Kann man in der Badewanne ertrinken? Die Frage klingt erst einmal dramatisch – und die ehrliche Antwort lautet: Für gesunde Erwachsene ist das Risiko sehr gering, für Kleinkinder dagegen real.
Damit du weißt, worauf es ankommt, habe ich die Faktoren zusammengetragen, die dabei eine Rolle spielen – und die Regeln, mit denen Baden sicher bleibt.
Babys und Kleinkinder sind gefährdet
Gerade Babys und Kleinkinder bis zu zwei Jahren sind gefährdet. Da reicht schon eine Wassertiefe von weniger als 30 Zentimetern aus. Wenn die Kinder kopfüber im Wasser liegen, schaffen sie es nicht eigenständig, den noch zu schweren Kopf aus dem Wasser zu bekommen. Außerdem hören sie unter Wasser reflexartig auf zu atmen.
Die wichtigste Regel
Kinder beim Baden immer beaufsichtigen – auch für die berühmten „nur zwei Minuten“ nicht allein lassen. Mehr dazu in meinem Beitrag über die Babybadewanne.
Jugendliche und Erwachsene
Bei dieser Gruppe ist es schwieriger. Ein Erwachsener, der in der Wanne einschläft und untertaucht, wird sofort wieder wach. Dennoch kann derjenige in Panik verfallen und aufgrund der glatten Oberfläche der Wanne keinen richtigen Halt bekommen.
Möglich ist es ebenfalls, dass die Gliedmaßen sich gegenseitig versperren – etwa wenn der Körper auf beiden Armen liegt – und man sich nirgends festhalten kann. Meistens geraten diese Personen dann unter so starke Panik, dass ihnen das eigene Herumdrehen des Körpers nicht in den Sinn kommt, um sich zu befreien.
Bei Badewannenunfällen mit Erwachsenen spielt Elektrizität – etwa durch einen Fön in der Wanne – eine größere Rolle als das Ertrinken selbst.

Faktoren, die eine Rolle spielen
- Alkohol: Stark alkoholisierte Personen können in der Wanne einschlafen oder bewusstlos werden.
- Rauschmittel und Schlaftabletten: Sie können dieselbe Wirkung haben.
- Bestimmte Erkrankungen: Gerade unbeaufsichtigte Epileptiker sind gefährdet.
- Wannengröße: Die Wanne muss groß genug sein, damit der Körper bei Bewusstlosigkeit unter Wasser bleibt.
Sicher baden – fünf Regeln

- Kinder unter zwei Jahren nie allein in der Wanne lassen.
- Fön, Radio und andere Elektrogeräte aus der Reichweite der Wanne verbannen.
- Nicht stark alkoholisiert oder unter Schlafmitteln baden.
- Bei Epilepsie oder Kreislaufproblemen jemanden in der Nähe wissen – oder lieber duschen.
- Rutschfeste Matte einlegen, damit du beim Aufstehen sicheren Halt hast.
Wie lange ein Vollbad überhaupt sinnvoll ist, habe ich übrigens hier zusammengefasst: Wie oft und wie lange darf ich baden?
Mein Fazit
Generell kann ein erwachsener Mensch, ohne betäubende Mittel zu sich genommen zu haben, in einer Badewanne nicht ertrinken. Das Risiko entsteht erst durch Alkohol, Medikamente, Krankheit – oder durch Elektrogeräte in Wannennähe.
Bei Babys und Kleinkindern sieht es anders aus. Hier gilt kompromisslos: nie unbeaufsichtigt lassen.
Häufige Fragen
Kann man in der Badewanne ertrinken?
Für gesunde Erwachsene ohne Alkohol oder Medikamente ist das äußerst unwahrscheinlich – man wacht beim Untertauchen sofort auf. Für Babys und Kleinkinder bis zwei Jahre reicht dagegen schon eine Wassertiefe unter 30 Zentimetern.
Ab welcher Wassertiefe wird es für Kinder gefährlich?
Weniger als 30 Zentimeter genügen. Kleinkinder bekommen ihren noch schweren Kopf nicht eigenständig aus dem Wasser. Deshalb gehört immer eine erwachsene Person mit ins Bad.
Darf man nach Alkohol baden?
Besser nicht. Alkohol macht schläfrig, senkt den Kreislauf und kann dazu führen, dass man in der Wanne einschläft. Dusche in dem Fall lieber oder warte, bis du wieder nüchtern bist.
Was ist gefährlicher – Ertrinken oder Strom?
Bei Erwachsenen sind Unfälle mit Elektrizität, etwa durch einen Fön in Wannennähe, das größere Risiko. Elektrogeräte haben im Badezimmer nichts in Reichweite der Wanne zu suchen.

