eine Tabelle nach Haushaltsgröße, die Kosten pro Duschgang und den ehrlichen Vergleich mit Gas und Wärmepumpe.
Durchlauferhitzer-Kosten-Rechner
Trag deine Duschgewohnheiten und deinen Strompreis ein – du siehst sofort, was der Durchlauferhitzer im Monat und im Jahr kostet.
Gerechnet mit 38 °C Warmwasser bei 12 °C Kaltwasser (26 Kelvin Erwärmung), einem Vollbad mit 140 Litern bei 40 °C, einem Wirkungsgrad von 0,98 und zusätzlich 8 Litern Warmwasser pro Person und Tag fürs Händewaschen und Spülen. Der Strompreis von 0,38 €/kWh ist ein Beispielwert (Stand September 2026) – trag deinen echten Tarif ein, dann stimmt das Ergebnis für dich.
Wie viel Strom braucht ein Durchlauferhitzer?
Die Physik dahinter passt in einen Satz: Um einen Liter Wasser um ein Grad zu erwärmen, brauchst du 1,163 Wattstunden. Alles andere ist Multiplikation – Liter mal Grad mal 1,163, geteilt durch den Wirkungsgrad des Geräts.
Jetzt die Alltagszahl. Du duschst 8 Minuten mit einem Standard-Duschkopf, der 12 Liter pro Minute durchlässt. Das sind 96 Liter, die von 12 °C Leitungstemperatur auf 38 °C gebracht werden müssen – also 26 Kelvin Erwärmung:
Eine 8-Minuten-Dusche
96 Liter x 26 Kelvin x 1,163 Wh ÷ 1.000 ÷ 0,98 = rund 2,96 kWh
Bei 0,38 €/kWh sind das 1,13 Euro – für eine einzige Dusche. Duschst du täglich, sind allein dafür gut 410 Euro im Jahr fällig.
Ein Durchlauferhitzer ist dabei erst einmal sehr effizient: Er heizt nur, wenn Wasser fließt, hat keinen Speicher, der auskühlt, und praktisch keine Bereitschaftsverluste. Rund 98 % der aufgenommenen Energie landen im Wasser. Teuer wird er nicht wegen des Geräts, sondern wegen des Energieträgers Strom – dazu unten mehr im Vergleich.
Stromkosten nach Haushaltsgröße
Die folgende Tabelle rechnet mit den Standard-Gewohnheiten aus dem Rechner: 6 Duschen pro Person und Woche, je 8 Minuten, Standard-Duschkopf mit 12 l/min, ein Vollbad pro Woche im Haushalt und 8 Liter Warmwasser pro Person und Tag für Hände und Spüle. Strompreis: 0,38 €/kWh (Beispielwert, Stand September 2026).
| Haushalt | Strom pro Jahr | Kosten pro Monat | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|---|
| 1 Person | ca. 1.256 kWh | ca. 39,77 € | ca. 477 € |
| 2 Personen | ca. 2.270 kWh | ca. 71,88 € | ca. 863 € |
| 3 Personen | ca. 3.284 kWh | ca. 103,99 € | ca. 1.248 € |
| 4 Personen | ca. 4.298 kWh | ca. 136,10 € | ca. 1.633 € |
Durchlauferhitzer-Kosten für 1 Person
Als Single kommst du auf rund 1.256 kWh im Jahr, das sind etwa 39,77 Euro im Monat oder 477 Euro im Jahr. Der Anteil des Vollbads fällt hier am stärksten ins Gewicht, weil er sich nicht auf mehrere Köpfe verteilt – lässt du das wöchentliche Bad weg, sparst du gut 100 Euro im Jahr.
Durchlauferhitzer-Kosten für 2 Personen
Der typische Fall: 2.270 kWh pro Jahr, rund 71,88 Euro pro Monat, etwa 863 Euro im Jahr. Das ist mehr als die Hälfte dessen, was viele Zwei-Personen-Haushalte für ihren gesamten übrigen Strom bezahlen – Warmwasser ist bei einem Durchlauferhitzer schlicht der größte Einzelposten auf der Rechnung.
Durchlauferhitzer-Kosten für 3 bis 4 Personen
Mit Kindern wird es richtig teuer: 3 Personen liegen bei rund 3.284 kWh (ca. 104 Euro im Monat), 4 Personen bei etwa 4.298 kWh (ca. 136 Euro im Monat). In dieser Größenordnung lohnt sich jede Maßnahme sofort – ein Sparduschkopf für 25 Euro hat sich in einem Vier-Personen-Haushalt in weniger als einem Monat bezahlt gemacht.
Wichtig
Alle Werte sind Richtwerte. Wie viel du wirklich zahlst, hängt an drei Stellschrauben: deiner Kaltwassertemperatur (im Winter deutlich kälter als im Sommer), deinem tatsächlichen Duschverhalten und deinem Stromtarif. Trag deine Zahlen einfach oben in den Rechner ein.
Was kostet Duschen mit dem Durchlauferhitzer?
Duschen ist der größte Posten – und der, den du am leichtesten beeinflusst. Die Tabelle zeigt, was ein einzelner Duschgang kostet, je nach Dauer und Duschkopf (12 °C auf 38 °C, 0,38 €/kWh):
| Duschdauer | Sparduschkopf (6 l/min) | Standard (12 l/min) | Regendusche (20 l/min) |
|---|---|---|---|
| 5 Minuten | 0,93 kWh – 0,35 € | 1,85 kWh – 0,70 € | 3,09 kWh – 1,17 € |
| 8 Minuten | 1,48 kWh – 0,56 € | 2,96 kWh – 1,13 € | 4,94 kWh – 1,88 € |
| 12 Minuten | 2,22 kWh – 0,84 € | 4,44 kWh – 1,69 € | 7,41 kWh – 2,81 € |
Die Spannweite ist brutal: Zwischen der kurzen Dusche mit Sparkopf (35 Cent) und der ausgiebigen Regendusche (2,81 Euro) liegt der Faktor acht. Zwei Personen, die täglich 12 Minuten unter der Regendusche stehen, zahlen dafür über 2.000 Euro Strom im Jahr – nur fürs Duschen.
Wie sich das gegenüber dem Vollbad schlägt, habe ich im Beitrag Wasserverbrauch: Duschen vs. Baden im ehrlichen Vergleich durchgerechnet – Spoiler: bei langen Duschen gewinnt die Wanne. Und wenn du wissen willst, was ein einzelner Duschgang bei dir kostet, hilft dir mein Duschkosten-Rechner.
Durchlauferhitzer, Gas oder Wärmepumpe – was ist teurer?
Damit der Vergleich fair ist, nehme ich exakt dieselbe Warmwassermenge wie oben beim Zwei-Personen-Haushalt: rund 2.225 kWh Nutzwärme im Jahr. Nur die Erzeugung wechselt.
| Erzeugung | Annahme | Energie pro Jahr | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|---|
| Durchlauferhitzer (Strom) | Wirkungsgrad 0,98 · 0,38 €/kWh | ca. 2.270 kWh Strom | ca. 863 € |
| Gastherme | Wirkungsgrad 0,85 · 0,11 €/kWh | ca. 2.617 kWh Gas | ca. 288 € |
| Wärmepumpe | JAZ 3 · 0,38 €/kWh | ca. 742 kWh Strom | ca. 282 € |
Das Ergebnis ist eindeutig: Strom direkt in Wärme umzuwandeln ist die teuerste Art, Wasser zu erwärmen – rund dreimal so teuer wie Gas oder Wärmepumpe, obwohl der Durchlauferhitzer technisch der effizienteste der drei ist. Der Grund ist nicht das Gerät, sondern der Preis pro Kilowattstunde: Strom kostet etwa das Dreieinhalbfache von Gas, und die Wärmepumpe holt aus einer Kilowattstunde Strom drei Kilowattstunden Wärme.
Daraus folgt die wichtigste Erkenntnis dieses Beitrags: Beim Durchlauferhitzer lohnt sich jede gesparte Minute doppelt. Wo ein Gasheizer bei einer eingesparten Dusche 30 Cent spart, sparst du über einen Euro. Deshalb rechnen sich Sparduschkopf und kürzere Duschzeiten hier schneller als in jedem anderen Haushalt.
Kein Grund zum Ausbauen
Der Wechsel auf Gas oder Wärmepumpe kostet vier- bis fünfstellig und ist in Mietwohnungen ohnehin keine Option. Rechne den Umstieg nur, wenn du sowieso saniert – ansonsten holst du über das Nutzungsverhalten deutlich schneller Geld zurück.
So senkst du die Kosten
Fünf Hebel, sortiert nach Wirkung – alle Zahlen für den Zwei-Personen-Haushalt aus der Tabelle oben:
- Sparduschkopf einbauen – halbiert den Duschverbrauch. Von 12 auf 6 Liter pro Minute: Der Jahresverbrauch fällt von 2.270 auf rund 1.346 kWh, die Kosten von 863 auf etwa 511 Euro. Das sind rund 351 Euro Ersparnis pro Jahr für ein Bauteil, das 20 bis 40 Euro kostet und in fünf Minuten montiert ist. Kein anderer Hebel im Bad zahlt sich so schnell zurück.
- Kürzer duschen – drei Minuten weniger. Von 8 auf 5 Minuten senkt den Jahresverbrauch auf rund 1.577 kWh und spart etwa 263 Euro im Jahr. Eine Eieruhr oder ein Song als Zeitmaß helfen mehr als jeder Vorsatz.
- Temperatur am Gerät begrenzen. Stell den Durchlauferhitzer auf 38 bis 40 °C statt auf Maximum. Du mischst dann kaum noch kaltes Wasser dazu – und jedes Grad, das du nicht heizt, kostet auch nichts. Welche Temperatur beim Baden sinnvoll ist, habe ich unter welche Badewannen-Temperatur ideal ist beschrieben.
- Nicht auf Maximaltemperatur laufen lassen. Viele stellen das Gerät auf 55 oder 60 °C und drehen an der Armatur kalt dazu. Das heißt: Du bezahlst Energie, die du sofort wieder wegkühlst – und förderst zusätzlich die Verkalkung im Gerät.
- Perlator und Duschkopf entkalken. Verkalkte Düsen verteilen das Wasser schlechter, du duschst länger und drehst weiter auf. Zwei Stunden in Essigwasser, einmal im Quartal – kostet nichts und hält die Durchflussmenge dort, wo du sie eingestellt hast.
Weitere Hebel – vom Warmwasser beim Baden bis zur Rohrdämmung – findest du in meinem Beitrag Warmwasser und Energie sparen beim Baden: 9 Hebel mit Soforteffekt.
*Affiliate-Link: Kaufst du darüber ein, erhalte ich eine kleine Provision – für dich ändert sich am Preis nichts.
Mein Fazit
Ein Durchlauferhitzer ist technisch effizient, aber wirtschaftlich teuer: Ein Zwei-Personen-Haushalt zahlt mit üblichen Gewohnheiten rund 2.270 kWh und 863 Euro im Jahr – etwa dreimal so viel wie mit Gas oder Wärmepumpe. Umbauen lohnt sich meist nicht, das Verhalten ändern schon: Ein Sparduschkopf allein bringt hier gut 350 Euro im Jahr, drei Minuten kürzer duschen noch einmal über 250 Euro. Trag oben deine eigenen Zahlen ein – und wenn dich interessiert, was das Vollbad daneben kostet, findest du das in meinem Vollbad-Kosten-Rechner.
Häufige Fragen
Wie viel Strom verbraucht ein Durchlauferhitzer pro Dusche?
Eine 8-Minuten-Dusche mit Standard-Duschkopf (12 l/min) verbraucht rund 2,96 kWh und kostet bei 0,38 €/kWh etwa 1,13 Euro. Mit Sparduschkopf sind es nur 1,48 kWh beziehungsweise 56 Cent, unter der Regendusche dagegen 4,94 kWh und 1,88 Euro.
Was kostet ein Durchlauferhitzer im Monat für 2 Personen?
Mit den üblichen Gewohnheiten – sechs Duschen pro Person und Woche à 8 Minuten, ein Vollbad wöchentlich – liegt ein Zwei-Personen-Haushalt bei rund 72 Euro im Monat (ca. 189 kWh). Duscht ihr kürzer oder mit Sparduschkopf, sind auch 40 bis 50 Euro realistisch.
Wie viel kWh verbraucht ein Durchlauferhitzer pro Jahr?
Als Richtwert: 1 Person rund 1.250 kWh, 2 Personen rund 2.270 kWh, 3 Personen rund 3.280 kWh und 4 Personen rund 4.300 kWh pro Jahr. Grob gerechnet kommen pro Person und Jahr etwa 1.000 kWh dazu – abhängig vor allem von Duschdauer und Duschkopf.
Verbraucht ein Durchlauferhitzer Strom, wenn kein Wasser läuft?
Nein, praktisch nicht. Ein Durchlauferhitzer heizt ausschließlich, solange Wasser durch das Gerät fließt – er hat keinen Speicher, der warm gehalten werden muss. Elektronische Modelle ziehen im Standby nur ein bis zwei Watt für Steuerung und Display, das sind wenige Euro im Jahr.
Lohnt sich der Wechsel auf einen elektronischen Durchlauferhitzer?
Meistens ja. Elektronisch geregelte Geräte halten die Wunschtemperatur konstant, statt wie hydraulische Altgeräte in Stufen zu heizen und dich kalt nachmischen zu lassen. Das spart als Richtwert 10 bis 20 Prozent – im Zwei-Personen-Haushalt also grob 85 bis 170 Euro im Jahr. Bei einem Gerätepreis ab etwa 300 Euro plus Einbau rechnet sich das je nach Haushaltsgröße in drei bis fünf Jahren.
Ist ein Durchlauferhitzer teurer als ein Boiler?
In der Regel nicht. Beide erwärmen mit Strom, aber ein Boiler hält sein Wasser dauerhaft warm und verliert dabei ständig Wärme – je nach Größe und Dämmung 0,5 bis 1,5 kWh pro Tag, also durchaus 70 bis 200 Euro im Jahr allein für Bereitschaftsverluste. Der Durchlauferhitzer heizt nur bei Bedarf und liegt deshalb bei gleichem Verbrauch meist günstiger.

