Island wirkt wie das Land mit öffentlichen Badewannen an jeder Ecke – so scheint es zumindest. Tatsächlich sind die heißen Quellen, in die man sich in freier Natur legen kann, gar nicht so leicht zu finden. Hier erfährst du, worauf du achten musst, um in den Genuss zu kommen.
Glaubt man dem Marketing von Island, warten überall heiße Quellen und warmes Wasser. In Wirklichkeit sind aus vielen natürlichen Quellen Schwimmbäder entstanden – oder es sind so viele Touristen vor Ort, dass man sich gar nicht mehr hineinlegen möchte. Es gibt aber Ausnahmen. Dieser Beitrag fußt komplett auf meinen eigenen Erfahrungen vor Ort.

Wilde Badeplätze: Grjótagjá & Reykjavík
Baden in der Grjótagjá-Höhle
In der Höhle ist das Baden vom Landbesitzer inzwischen sogar unerwünscht. Die Höhle liegt im Myvatn-Gebiet in der Nähe des Campingplatzes und ist gut ausgeschildert. Hier wurde übrigens die Szene aus Game of Thrones gedreht, in der Jon Schnee zusammen mit dem Wildling-Mädchen zum Mann wurde.

Heiß baden bei Reykjavík
In Reykjavík gibt es einen kleinen Hot Pot direkt im Meer. Das heiße Wasser vermischt sich mit dem Meerwasser, sodass man dort in der Bucht neben dem kleinen Stadtflughafen direkt im Meer baden kann. Ohne die heiße Quelle wäre das mit knapp 10 Grad Wassertemperatur ansonsten ziemlich sportlich.

Heiße Quellen im Süden und Norden
Geothermale heiße Quellen sind touristisch schon ziemlich erschlossen. Im Süden gibt es einen kleinen heißen Fluss, im Norden bei Egilsstadir sogar einen warmen Wasserfall.
Oft kommen heiße Quellen mit einem leichten Schwefelgeruch daher. Vor allem im Süden fällt das sogar beim Duschen auf, wenn man das heiße Wasser am Hahn aufdreht. Da fühlt man sich nach dem Duschen nicht unbedingt sauber.

Hot Pots im Hochland
Hot Pots in ihrer natürlichen Form findest du im isländischen Hochland. Hierfür brauchst du aber in aller Regel spezielle Fahrzeuge. Bei den natürlichen Hot Pots im Hochland solltest du außerdem auf die Temperatur aufpassen: Das Gebiet ist geothermal höchst aktiv – und wer weiß schon, was da unterirdisch so abgeht. Wer den 90er-Spielfilm „Dantes Peak“ gesehen hat, liegt jedenfalls nicht mehr ganz so entspannt in einer natürlichen heißen Quelle mit vulkanischem Ursprung.
Link-Tipp
Eine Übersicht über natürliche, kostenfreie Hot Pots in ganz Island findest du auf hotpoticeland.com.
Geothermale Schwimmbäder
Wie bereits erwähnt wurden auf vielen natürlich vorkommenden Quellen öffentliche Bäder errichtet. Die bekanntesten sind das Myvatn Nature Bath und die Blaue Lagune. Mit der Sauberkeit und dem Komfort, den man aus Deutschland gewohnt ist, hat das nur wenig zu tun – aber es ist anders und auch sehr schön. Das Wasser ist recht ölig, wenn es direkt aus der Erde kommt; das muss man mögen.
Interessant in den großen Bädern: Die Wassertemperatur unterscheidet sich um 5 bis 10 Grad, je nachdem, in welcher Ecke des Beckens man gerade ist. Der Boden ist bedeckt mit feinem schwarzen Lavakies. Neben dem großen Becken gibt es noch kleinere Pools mit einer Wassertemperatur bis 42–43 Grad. Das ist warm!
Gästehäuser, Hotels & Unterkünfte mit Hot Pot
Während viele Unterkünfte – auch die etwas teureren – leider keine Badewanne haben, gibt es dafür oft einen kleinen Hot-Pot-Whirlpool direkt draußen im Garten. Auch hier herrschen gerne königliche Temperaturen von 42 Grad. Die Hot Pots sind in der Regel durchgehend, auch nachts, für die Gäste geöffnet.
Mein Fazit
Island kann kalt und teuer sein. Gerade wenn das Wetter wieder einmal nicht mitspielt, such dir ein warmes Plätzchen, in das du dich legen kannst. Bedenke aber: Die öffentlichen Schwimmbäder sind von außen nicht gerade hübsch und muten nicht sehr hygienisch an – dafür bist du fast am Polarkreis in einem sehr abenteuerlichen Land. Einen weiteren, recht umfangreichen subjektiven Bericht findest du auf island-ringstrasse.de.
Häufige Fragen
Wo finde ich kostenlose Hot Pots in Island?
Natürliche, kostenfreie Hot Pots liegen vor allem im Hochland – erreichbar meist nur mit speziellen Fahrzeugen. Eine gute Übersicht bietet hotpoticeland.com.
Wie warm sind die Hot Pots und Bäder in Island?
Die kleinen Pools in den geothermalen Bädern erreichen bis zu 42–43 Grad. In den großen Becken schwankt die Temperatur je nach Ecke um 5 bis 10 Grad.
Warum riecht das Wasser in Island nach Schwefel?
Das heiße Wasser stammt aus geothermalen Quellen und bringt einen leichten Schwefelgeruch mit. Vor allem im Süden merkt man das sogar zuhause beim Duschen, wenn das heiße Wasser aus dem Hahn kommt.

