Bei einigen Fragen rund ums Baden scheiden sich die Geister: Welches ist die optimale Badetemperatur? Und wie viel heißes Wasser brauchst Du eigentlich, um sie zu treffen?
In meiner Kindheit schwamm in der Wanne bei uns immer ein Thermometer mit unterschiedlichen Bildern darauf. Da war ein kleines Kind bei 36 Grad – und ein undefinierbares Zeichen bei 40 Grad. Heute muss ich nicht mehr raten: Mit dem Rechner unten kannst Du die Mischtemperatur berechnen und siehst auf einen Blick, wie viele Liter heiß und wie viele kalt in die Wanne müssen.
Mischtemperatur-Rechner fürs Badewasser
Zieltemperatur eintragen – du siehst sofort, wie viel heißes und wie viel kaltes Wasser du einlassen musst.
Die Vorgabewerte sind Richtwerte: 55 °C am Warmwasserspeicher, 12 °C Kaltwasser und 150 Liter Badefüllung. Miss deine echten Temperaturen einmal nach, dann rechnet dir der Rechner die Mischung exakt aus. Wie viel Wasser in deine Wanne passt, klärt mein Volumen-Rechner für die Badewanne.
Badetemperatur richtig einstellen
Erfahrungsgemäß kann man sagen, dass Du Dich irgendwo zwischen 36 und 40 Grad bewegen solltest. Ist das Wasser kälter als 37 Grad, fröstelst Du im Wasser vor Dich hin. Wird es wärmer, verliert die Haut noch mehr Feuchtigkeit. Erfahrene Vollbader werden wohl sowieso alle 10 Minuten etwas heißes Wasser nachfüllen – wie bei einem Saunaaufguss 😉
Man kann aber wirklich sagen: Ab 40 Grad wird es zu heiß. Da wird der Kreislauf schon stark mitbelastet.
Welche Temperatur des Badewassers zu welchem Anlass passt, habe ich Dir hier als Richtwerte zusammengestellt:
- Babys und Kleinkinder: rund 37 Grad – immer mit dem Thermometer nachmessen
- Erwachsene, normales Vollbad: 37 bis 39 Grad
- Erkältungsbad: 38 bis 39 Grad, dafür kurz (höchstens 10 bis 20 Minuten)
- Schwangerschaft: maximal 38 Grad – heißer belastet den Kreislauf zu stark
- Eisbad / kalte Anwendung: 10 bis 15 Grad, nur wenige Minuten
Wichtig bei Fieber oder Kreislaufproblemen
Bei Fieber oder Kreislaufproblemen solltest Du ohnehin nicht zu heiß baden. Hier ist es von Rat, die Wanne sogar nur halb zu füllen und die Arme draußen zu lassen. Mehr dazu in meinem Beitrag zum Erkältungsbad.

Wasser einstellen und einlaufen lassen
Beim Einlaufenlassen des Wassers musst Du Dir ein System überlegen, wie Du es für Dich am besten handhabst. Einmal eingestellt und nach 10 Minuten wiedergekommen – das kann auch völlig danebengehen… Ein Thermometer braucht seine Zeit. Auch unglücklich: Bei Mischwasserbatterien ändert sich die Temperatur fröhlich von selbst.
Was wirklich funktioniert: Je nach Fließgeschwindigkeit erst den heißen Hahn laufen lassen und danach den kalten. Hast Du das ein paar Mal gemacht, weißt Du, wie lange es dauert – und kannst dann gleich bei Deiner Wohlfühltemperatur in die Wanne steigen 😉
Genau dafür ist der Mischungsrechner oben gedacht: Er sagt Dir, wie viele Liter heiß und wie viele kalt in die Wanne müssen. Ein 10-Liter-Eimer als Maß oder die Wasserhöhe an der Wannenwand reichen aus, um das in der Praxis abzuschätzen.
So rechnet der Mischtemperatur-Rechner
Dahinter steckt die Richmannsche Mischungsregel. Sie beschreibt, welche Temperatur herauskommt, wenn Du zwei Wassermengen mit unterschiedlicher Temperatur zusammenschüttest. Umgestellt beantwortet sie genau die Frage, die Du vor der Wanne hast: Wie viel heißes Wasser brauche ich?
Die Formel
Anteil heiß = (Zieltemperatur − Kaltwasser) ÷ (Warmwasser − Kaltwasser)
Liter heiß = Gesamtmenge × Anteil heiß · Liter kalt = Gesamtmenge − Liter heiß
Beispiel: (38 − 12) ÷ (55 − 12) = 0,605. Bei 150 Litern sind das rund 91 Liter heiß und 59 Liter kalt.
So sieht die Mischung für eine 150-Liter-Badefüllung aus – gerechnet mit 55 Grad Warmwasser und 12 Grad Kaltwasser:
| Zieltemperatur | Anteil heiß | Liter heiß | Liter kalt |
|---|---|---|---|
| 35 °C (lauwarm) | 53 % | 80 Liter | 70 Liter |
| 37 °C (Körpertemperatur) | 58 % | 87 Liter | 63 Liter |
| 38 °C (klassisches Vollbad) | 60 % | 91 Liter | 59 Liter |
| 40 °C (obere Grenze) | 65 % | 98 Liter | 52 Liter |
Zwei Dinge verschieben das Ergebnis in der Praxis: Die kalte Wanne selbst zieht beim Einlassen Wärme aus dem Wasser, und lange Leitungswege kühlen das Warmwasser ab. Rechne deshalb lieber ein halbes Grad wärmer und gleiche am Ende mit einem Schuss kaltem Wasser aus – das geht schneller, als eine zu kalte Wanne wieder aufzuheizen.
Erfahrungen zur Wohlfühltemperatur in der Wanne
Ich persönlich bevorzuge es, das Fenster offen zu lassen. Das hat dann einen Effekt wie bei diesen Pavianen aus den National-Geographic-Sendern, die in den heißen Quellen sitzen: Unten schön warm, und oben setzt man langsam aber sicher Frost an, wenn es Winter ist 😉

- Badewanne: 36 bis 40 Grad – darüber verliert die Haut Fett und Feuchtigkeit.
- Whirlpool: Kann auch etwas wärmer sein, da von unten ständig kalte Bläschen nachkommen. Wenn das Wasser zu heiß ist, kann es aber auch nerven 😉 Mehr Blubber gefällig? Hier entlang: Sprudeleffekt in der Badewanne
- Onsen: In Japan gibt es übrigens das „Onsen“-Bad, bei dem die Temperatur um die 42 Grad beträgt. Das ist dann schon deutlich über Körpertemperatur…
Welche Badetemperatur für Kleinkinder?
Für Babys ist wohl eine Badetemperatur von 37 bis 37,5 Grad ideal. Hier musst Du sehr exakt sein und in der Babybadewanne oder im Badeeimer mit einem flexiblen Thermometer nachmessen. Wie der Ablauf in der Praxis aussieht, beschreibe ich ausführlich im Beitrag Baden mit Baby: Temperatur, Hilfsmittel, Ablauf.
Gut zu wissen
In der Regel taugen die speziellen Badethermometer nichts, da diese viel zu ungenau sind. Besser ein digitales Thermometer verwenden. Verlass Dich bei Babys nie allein auf den Rechner oder aufs Handgelenk – gemessen wird immer.
Mein Fazit
36 bis 38 Grad sind für die meisten ideal, ab 40 Grad wird es zu heiß – und für Babys gilt: rund 37,5 Grad, am besten digital nachgemessen. Mit dem Rechner oben weißt Du vorher, wie viele Liter heiß und kalt in die Wanne müssen, und steigst direkt bei Wohlfühltemperatur ein.
Wie lange und wie oft Du bei dieser Temperatur in der Wanne bleiben solltest, liest Du in meinem Beitrag:
Häufige Fragen
Wie berechne ich die Mischtemperatur?
Mit der Richmannschen Mischungsregel: Anteil heiß = (Zieltemperatur − Kaltwassertemperatur) ÷ (Warmwassertemperatur − Kaltwassertemperatur). Diesen Anteil multiplizierst Du mit der Gesamtmenge. Beispiel: Für 38 Grad bei 55 Grad warm und 12 Grad kalt sind es 0,605 – also 91 der 150 Liter heiß und 59 Liter kalt.
Welche Temperatur ist für die Badewanne ideal?
Zwischen 36 und 40 Grad – unter 37 Grad fröstelt man schnell, ab 40 Grad wird der Kreislauf stark belastet und die Haut verliert Fett und Feuchtigkeit.
Welche Temperatur hat Warmwasser aus der Leitung?
Typisch sind 50 bis 60 Grad. Aus Gründen des Legionellenschutzes soll das Wasser am Ausgang des Warmwasserspeichers mindestens 55 Grad haben. Am Hahn kommt je nach Leitungslänge oft etwas weniger an – miss einmal nach und trag den Wert in den Rechner ein.
Welche Badetemperatur ist für Babys richtig?
Rund 37 Grad, üblich sind 37 bis 37,5 Grad. Prüfe die Temperatur immer mit einem Thermometer, am besten einem digitalen – die klassischen Badethermometer sind oft zu ungenau.
Wie viel heißes Wasser brauche ich für eine volle Badewanne?
Für 150 Liter mit 38 Grad rund 91 Liter heißes und 59 Liter kaltes Wasser (bei 55 Grad Warm- und 12 Grad Kaltwasser). Wie viele Liter Deine Wanne überhaupt fasst, rechnet Dir mein Volumen-Rechner aus.
Darf ich mit Fieber heiß baden?
Bei Fieber oder Kreislaufproblemen solltest Du nicht zu heiß baden. Ratsam ist, die Wanne nur halb zu füllen und die Arme draußen zu lassen.

