Das Vollbad als Kostenfalle – kommt jetzt wirklich der Waschlappen?

Badewannen, Erfahrungen aus der Badewanne.

Kaum ein kleines Ritual ist so entspannend wie ein Vollbad. Doch die Energiekrise ließ eingefleischte Wannenhüpfer bangen: Kann ich mir mein geliebtes Bad überhaupt noch leisten?

Ich habe nachgerechnet: Was kostet es wirklich, zu baden? Und wo liegt das rechte Maß – unter dem Gesichtspunkt der Energiekosten, aber auch der Gesundheit? Wer nur schnell eine Zahl braucht, findet sie im Badewannen-Wasserkostenrechner.

Hinweis zur Aktualität

Dieser Beitrag ist während der Energiekrise entstanden. Die genannten Cent- und Euro-Beträge sind Beispielwerte aus dieser Zeit und keine tagesaktuellen Preise – Wasser-, Abwasser- und Energietarife unterscheiden sich zudem stark je nach Versorger. Die Rechenlogik stimmt aber unverändert: Setze einfach deine eigenen Tarife ein.

So viel Wasser passt in die Wannen

Die Kosten für ein Relax-Bad richten sich nach dem Wasserverbrauch. Der wiederum hängt von der Form der Badewanne ab:

  • Schmale oder körperförmige Wannen: lassen sich mit rund 120 Litern füllen
  • Größere Badewannen: bringen es locker auf 180 Liter
  • Wannen für zwei Personen: liegen noch einmal deutlich darüber

Wie viel deine Wanne tatsächlich fasst, kannst du im Beitrag Badewanne Liter und Volumen berechnen nachrechnen.

Was ein Vollbad wirklich kostet

Infografik: Kosten eines Vollbads aufgeschlüsselt nach Wasser, Energie und Abwasser
Die Kosten eines Vollbads setzen sich aus drei Posten zusammen (KI-Visualisierung)

Die Kosten für ein Bad lassen sich rasch überschlagen:

Kostenposten Beispielwert je Wannenfüllung
Wasserpreis des regionalen Versorgers rund 20 Cent
Energiekosten für die Wärme zwischen 40 und 80 Cent
Abwasserkosten rund 30 Cent
Summe je Vollbad (120-Liter-Wanne) etwa 1,10 bis 1,30 Euro
Täglich baden rund 50 Euro im Monat

Unter dem Strich kann ein Vollbad in einer 120-Liter-Wanne also zwischen 1,10 und 1,30 Euro kosten – immer abhängig von den Tarifen deines eigenen Versorgers. Wer täglich badet, greift mit rund 50 Euro monatlich für die Entspannung tief in die Tasche.

Mein Tipp

Bevor du aufs Baden verzichtest, lohnt der Blick auf die Warmwasserbereitung. Welche Stellschrauben sofort wirken, habe ich in 9 Hebel zum Energiesparen beim Baden zusammengetragen – und in Wasser sparen beim Baden geht es um den ökologischen Teil.

Sollte man überhaupt baden – und wenn ja, wie häufig?

Badewanne mit Waschlappen und Seife am Wannenrand als Sinnbild für Sparen beim Baden
Waschlappen statt Vollbad? Ganz so einfach ist die Rechnung nicht (KI-Visualisierung)

Die zirkulierenden Waschlappen-Tipps führender Politiker warfen nicht nur die Frage nach der Verfügbarkeit von Vollbädern bei Energieengpässen auf. Sie belebten auch die Diskussion um Sinn und Nutzen des Badens.

Unabhängig von den Energiekosten raten Medizinerinnen und Dermatologen zu Zurückhaltung, denn allzu häufiges Baden trocknet die Haut aus. Auch Kreislauferkrankungen oder entzündliche Gelenk-Erkrankungen können im warmen Wasser verschlimmert werden. Als optimal gelten höchstens ein bis zwei Bäder wöchentlich – immer mit anschließender Hautpflege.

Wichtiger Hinweis

Wenn du eine Kreislauferkrankung oder entzündliche Gelenkbeschwerden hast, sprich Badehäufigkeit und Wassertemperatur mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab. Warmes Wasser kann solche Beschwerden verstärken.

Ein kurzer Blick in die Badegeschichte

Während die Antike das Baderitual genoss – oft in aufwendigen öffentlichen Badehäusern, die auch Orte der Geselligkeit waren –, galt das Eintauchen des Körpers in Wasser ab dem Mittelalter als gesundheitsschädlich. Eine Einstellung, die sich bis in die frühe Neuzeit hielt.

Man rieb sich mit Läppchen ab, Puder ersetzte Wasser und Seife. Außerdem gab es in Unterkünften kaum private Bäder: Sogar den Abort teilten sich die Menschen noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts in Mietshäusern, in den Wohnungen gab es nur ein Waschbecken. Gebadet wurde bestenfalls einmal wöchentlich – und zwar reihum in derselben Wanne.

Wenig verwunderlich, dass sich die Wirtschaftswunder-Generation mit Anlauf in die Badewanne stürzte, natürlich mit reichlich Schaum.

Duschen: hygienischer und halb so teuer

Vom Standpunkt der Hygiene ist die Dusche vorzuziehen. Sie beansprucht nicht nur halb so viel Wasser und Energie, sie spült Schmutz und Bakterien auch umgehend in den Abfluss. Das Wasser hat weniger Gelegenheit, die Haut aufzuweichen und auszutrocknen.

Doch auch beim Duschen raten Fachleute: Jeden zweiten Tag reicht – und in der Zwischenzeit darf man die Problemzonen in der Tat mit dem Waschlappen säubern.

Die Sauna als Alternative

Wenn du trotz befürchteter Energie-Engpässe auf entspannende Wärme nicht verzichten magst, kannst du die Sauna in Erwägung ziehen. Umgelegt auf größere Personengruppen ist das Saunieren definitiv günstiger – und wer sich mit Salz und Honig abreibt, tut der Haut dabei etwas Gutes.

Ob Sauna oder Wanne für dich die bessere Wahl ist, habe ich im Beitrag Sauna oder Badewanne gegenübergestellt.

Die eingesparten Kosten lassen sich für eine andere Art der Entspannung nutzen – etwa, um im Studium einen Hausarbeit-Ghostwriter anzuheuern und damit einen Teil des anfallenden Stresses auszulagern.

Mein Fazit

Das Vollbad ist keine Kostenfalle, sondern ein kalkulierbarer kleiner Luxus. Rund 1,10 bis 1,30 Euro je Wannenfüllung tun niemandem weh – teuer wird es erst, wenn daraus ein tägliches Ritual wird.

Und interessanterweise decken sich Sparsamkeit und Hautgesundheit hier ziemlich genau: Ein bis zwei Bäder pro Woche sind sowohl fürs Budget als auch für die Haut das richtige Maß. Der Waschlappen muss deshalb nicht zurückkommen – aber die Dusche zwischendurch darf ruhig.

Häufige Fragen

Was kostet ein Vollbad?

Bei einer 120-Liter-Wanne kommst du überschlägig auf 1,10 bis 1,30 Euro: rund 20 Cent Wasser, 40 bis 80 Cent Energie und etwa 30 Cent Abwasser. Die tatsächlichen Beträge hängen von deinem Versorger ab.

Was kostet tägliches Baden im Monat?

Rund 50 Euro – gerechnet mit den obigen Beispielwerten und einer 120-Liter-Wanne. Bei größeren Wannen entsprechend mehr.

Ist Duschen wirklich günstiger?

Ja. Duschen beansprucht etwa halb so viel Wasser und Energie wie ein Vollbad – und ist aus Hygienesicht sogar im Vorteil, weil Schmutz direkt abfließt.

Wie oft sollte man baden?

Medizinerinnen und Dermatologen halten höchstens ein bis zwei Bäder pro Woche für optimal, jeweils mit Hautpflege danach. Häufigeres Baden trocknet die Haut aus.

Für wen ist häufiges Baden problematisch?

Für Menschen mit Kreislauferkrankungen oder entzündlichen Gelenk-Erkrankungen: Beides kann sich im warmen Wasser verschlimmern. Hier lohnt die Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt.

Wie viel Wasser passt in eine Badewanne?

Schmale und körperförmige Wannen fassen rund 120 Liter, größere Modelle locker 180 Liter. Wannen für zwei Personen liegen noch darüber.

Über mich

Hallo, mein Name ist Stephan.
Ich blogge hier rund um das Thema Badewanne und freue mich über regen Austausch. Willkommen im wohl größten Fachblog zum Thema Badewanne.

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